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Siehe auch Emmanuel Todd, Euro greift Dollar an, Ami go home und Der Befreier des Irak

"There is only one party in the United States, the Property Party ... and it has two right wings: Republican and Democrat." Gore Vidal: Matters of Fact and of Fiction: Essays 1973–1976. Random House 1977, Seite 268

Thomas Immanuel Steinberg

Au weia!

Angeblich bereiten sich die US-Geheimdienste auf einen nach-israelischen Nahen Osten vor

Franklin Lamb berichtet am 28. August 2012 im Foreign Policy Journal von einem 82-Seiten-Papier der sechzehn US-amerikanischen Geheimdienste mit dem Titel

Preparing For A Post Israel Middle East,

das ihm ein CIA-Mitarbeiter zugespielt habe. Darin werde die US-amerikanische Unterstützung der israelischen Regierungspolitik als unvertretbar, teuer und schädlich bezeichnet.

Franklin Lamb, Ph.D. ( London School of Economics) ist Publizist und vertritt die außenpolitischen Vorstellungen von Ron Paul. Er lehrte Völkerrecht, unter anderm an der American University in Beirut.

T:I:S, 31. August 2012

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High Life im Weißen Haus

Obama, der Strahlemann, befiehlt zwei Drohnenangriffe pro Woche, junge Welt, New York Times.

Sarnwama Dienstach un' Donnerstach is' dann High Life im Weißen Haus. Ein bis zehn tote Terroristen gibt's da zu feiern.

Demokratie, wie sie sich ein Gustav Krupp von Bohlen und Halbach noch gar nicht auszumalen wagte.

T:I:S. 31. Mai 2012

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Krytron

Ein Krytron ist eine gasgefüllte Elektronenröhre, welche Mitte des 20. Jahrhunderts als Schaltröhre Anwendung gefunden hat, so Wikipedia. Sie kann auch als Zünder für Atombomben dienen. 

Genau deshalb belieferten US-Firmen in der achziger Jahren die israelischen Atombombenentwickler mit Krytrons – an US- und Völkerrecht vorbei. Die Täter und Mittäter wurden kaum oder gar nicht belangt.

 Grant Smith erzählt auf antiwar.com die ganze Geschichte dieses US-amerikanisch-israelischen Verbrechens. (1) 

T:I:S, 28. März 2012

Anmerkung

(1) Ein Krytron, englisch: krytron, heißt bei Grant Smith "kryton", vermulich ein Schreibfehler.

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Christian Wernicke, Korrespondent der Süddeutschen Zeitung

Die Menschen leben in ideologischen Echo-Kammern

.. Aber ein Drittel bis fast die Hälfte der Bevölkerung ist für Obama gar nicht erreichbar: Die sehen ihre eigenen Fernsehsender wie Fox-News, lesen konservative Internetseiten und hören Radiosender, die ihre eigene Meinung nur bestätigen. Die Menschen leben in ideologischen Echo-Kammern, in denen immer nur das gesendet wird, was sie eh schon denken. Obama hat kaum eine Möglichkeit, diese Menschen überhaupt nur anzusprechen. Die Lebenswelten in den USA fallen mittlerweile so weit auseinander, dass sich Menschen unterschiedlicher Weltanschauung gar nicht mehr gegenseitig kennen. Dieses Land wird in zunehmendem Maße unregierbar.

Telepolis / heise, 27. März 2012. T:I:S, 28. März 2012

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Ты  шпио́н!

FoxNews (Eigentümer Rupert Murdoch: "Meine eigene Sichtweise ist sehr einfach: Wir leben in einer Welt, in der ein Krieg gegen die Juden stattfindet.") verbreitet, Iraner und Hisbollah-Angehörige hätten im letzten Jahrzehnt (sic) wiederholt (sic) New Yorker Sehenswürdigkeiten wie die Brooklyn Bridge (sic) fotografiert (sic) – offenbar um sie auszukundschaften.

T:I:S, 22. März 2012

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Die Diktatur der US-Bourgeoisie

Boston Legal, "Bruderkrieg", VOX, Video, drei Minuten, 12. März 2012. Dank an Hartmut Beyerl.

T:I:S, 19. März 2012

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Chuck Sugoso*

Sonnenstaat Kalifornien

Seit ich aus den USA zurück bin, schwebe ich in Turbulenzen, bin aber froh, wieder in Europa zu sein – die USA bewegen sich ja spasmodisch ihrem Ende zu. Und das, obwohl ich meine Familie dort sehr vermisse und wünsche, sie könnte fliehen und sich hier niederlassen. 

Drüben liegt der Siedlermythos im Todeskampf, der all die Gier entfesselt hat.

Gitterwerk

Schon vom Flugzeug aus sieht man unter sich die Rasterkomplexe, die ganz Kalifornien und auch die übrigen USA überdecken, die die Menschen abgrenzen und isolieren durch betoniertes Gitterwerk. Das schürt die Angst vor den Fremden, vor denen es doch schützen soll, und erhöht die Gewaltbereitschaft potentieller Eindringlinge – jener also, die eventuell die "Linien" übertreten könnten. Hier steht alles gegen Stadtplanung nach Art der übrigen Welt, wo es immer ein Zentrum, ein Herz, gibt, von dem alles kreisförmig ausgeht, und das Orientierung schafft und Gemeinden und Gemeinschaften sich organisch ausbilden lässt. 

Die kleineren Rasterkomplexe sind von Autobahnen umrahmt, die dann wiederum größere Rasterkomplexe bilden.

In diesen Rasterkomplexen trifft man auf endlose uniforme Einkaufs-Fastfood-Parking-Strecken, klimatisierte Gigaautos, Waffengeschäfte mit angrenzenden Sarggeschäften (ich habe einen tollen Laden gesehen, Caskets & More, neben einem riesigen Gewehr-Supermarkt und gegenüber einem Friedhof – welch treffliche Planung!), adipös wackelnde Kunden mit Rieseneinkaufswagen, grelle Nagelstudios, vereinsamte Ladenbesitzer, allüberall garagenartige Kirchen, Burger-Ketten namens "In and Out" (offensichtlich doppeldeutig in Sachen Parken und Verdauen), Jesus-Kerzen, menschenleere Rasen mit dem Warnschild "Armed Response" ("Bewaffnete Reaktion"), seelisch tote Mexikaner-Indios, verzweifelte armenische Taxifahrer, Obdachlose, Obdachlose.

Aber es gibt sie noch, in versteckten ungerasterten Ecken, diese Sonnenuntergänge, den Duft von Eukalyptus-Bäumen, die flatternden Indigo-Vögel, die Kolibris mit smaragdfarbenen Brüsten, das abendliche Geheul von eifrigen Coyote-Jungen. Spuren von einer anderen Welt, einer Parallelwelt, die nun fast verschüttet ist. Noch gibt es sie.

Miss Sophia

Eine Person, die ich auf einer Fahrt mit meiner Mutter im Sonder-Taxi für ältere und behinderten Menschen kennenlernte, ist Miss Sophia, 97 Jahre alt. Sie wurde an diesem Tag von der Klinik abgeholt. Im Taxi vorn schon der beklommene, überarbeitete armenische Fahrer und eine junge, halb gelähmte chinesische Frau, die zuvor von ihrer langen, einsamen Arbeit in einem containerartigen Bauwerk abgeholt worden war. Hinten saßen bereits meine Mutter und ich. Ich rutschte schnell in die Mitte der Sitzbank, um Platz für den neuen Fehrgast zu machen, aber ich hatte, ähm, muss ich gestehen, Angst, neben ihr zu sitzen. Am Bordstein der Straße vor der Klinik stehend, ähnelte sie einem grad geschlüpften Vogel ohne Gefieder. Sie bestand nur aus Knochen und dünnen Blutgefäßen, alles lila. Sogar ihr zierliches kurzes Kleid war lila (und außerdem trug sie eine Hippie-Sonnenbrille mit Drahtgestell und rosa Gläsern). Man konnte durch ihre Haut hindurch den ganzen Blutkreislauf sehen. Ich hatte Angst, sie aus Versehen zu berühren, sie wäre sonst zersprungen, oh je. Als sie mit Mühe neben mir Platz genommen hatte, erklärte sie uns allen sogleich, sie sei für ein paar Stunden in der Klinik gewesen, weil sie zu Hause auf nassem Boden ausgerutscht war und mehrere Prellungen erlitten hatte. Sie zeigte uns die Stellen, aber man konnte nichts erkennen, denn alles war lila.

Freiheit und Abenteuer 

Während der Fahrt hat sich dieses filigrane Gewebe dann als kräftige lebensbejahende Person entpuppt. Miss Sophia hat eine Meinung zu allem. Eine Stunde lang sprudelte sie über die Wichtigkeit des Erhalts der Eigenständigkeit, über die furchtbare Isolation in den amerikanischen Suburbs, über den Verlust an Gemeinschaft, über ihre Kindheit während der Großen Depression in Michigan, über ihren Abscheu vor Diätkost, über ihre Vorliebe für dunkle Männersocken; darüber, dass die Fahrer des Taxi-Dienstes zu ihrer Familie zählen: Ihnen verdanke sie Freiheit und Abenteuer. Sie lerne und lerne immer mehr bei den Begegnungen mit anderen, und dafür lebe sie.

Sie war vielleicht die einzige nicht-eingeschüchterte Person, der ich in Kalifornien begegnet bin.

Ich habe mit fünf Taxifahrern, einigen Passagieren, einigen Verkäufern und anderen Ladenangestellten und mit Mitarbeitern meines Bruders in seinem Filmstudio über Arbeit und Alltag gesprochen.

Alle waren sehr freundlich. Alle wirkten aber auch traurig oder gehetzt, von der Tretmühle zermürbt. Alle schienen mutlos oder gar geknechtet. Wirklich alle, außer Miss Sophia.

Marijuana

Ein überarbeiteter Animationstechniker erklärte mir, die weit verbreitete Passivität sei den kalifornischen Ärzten zu verdanken. Sie würden inzwischen Marijuana verschreiben, gegen zu hohen Blutdruck zum Beispiel. Aber Ruhigstellung sei die schöne Nebenwirkung dieser legalen Therapie.

Als ich da war, beherrschten Kontroversen um die weibliche Sexualität Radio und Fernsehen, angeregt vom republikanischen Präsidentschaftskandidaten Santorum. Ob Frauen Sex nur zur Fortpflanzung haben sollten, ob Frauen sich vor der Abtreibung allerlei Unterleibsuntersuchungen unterziehen und ihre Ultraschallbilder anschauen sollten, damit sie den Fötus als Lebewesen erkennen und dann lieber nicht abtreiben... Willkommen in Mittelalter. 

Das Gelobte Land

Unterdessen geht das Islam-Bashing weiter. Der Islam sei eine rückständige Religion. Doch in jedem Laden fand ich Jesus-Devotionalien. Religion und Esoterik boomen wie eh und je. Schließlich ist Amerika das Gelobte Land.

Was die nationale Occupy-Bewegung angeht: Sie steht den Menschen, denen ich begegnet bin, ganz fern. Sie sind mit ihrem Kampf ums Überleben dermaßen beschäftigt, dass sie sich nicht leisten können, daran teilzunehmen. Sie können sich nur schwer organisieren, dafür sind sie zu isoliert. Jeder ist nur für sich und die eigene Familie da. Die Occupy-Bewegung entfaltet sich fast nur in Großstädten, nicht in den Rastersiedlungen, die ca. 90% der USA ausmachen

Die keine Arbeit haben, sind obdachlos, oder ihnen droht Obdachlosigkeit. Alle, die Arbeit haben, leben beklemmt, denn ihnen droht Arbeitslosigkeit. Alle arbeiten täglich mindestens 10, meist 12 Stunden, meist 6 Tage in der Woche. Wenn’s geht, haben sie mehrere Jobs. Alle müssen lange Wege über mehreren Autobahnen im eigenen Auto zurücklegen. Benzin wird von Tag zu Tag teurer. Die anderen Kosten steigen auch. Viele von ihnen haben Kinder, um die sie sich große Sorgen machen, und verzweifeln fast darüber, wie sie sie bloß durch die Uni kriegen, denn die Unis sind alle schrecklich teuer. 

Wovon ich in Kalifornien keine Spur entdecken konnte: 

Spaziergänger; Kinder (echt! kein einziges habe ich irgendwo in den zweieinhalb Wochen gesehen); Cafés (außer natürlich die allgegenwärtigen Starbucks); Kneipen oder Bars (die Leute müssen halt zu Hause vor der Glotze schlucken); Zeitungskioske; Familienunternehmen (alles nur Kettenläden); Hausbesitzer (die Häuser scheinen alle leer zu sein, es gibt nur die "Armed Response"-Warnschilder der Wohnungsvermittler); funktionstüchtige Toiletten (alle haben eine Macke); kleine Trinkbecher (die small drinks sind alle riesig); öffentliche Verkehrsmittel; alte oder kleine Autos (sind alle brandneu und gigantisch); Betriebsamkeit; belebte Geschäfte (die Geschäfte stehen meist gespenstisch leer); Produkte ohne Zucker oder Zuckerersatz; rege Gespräche; lächelnde Mexikaner... 

Leider habe ich nicht selber fotografiert. Daher dies als Ersatz:

 

        

 


Mit Leidenschaft.

 

 

       

 

*Chuck Sugoso ist in den USA geboren, hat die US-amerikanische Staatsbürgerschaft und lebt seit 36 Jahren in Europa.

Berlin, 8. März 2012. T:I:S, 9. März 2012. Etwas ergänzt am 12. März 2012

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Thomas Immanuel Steinberg

Gravierende soziale und ökonomische Probleme

Entscheidender als die Frage, wer der nächste Präsident der Vereinigten Staaten und wie die Zusammensetzung des nächsten Kongresses aussehen wird, sind gravierende soziale und ökonomische Probleme. Diese gesellschaftlichen Rahmenbedingungen werden den Handlungsspielraum der amerikanischen Politik auch über die Wahlen hinaus massiv einschränken.

So faßt die CSU-nahe Hanns-Seidel-Stiftung zusammen, was Josef Braml von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) über das US-Imperium herausgefunden hat.(1) Als Determinanten der US-Außenpolitik führt Braml an: 

- wachsende Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen der US-Amerikaner 
- hohe Arbeitslosigkeit
- schlecht ausgebildeter Nachwuchs
- Inlands-Konsum auf Kredit nicht mehr möglich
- Deindustrialisierung
- Haushaltsdefizit auf Rekordhöhe
- Dollarvermehrung zwecks Exportförderung gefährdet Leitwährungsfunktion des Dollar.

Zur Deindustrialisierung meint Braml:

Während man sich in Amerika am Aufschwung im Dienstleistungssektor erfreute, blieben die weniger beweglichen Europäer dem Produktions- und Industriegewerbe verhaftet, was durchaus vernünftig war. Mittlerweile müssen die Verantwortlichen in Amerika einsehen, dass es sich rächt, wenn man die Produktion vernachlässigt.

Noch vor Jahresende 2011, so Braml zum Kampf um die Währungsräume, 

haben sich die beiden Erzrivalen um die wirtschaftliche Vorherrschaft in Asien, Japan und China, darauf verständigt, eine beide Länder und Südkorea umfassende Freihandelszone zu etablieren. Um die Kosten für den regionalen Handel zu senken, will man künftig die Geschäfte nicht mehr über den Umweg des Dollar, sondern in den eigenen Währungen abrechnen, lautete die historische Vereinbarung vom 26. Dezember 2011 zwischen Yoshihiko Noda und Wen Jiabao anlässlich des Besuches des japanischen Ministerpräsidenten in Peking. 

Indem China künftig mehr japanische Staatsanleihen kauft und umgekehrt auch Japan mehr in chinesische Staatspapiere investiert, können die zweit- und drittgrößte Volkswirtschaft der Welt ihre Währungsreserven, die sie bislang zu einem Gutteil den USA zur Verfügung gestellt haben, diversifizieren und zum Wohle der eigenen Volkswirtschaften und der regionalen Integration investieren. Selbst wenn China seine währungspolitischen Bemühungen, den Renminbi zu internationalisieren, vorerst in diesen multilateralen regionalen Rahmen stellen sollte, gäbe es neben dem Euro künftig auch eine asiatische (Gemein-)Währung, die die Dollar-Dominanz bedrohen und das damit verbundene „exorbitante Privileg“ der USA antasten könnte...

... Durch Abrechnung von Handels- und Investitionsgeschäften sowie durch Währungsswaps mit den Nachbarländern versucht Peking, den Renminbi bereits als Kernwährung in der Region zu etablieren. So hat die chinesische Zentralbank 2009 Swap-Abkommen in Höhe von insgesamt 650 Milliarden Renminbi mit den Zentralbanken Hongkongs, Malaysias, Indonesiens, Südkoreas, Argentiniens und Weißrusslands abgeschlossen, die in dieser Währung auch Importe aus China bezahlen können. Zudem wurden an der Börse von Hongkong auf Renminbi lautende Bonds in Höhe von sechs Milliarden Dollar ausgegeben.

Die eingetretene Lage, so Braml weiter, zwinge die US-Regierung zur Senkung auch ihrer Rüstungsausgaben: 

Der [billigere, T:I:S] Einsatz von Drohnen im Graubereich zwischen Krieg und Frieden ruft die völkerrechtlich problematischen Praktiken der Vorgängerregierung in Erinnerung. Im Zuge des „Globalen Krieges gegen den Terror“ hat Präsident George W. Bush als Oberster Befehlshaber vor allem beim Thema Sicherheit seine Handlungsmacht auf Kosten der Legislative und Judikative ausgeweitet.

Zudem verdeutlichen die Einschränkungen persönlicher Freiheitsrechte, insbesondere der Habeas-Corpus-Rechte mutmaßlicher Terroristen, partielle und vermutlich temporäre Defizite der einstigen Vorbild-Demokratie USA. Diese – auch unter der Regierung Obama trotz gegenteiliger Versprechen bislang fortgeführte – Entwicklung ist umso prekärer, als der Zustand der amerikanischen, freiheitlich verfassten offenen Gesellschaft aufgrund ihres Vorbildcharakters die weltweite Perzeption demokratischer Rechtsstaatlichkeit und internationale Rechts- und Ordnungsvorstellungen beeinflusst. Die „weiche“ Macht der USA, seine [gemeint: ihre, T:I:S] Vorbildfunktion und Anziehungskraft auf kulturellem, gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Gebiet, ist schwer beeinträchtigt. Vor allem der so genannte Washington-Konsensus, nachdem alle Länder ihre Gesellschaften und Märkte nach dem Vorbild Amerikas liberalisieren sollen, hat als Orientierungsmaßstab weltweit an Bedeutung verloren...

... [D]ie Handlungsschwäche der einstigen Weltordnungsmacht droht die Welt in Unordnung zu bringen.

Kommentar

Die USA nicht mehr so ganz rechtsstaatlich? Offenbar erreicht innnerhalb der Herrschaftselite Deutschlands der Streit zwischen Atlantikern einerseits, und Skeptikern, für die sich Braml hier in den Ring wirft, andererseits eine höhere Stufe.

Die Köter der Atlantiker werden unterdessen weiter kläffen, wie zum Beispiel hier.

T:I:S, 20. Februar 2012. Siehe auch die Beiträge unter Euro greift Dollar an 

Anmerkung

(1) Josef Braml: Was wir davon haben werden. Amerika wählt. Politische Studien 441, Zweimonatszeitschrift für Politik und Zeitgeschehen, 63. Jahrgang | Januar-Februar 2012 | ISSN 0032-3462 | € 4,50, .pdf-Datei, S. 37-49. Zusammenfassung bei German Foreign Policy

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Mark Twain

Comments on the Moro Massacre

Moro Crater Massacre, 12. März 1906. T:I:S, 13. Februar 2012

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Thomas Immanuel Steinberg

 Afghanistan-Befreier posieren vor US- und SS-Fahne

Angehöriges des US Marine Corps, sogenannte Sniper Scouts, posierten im September 2010 vor einer großen US-Fahne und einer gleich großen  Fahne mit weißen SS-Runen auf blauem Grund. Das Ereignis soll sich im Distrikt Sangin der afghanischen Provinz Helmand zugetragen haben. 

Die Military Religious Freedom Foundation, offenbar eine Anti-Nazi-Einrichtung, hatte am 9. Februar 2012 von dem Vorgang  berichtet. Sie veröffentliche außerdem das Foto zweier Sniper Scouts, von denen einer mit dem Namensaufnäher "Butler" einen Schießprügel in der Hand hält, auf dem ebenfalls SS-Runen angebracht sind. Dieses Foto soll aus dem Jahre 2004 stammen und im Marine Corps Air Ground Combat Center in Twentynine Palms, Kalifornien, aufgenommen worden sein. (1) 

Associated Press berichtet:

Eine erste Untersuchung der Sache durch das Marine Corps kam zu dem Schluß, daß die Soldaten nicht bestraft werden würden, da keine böse Absicht vorgelegen habe. Die Marines hätten irrtümlich gemeint, das Doppel-S in Form weißer Blitze auf blauem Grund würde auf die Sniper Scouts verweisen... 

An initial Marine investigation into the matter concluded that the troops would not be disciplined because there was no malicious intent. The Marines mistakenly believed the "SS" in the shape of white lightning bolts on the blue flag were a nod to sniper scouts ... (2)

Dumme Jungs waren das also, und ihre Offiziere gerade im Kasino. 

Allerdings hat Verteidigungsminister Leon Panetta weitere Untersuchungen verlangt.

Kommentar

"USA – SA – SS" hatten wir 1969 skandiert, als bekannt wurde, daß US-Soldaten am 16. März 1968 mehrere Hundert unbewaffnete Vietnamesen in My Lai ermordet hatten. My Lai war nämlich, wie wir zutreffend feststellten, ein Massaker von der Art, wie sie die SS, die Wehrmacht und Polizeibataillone zuhauf begangen hatten. 

Die US-Justiz behandelte, wir ahnten es, ihre Massenmörder anschließend ähnlich wie die westdeutsche Justiz die Nazi-Mörder: Von 26 ursprünglich wegen des My-Lai-Massakers angeklagten US-Soldaten wurde genau einer, der Leutnant William Calley, wegen Totschlags von 22 Dorfbewohnern zu lebenslanger Haft verurteilt, stand aber tatsächlich nur dreieinhalb Jahre unter Hausarrest.

Was wir 1969 befürchtet hatten, daß nämlich die US-Regierungen in Vietnam, wie die Nazis in Europa, massenweise Massenmorde begangen hatten und begehen würden, das wissen wir heute: Mehrere Millionen Vietnamesen waren von den US-Streitkräften ermordet worden.

Heute wissen wir auch, daß die US-Streitkräfte Vergleichbares im Irak und in Afghanistan angerichtet haben und noch anrichten.

Die vermeintlich dummen Jungs von den US Marines in Afghanistan hatten also bei ihrer Emblem-Auswahl durchaus einen guten Riecher.

T:I:S, 12. Februar 2012

(1) Marine Corps Times, 9. Februar 2012

(2) New York Times, 10. Februar 2012 

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Der militärisch-industrielle Komplex

Interaktive Karte zur personellen Verflechtung der fünf großen US-Rüstungskonzerne mit der US-Regierung, 

nämlich Boeing, General Dynamics, Lockheed Martin, Northrop Grumman und Raytheon

Click to explore the map. Requires Flash 7+ and Javascript. T:I:S, 24. Januar 2012 

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Occupy USA – und die Militarisierung von Arbeitskämpfen

Alle Blicke richten sich auf Longview

 Labournet.de, .pdf-Datei, 14. Januar 2012, plus Video, 13 Minuten. T:I:S, 18. Januar 2012

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David Harvey

The Party of Wall Street Meets its Nemesis 

[Nemesis – gerechte Vergeltung]

Auszüge

... The Party of Wall Street has one universal principle of rule: that there shall be no serious challenge to the absolute power of money to rule absolutely. And that power is to be exercised with one objective. Those possessed of money power shall not only be privileged to accumulate wealth endlessly at will, but they shall have the right to inherit the earth, taking either direct or indirect dominion not only of the land and all the resources and productive capacities that reside therein, but also assume absolute command, directly or indirectly, over the labor and creative potentialities of all those others it needs. The rest of humanity shall be deemed disposable.

These principles and practices do not arise out of individual greed, short-sightedness or mere malfeasance (although all of these are plentifully to be found). These principles have been carved into the body politic of our world through the collective will of a capitalist class animated by the coercive laws of competition. If my lobbying group spends less than yours then I will get less in the way of favors. If this jurisdiction spends on people’s needs it shall be deemed uncompetitive...

... But now for the first time there is an explicit movement to confront The Party of Wall Street and its unalloyed money power. The “street” in Wall Street is being occupied – oh horror upon horrors – by others! Spreading from city to city, the tactics of Occupy Wall Street are to take a central public space, a park or a square, close to where many of the levers of power are centered, and by putting human bodies in that place convert public space into a political commons, a place for open discussion and debate over what that power is doing and how best to oppose its reach. This tactic, most conspicuously re-animated in the noble and on-going struggles centered on Tahrir Square in Cairo, has spread across the world (Plaza del Sol in Madrid, Syntagma Square in Athens, now the steps of Saint Paul in London as well as Wall Street itself). It shows us that the collective power of bodies in public space is still the most effective instrument of opposition when all other means of access are blocked. What Tahrir Square showed to the world was an obvious truth: that it is bodies on the street and in the squares not the babble of sentiments on twitter or facebook that really matter...

ZCommunications, 2. November 2011. T:I:S, 6. Januar 2012

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Stephen Lendman

Obama Year Three: Continuing His "Rogue Agenda"

... Obama exceeded the worst of George Bush. With another year in office and likely reelection, he'll continue waging permanent wars, flaunting democratic values, imposing repressive police state harshness, concentrating wealth and power disproportionately, destroying the nation's middle class, turning workers into serfs, and making the country more than ever unfit to live in...

GlobalResearch, 26. Dezember 2011. T:I:S, 28. Dezember 2011

Fortsetzung

von Sephen Lendman auf GlobalResearch: Obama's America: Tyranny and Permanent War, 2. Januar 2012. Siehe auch Ergänzung 

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Mark Bruzonsky, US-Journalist

Die US-Israel-Lobby blockiert die Zwei-Staaten-Lösung für Palästina / Israel, und das US-Imperium kollabiert

Unredigierte Auszüge

... The two-state solution is now dead with the possible exception that you would have to roll back a tremendous number of things that have happened; that's not going to happen. 

The reason that is not going to happen is not because President Obama is not a smart man, not because he doesn't know that cancer has gotten a lot worse; he knows all that. He also knows that politically he is totally blocked. There is no way in the world he can come up against the Israeli Jewish lobby and their great group of institutions, personalities and foundations - no way. He knows it...

... Our own empire is collapsing financially, morally, and spiritually in terms of the credibility of American institutions. We don't feel it so much in Washington, but around the country, the Tea Party and the other movements is representative of a feeling that our future is dissolving in our place in the world, and our standard of living and what we are providing for our children. There is big conflict here and we don't have the resources to continue these policies even if you want to argue the policies are right.

PressTV Iran, Video, 24 Minuten, 5. Februar 2011. T:I:S, 22. Dezember 2011

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Newt Gingrich:

"Erfindung" und "tragische Kriegsunterstützung" 

Newt Gingrich, US-Republikaner und als Nachfolger von Obama im Gespräch: 

I think that we've had an invented Palestinian people who are in fact Arabs, and who were historically part of the Arab community. And they had a chance to go many places, and for a variety of political reasons we have sustained this war against Israel now since the 1940s, and it's tragic.

 New York Times, auch Video, anderthalb Minuten

Gingrich hat sich u.a. durch Wechselreiterei und Fox-News-Beiträge zum Multimillionär hochgearbeitet.

Zuschrift

Jetzt müssen sich Gingrichs Kontrahenten, man könnte sie wohl auch Mitstreiter nennen, aber was überlegen, um diese Vorlage noch zu toppen. Die Bachmann ist instinktiv , wenn auch wohl nur aus Dussligkeit, in die richtige Richtung gegangen, als sie ankündigte, sie werde als Präsidentin gleich mal die US-Botschaft in Teheran schließen. Was noch? Der Sinai muss wieder israelisch werden! Palästinenser raus aus Feuerland! Und was ist mit Ägypten? Herzl sagte zwar mal: "Nein, Ägypten wollen wir nicht. Da waren wir schon." Aber, ganz ehrlich, ist das wirklich ein Argument?

Zusatz

... Den Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern bezeichnete Gingrich als «wahnhaft». Den Entscheid von Präsident Barack Obama, die Palästinenser auf der gleichen Stufe wie Israel zu behandeln, sei ein «begünstigen von Terroristen». (sda)

Südostschweiz.ch , 10. Dezember 2011

T:I:S, 10. Dezember 2011

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Thomas Immanuel Steinberg

Bald alle Erdenbürger gleich vor dem US-Gesetz?

Bisher dürfen US-Streikräfte und -Geheimdienste Ausländer ungehemmt, US-Bürger aber nur eingeschränkt einsperren, foltern oder ermorden. Geht es nach der überwältigenden Mehrheit in US-Senat und -Repräsentantenhaus, so kann demnächst das US-Militär auch jeden US-Bürger ohne Anklage und ohne richterlichen Entscheid zeitlich unbegrenzt einsperren.

Das sieht der "National Defense Authorization Act for Fiscal Year 2012" vor, siehe Wikipedia Englisch.. Laut American Civil Liberties Union verzögert sich die Verabschiedung noch durch eingebrachte Amendments (Zusätze zum Gesetz). Verhindert werden könne das Gesetz dagegen wohl nur noch durch das Veto des US-Präsidenten.

Legt er sein Veto ein, dann sollte er seine Zahnbürste immer bei sich haben.

T:I:S, 7. Dezember 2011

Ergänzung

Obama unterzeichnet den National Defense Authorization Act. Michel Chossudovsky, 1. Januar 2012. Auf Deutsch: Das Jahr 2012 beginnt mit der Errichtung des Polizeistaates USA. Luftpost Kaiserslautern / Ramstein, .pdf-Datei. T:I:S, 3. und 8. Januar 2012. Siehe auch Fortsetzung

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/reusa.htm#Erdenbuerger  

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95 Prozent der Araber blicken durch

Only five percent think that the United States is driven by a desire to spread human rights, or to promote democracy.

Ergebnisse einer Stimmungsumfrage in Ägypten, den VAE, Marokko, Libanon und Jordanien. 

USNews, 21. November 2011. T:I:S, 23. November 2011

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US press 'freedom'

Pepe Escobar, 22. November 2011. T:I:S, 22. November 2011

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Thomas Immanuel Steinberg

Anstoßfinanzierung der Occupy-Bewegung stinkt

Unter dem Titel

Here's the risk: Occupy ends up doing the bidding of the global elite. History shows us it is easy for 'grassroots' campaigns to become co-opted by the very interests they are fighting against

schreibt Patrick Henningsen im Guardian vom 15. November 2011

... The original call for Occupy Wall Street came from non-profit international media foundation Adbusters. Like many non-profits, Adbusters receives its funding and operating capital from other behind-the-scenes organisations. According to research conducted by watchdog Activistcash, Adbusters takes a significant portion of its money from the Tides Foundation, an organisation partnered with one of Wall Street billionaire oligarch George Soros's foundations, the Open Society Institute [see footnote]...

... • This footnote was added on 17 November 2011. Adbusters points out that 95% of its income comes from subscriptions to its magazine and that the Tides Foundation is a 'fiscal sponsor' which takes donations from US citizens and passes them on.

Wie viele Stiftungen, so erhält demnach auch die Tides Foundation, eine Partnerorganisation von George Soros' Open Society Institute, Zustiftungen von nicht bekannter oder nicht bekanntgegebener Seite; hier von "US-Bürgern", die angeblich aus steuerlichen Gründen ihre für Adbusters bestimmten Spenden über die Tides Foundation leiten.

Das heißt: Die Finanzierung von Adbusters, also die Anstoßfinanzierung der US-Occupy-Bewegung, stinkt heftig, noch heftiger, als es der Guardian-Autor selbst zunächst aufgezeigt hat. 

T:I:S, 22. November 2011

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Knut Mellenthin

Mordserie mit Drohnen

Obama läßt die Hinrichtungseinsätze gegen Pakistan fortsetzen

... Barack Obama hat seit seiner Amtsübernahme im Januar 2009 die Einsätze bewaffneter Drohnen gegen Ziele in Pakistan vervielfachen lassen. Der Angriff vom Mittwoch war, einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP zufolge, der 63. in diesem Jahr. 2010 gab es mehr als 100 Attacken. Die Gesamtzahl der während Obamas Präsidentschaft durch solche Operationen getöteten Menschen wird auf mehr als 1500 geschätzt. »Hochrangige Ziele« oder Personen, von denen wenigstens der Name bekannt ist, sind äußerst selten unter den Opfern...

junge Welt  17. November 2011. T:I:S, 17. November 2011

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Thomas Immanuel Steinberg

Sigmar Gabriels und Obamas Judenhaß, Broders Selbsthaß und die Schimäre vom klassenneutralen Staat

"Eigentlich irgendwie seltsam", läuft Christian Ortner sich warm, holt noch mal Luft und stößt schließlich hervor

Eine „jüdische Verschwörung in Banken und Medien“ mit dem Ziel, „die Macht in Amerika zu übernehmen“, behaupten [Occupy-Wall-Street-] Demonstranten ebenso unwidersprochen wie, dass „die Judeo-Kapitalisten der Staatsfeind Nummer 1“ seien.

Deshalb zeigen nicht nur Barack Obama, der deutsche SPD-Chef Siegmar [gemeint: Sigmar] Gabriel, sondern auch amerikanische Nazi-Organisationen auf ihren Heimatseiten Sympathien für diese Bewegung.

Nun ist raus, was in ihm quoll, und Broders Achse hat's verlinkt. Der unterdessen überrascht die Seinen mit der Beobachtung, daß es in US-Läden nichts zu kaufen gibt, was in den USA hergestellt wird. Wer kein Broder-Fan ist  – und davon gibt's ein paar  –  weiß längst, woran das liegt: Waffenproduktion ist der Kern des US-amerikanischen Outputs, und um ihn herum verfault das Fleisch; halbwegs Sinnvolles produziert wird inzwischen anderswo.

Auch Broder hat davon gehört. Er benennt die Krankheit, teutonisch wie gewohnt, 

Einer der Gründe - wenn nicht der Grund überhaupt - dafür, dass Amerika wirtschaftlich am Arsch ist...

und verwirft die Kurmittel:

... am Arsch ist und alle “incentive programs” und “stimulus packages” der Obama-Regierung nix nutzen, liegt im systematischen Auslagern der Arbeitsplätze, vor allem nach China und Indien.

Das sei wohl schlecht für die US-Amerikaner, daß sie nicht mehr herstellen, was sie immer noch brauchen.

Christian Ortner freilich könnte Broders lichten Moment so kommentieren:

Eigentlich irgendwie seltsam, daß jetzt auch der Broder dem berüchtigten NS-Stereotyp vom schaffenden und vom raffenden Kapital aufsitzt. Da hat sich der Judenhaß auch in sein Hirn hineingefressen. Ein klarer Fall von Selbsthaß.

Das tut Ortner aber nicht, sondern schreibt August Bebel erst einmal ein Bonmot zu, das Bebel weder geäußert, noch gebilligt hat, um dann die Occupy-Wall-Street-Demonstranten für doof zu erklären:

Dass nicht die Banken, sondern die Regierungen im Wege der exzessiven Kreditaufnahme bei ebendiesen Banken (die deshalb nun wanken) Ursache der aktuellen Finanzkrise sind, scheint sich irgendwie weder via Twitter noch via Facebook zu den jugendlichen Helden des antikapitalistischen Kampfes herumgesprochen zu haben. Sonst würden sie vor den Parlamenten demonstrieren und nicht vor den Banken.

In Wahrheit haben die New Yorker Demonstranten die Ursache der Krise recht gut im Auge. Ortner, das Sandmännchen (1), will ihnen hineinstreuen, das US-amerikanische Finanz- und Rüstungskapital gewähre seinen Abgeordneten und Senatoren irgendeinen Spielraum. 

Vielleicht glaubt er selber an seine Gute-Nacht-Geschichte. 

T:I:S, 21. Oktober 2011

Anmerkung

(1) Christian Ortner ist Kolumnist und Autor. Er war Chefredakteur und Herausgeber der “WirtschaftsWoche” (Österreich) und des Magazins “Format”. Seine Texte erscheinen unter anderem in den österreichischen Tageszeitungen “Die Presse” (jeden Freitag) und “Wiener Zeitung” (jeden Samstag) sowie gelegentlich im “Wall Street Journal” und der “Zeit”.

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Thomas Immanuel Steinberg

Anwar al-Awlaki, † 30. September 2011 im Jemen

Schmierentheater um einen kleinen Mordbefehl

Der Prediger Anwar al-Awlaki fiel am 30. September 2011 in Jemen zusammen mit mehreren anderen Menschen einem Drohnenangriff zum Opfer. Das US Department of Justice  (in Deutschland etwa: Generalstaatsanwaltschaft und Innenministerium) hatte zuvor in einem geheimen Vermerk die gezielte Tötung al-Awlakis autorisiert (1). Die CIA soll den Angriff durchgeführt haben.

Die US-Regierung bezeichnete al-Awlaki als Werber für al-Qaida, eine bekanntlich nicht existierende Organisation, und speziell als Werber für AQAP (Al-Qaeda in the Arabian Peninsula). Er habe dort eine Schlüsselrolle gespielt (2).

Mainstream-Aufregung entstand, weil das Mordopfer al-Awlaki die gleiche Staatsangehörigkeit besaß wie seine Mörder und deren Vorgesetzte, bis hinauf zum Oberbefehlshaber Barack Obama: al-Awlaki war US-Amerikaner. Auf der bereits am Tag des Mordes abgehaltenen Pressekonferenz, Video, fünf Minuten, fragte der Journalist Jake Tapper den Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, nach Beweisen dafür, daß al-Awlaki sich strafbar gemacht habe. Der Sprecher mochte keine Beweise vorlegen, charakterisierte aber das Mordopfer als besonders schlimmen Finger. Dann insistierte der Journalist auf dem Punkt, der die Mainstream-Medien bewegt hatte, der US-Staatsbürgerschaft des Opfers: ob denn die Regierung nicht erkennen wolle, daß es einige Leute störe, wenn der Präsident sich das Recht herausnehme, einen US-Staatsbürger ohne geordnetes Verfahren zu töten. (Minute 2:28 bis 2:50). 

Der Sprecher verweigerte auch auf diese Frage die Antwort, hätte sie doch lauten müssen: Die Regierung der Vereinigten Staaten ermordet bekanntlich jeden, der ihr in die Quere kommt, ganz gleich, welches Land ihm seinen Paß ausgestellt hat (3). Dieses Eingeständnis jedoch hätte einen Teil des Publikums verwirrt, des Teils, der trotz des 11. Septembers 2001 in dem Kinderglauben verharrt, der gewählten Regierung eines Staates sei am Staatsvolk mehr gelegen als an andern Völkern.

Der zweite Mime in diesem Schwank war der Fragesteller. Jake Tapper ist seit Herbst 2008  leitender White-House-Korrespondent des Mediengiganten ABC News, die mit dem Slogan wirbt: 

More Americans get their news from ABC News than from any other source.

Mehr [US-]Amerikaner bekommen ihre Nachrichten von ABC News als aus jeder anderen Quelle.

Tapper hat Journalistenpreise bekommen, so den Emmy Award für seine Reportage über den Amtsantritt von Obama (4). Dick eingebettet in die kriminellen Strukturen des US-amerikanischen Herrschaftssystems, hat er nie einen Einwand erhoben gegen Obamas Befehle zur Ermordung von Afghanen, Irakern, Pakistanis oder Libyern. Aber er muß sein Publikum in dem anderen Kinderglauben wiegen: daß es US-Mainstream-Journalisten mehr um US-Amerikaner zu tun sei als um andere Menschen. 

Darum das Schmierentheater.

T:I:S, 8. Oktober 2011  

Anmerkungen

(1) The Justice Department wrote a secret memorandum authorizing the lethal targeting of Anwar al-Aulaqi, the American-born radical cleric who was killed by a U.S. drone strike Friday, according to administration officials. Washington Post, 30. September 2011

(2) Al-Awlaki's death deprives al-Qaida of key recruiting voice, Kansa City Star, 30. September 2011

(3) Gemäß dem strategischen Dauerstreben des Pentagons nach "full spectrum dominance" der US-Streitkräfte zu Lande und zu Wasser, in der Luft, im Weltall sowie auf der Informationsebene gehört die Ausschaltung "feindlicher" Nachrichtenquellen längst zum Standard. Journalisten nach Awlaki-Mord weltweit in Gefahr, Schattenblick, 7. Oktober 2011  

(4) Jake Tapper was named ABC News' senior White House correspondent on November 5, 2008 -- the day after the 2008 presidential election. In 2010, the White House Correspondents' Association awarded him the Merriman Smith Award for presidential coverage under deadline pressure. In 2011, the organization honored him with the same award again. He was a key part of the ABC News coverage of the inauguration of President Obama that was awarded an Emmy Award for Outstanding Live Coverage of a Current News Story. abc NEWS

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Amis gegen Wall Street

Es knallt

alternet.org. Zudem Occupy Wall Street (Server z. Zt. überlastet, 1900 Besucher online). Besser erreichbar ist Global Revolution. Mittlerer Westen: Chicago Mass Action. Boston, Massachusetts. San Francisco, Kalifornien

Und: Occupy Cleveland, Occupy Columbus, OH, Occupy Indiana, Occupy Joplin, MO, Occupy Michigan, Occupy OKC, Occupy OSU (Stillwater), Occupy Toledo, OH, Occupy Wisconsin

Und Occupy Washington, Donnerstag, 6. Oktober 2011.

Das hört nicht mehr auf. T:I:S, 1. Oktober 2011

Nachträge

700 Demonstranten am 1. Oktober 2011 auf der Brooklyn Bridge festgenommen. Videos hier, ARD-Bericht hier

David Graeber, Comment is free, Guardian, nimmt die US-Proteste ernst. N. R. Kleinfield und Cara Buckley, New York Times, versuchen's noch mit Herablassung. Inhaltlich: The Real News und Democracy Now! 

The Transit Workers Union Local 100's executive committee, which oversees the organization of subway and bus workers, voted unanimously Wednesday night [28. September 2011] to support the protesters. Huffington Post

Dorothea Hahn berichtet anschaulich über Occupy Wall Street. taz, 4. Oktober 2011

Kettled - eingekesselt. Democracy Now!, Video, 19 Minuten Bericht und Gespräch mit Aktivistinnen und Journalistinnen über Occupy Wall Street, die Einschüchterungsversuche durch die Polizei und die Verblödung durch die Mainstream-Presse. Viele Fakten. 

Auch: Boston gegen Bank of America, Text und Video, zwei Minuten, und People's Microphone, Video, zwei Minuten

Occupy Wall Street. Ein Video zeigt: Demonstranten wollten gemeinsam eine Polizeikette durchbrechen, und die New Yorker Polizei drosch los. Denn Konzernherren und Banker dürfen zwar dem Volk das Mark aus den Knochen lutschen, aber das Volk darf keinen Polizisten zur Seite stoßen. Denn das wäre ja Gewalt. Video, eine Minute, vom 5. Oktober 2011 abends in New York. Siehe auch den Bericht auf The Real News, 7 Minuten

Etudiants, chômeurs, serveuse... Les indignés de Wall Street témoignent. Text und Bilder von Dorothea Hahn, taz USA und TV5, Frankreich

Žižek at Wall Street: “don’t fall in love with yourselves”. Video, zwei Teile, und Transkript. Spaßig.

Boston Police Brutally Assault Occupy Boston

T:I:S, Stand 11. Oktober 2011

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Knut Mellenthin

Krieg gegen inneren Feind

Antimuslimismus in den USA

junge Welt, 20. September 2011. T:I:S, 21. September 2011. Siehe auch Der Krieg des Tycoons

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Totalitäre Herrschaft

Netanjahus Grabrede für das ungeborene Palästina. Mit Video, 47 Minuten in feinstem US-Amerikanisch: Neunundzwanzig Mal, fast alle zwei Minuten, erhoben sich alle 100 Senatoren und alle 535 Abgeordneten zum Applaus. 

Wer noch nicht begriffen hat, was totalitäre Herrschaft ist, der schaue sich dieses Video an.

T:I:S, 27. Mai 2011. Siehe auch Herrschaft

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Ray McGovern

Ray McGovern Confronts Rumsfeld. Video, zehn Minuten, Anfang Mai 2006, über 100 000 Aufrufe

Hillary Clinton redet weiter, während Ray McGovern aus dem Saal geschleppt und verprügelt wird, Video, eine Minute

Ray McGoverns Verletzungen, Video, 23 Minuten: "Actually, the East Germans were much more gentle." 17. Februar 2011

Ray McGovern auf CounterPunch unter anderm über das Schweigen der Presse, am 24. Februar 2011

T:I:S, 28. Februar 2011

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Alan M. Dershowitz ist Julian Assanges Rechtsberater

Harvard-Professor Alan M. Dershowitz sei der Rechtsberater von WikiLeaks-Gründer Julian Assange, meldet Der Spiegel am 19. Februar 2011.

Als Verfechter von Freiheits- und Menschenrechten mache der 72jährige Dershowitz , so die junge Welt,

keinen rundum integren Eindruck. Seit langem schon rechtfertigt der Jurist die Anwendung der Folter und plädiert für völkerrechtswidrige Kollektivstrafen wie das Zerstören von Häusern und ganzen Dörfern.

Tel Avivs Feldzug gegen den Gazastreifen im Januar 2009, bei dem Hunderte von Unbeteiligten getötet wurden, pries Dershowitz als »völlig verhältnismäßig« und forderte sogar, daß Israel für seine »Selbstverteidigung gegen den Terrorismus« gelobt werden müsse. Den israelischen Überfall auf die internationalen Hilfsschiffe für Gaza im Mai 2010 fand er zwar letztlich politisch unklug, aber rechtlich über jeden Zweifel erhaben.

Mit besonderem Haß verfolgt Dershowitz Juden, die kritisch zum zionistischen Staat stehen oder auch nur einige von dessen Praktiken kritisieren. So bezeichnete er Richard Goldstone, den Verfasser einer UNO-Untersuchung zum Gaza-Feldzug, im Februar 2010 mit einem sehr bösartigen hebräischen Ausdruck als »Verräter«.

Daß ausgerechnet dieser Widerlingden WikiLeaks-Gründer berät, fügt sich ins Bild, das SteinbergRecherche von Assange gewonnen hat, siehe Damit wir die Blutsuppe löffeln , Der größte Betrug seit dem 11. September und WikiLeaks - Links und Kommentare.

T:I:S, 21. Februar 2011

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/reusa.htm#Dershowitz 

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Aftenpostens Atombombe

Irans skjulte jakt på atombomben, findet die norwegische Aftenposten heraus, und sagt's sicherheitshalber auch gleich auf Englisch

Iran in secret pursuit of nuclear bomb... Through the means of straw companies, intermediaries and forged end user certificates, Iran has been developing contacts in more than thirty countries, in order to acquire the technology, equipment and raw materials needed to develop a nuclear bomb. According to a search Aftenposten has made through several hundred secret documents from the American Foreign Office and American embassies worldwide during the period from 2006 to 2010, more than 350 Iranian companies and organisations are involved in the pursuit of nuclear-and missile technologies. For years, Iran has been working systematically to acquire the parts, equipment and technology needed for developing such weapons, in violation with the UN sanctions against the country’s nuclear-and missile program.

Das ist die Ausbeute der Zeitung aus 250 000 geleakten US-Depeschen. 46 davon hat sie ins Netz gestellt. Donnerwetter, was für eine Pressefreiheit! 

Wie Aftenposten an die Depeschen gelangt ist und wer ihr bei der Auswertung unter die Arme gegriffen hat, ist nicht bekannt, wohl aber ist klar, wer von dem Schwindel profitiert, siehe Betrug.

T:I:S, 17. Januar 2011. siehe auch Norwegische Ente. Aftenposten: 46 Wikileaks-Depeschen, die Iran belasten sollen. Von Knut Mellenthin

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/reusa.htm#Atombombe

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Thomas Immanuel Steinberg

Der Rächer von Monsanto

US-Botschafter Craig Roberts Stapleton forderte "Vergeltung" in Sachen EU-Gen-Mais-Verbot

Hintergrund: Außer in Spanien hatte sich Gen-Mais, insbesondere der Sorte MON810-Bt (gegen Maisschädlinge) des US-Konzerns Monsanto, bis 2007 in der EU nicht durchgesetzt. 

Craig Roberts Stapleton forderte 2007 als US-Botschafter in Paris in einer Depesche an das US-Außenministerium, .doc-Datei, "Vergeltung" für die französischen Maßnahmen gegen gen-veränderte Nahrungsmittel. 

Er faßt zusammen:

Die Pariser Botschaft empfiehlt der US-Regierung, unsere Verhandlungsposition mit der EU über landwirtschaftliche Biotechnologie zu stärken, indem wir eine Liste von Vergeltungsmaßnahmen veröffentlichen, wenn der "angemessene Zeitraum" ausläuft. Aus unserer Sicht bewegt sich Europa in dieser Sache rückwärts und nicht vorwärts, wobei Frankreich, zusammen mit Österreich, Italien und sogar der [Europäischen, T:I:S] Kommission eine führende Rolle spielt. In Frankreich wird der "Grenelle"-Umweltprozeß in Gang gesetzt, um wissenschaftlich fundierte Entscheidungen zugunsten einer Bemessung am "Gemeinwohl" zu umgehen. In Verbindung mit dem Vorsorgeprinzip ist das ein Präzedenzfall mit Folgen weit über den  MON810-Bt-Maisanbau hinaus. Der Schritt zu Vergeltungsmaßnahmen wird verdeutlichen, daß der augenblickliche Weg wirklich auf Kosten der EU-Interessen geht, und könnte europäische Pro-Biotech-Stimmen stärken helfen. In der Tat hat die Pro-Biotech-Seite in Frankreich auch im Bauernverband uns gesagt, daß Vergeltung die einzige Methode ist, damit zu beginnen, dieser Sache in Frankreich eine Wendung zu geben.     

Unter 6. führt dann der Botschafter aus:

Das Landes-Team Paris empfiehlt, daß wir eine zielgenaue Liste von Vergeltungsmaßnahmen erstellen, die der EU als ganzer einige Schmerzen bereitet, denn es handelt sich um eine gemeinsame Verantwortung, die zugleich teilweise auf die schlimmsten Schuldigen fokussiert. Die Liste sollte weniger bösartig denn angemessen und langfristig aufrechterhaltbar sein, da wir keinen schnellen Sieg erwarten sollten.

Mehr über Stapleton unter Wikipedia.

T:I:S, Übersetzung und Links, 28. Dezember 2010

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Ein Lehrstück in bürgerlicher totalitärer Herrschaft

Matthew Lee, Associated Press: Wie steht die US-Regierung zum Fall Abdallah Abu Rahmah? 

Wie steht die US-Regierung zum Fall Abdallah Abu Rahmah aus Bil’in im besetzten Westjordanland, fragt Matthew Lee von Associated Press – wieder und wieder. Der Staat Israel hält den gewaltfrei vorgehenden palästinensischen zivilen Ungehorsamen gefangen.

Statt zu antworten, stammelt Philip J. Crowley wieder und wieder, der Fall werde geprüft. Crowley ist Assistant Secretary und Leiter des Bureau of Public Affairs im US-Außenministerium unter Hillary Clinton und Barack Obama.

Text und Video, sechs Minuten. Philip Weiss, 17. Dezember 2010. T:I:S, 19. Dezember 2010

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Thomas Immanuel Steinberg

Damit wir die Blutsuppe löffeln

WikiLeaks und die Kellner

Nijirah al-Sabah berichtete am 10. Oktober 1990 vor dem US-Kongreß über angebliche irakische Greuel während der Invasion Kuwaits. Sie habe gesehen, wie irakische Soldaten in ihrem Krankenhaus Säuglinge aus den Brutkästen geholt und sie auf dem kalten Boden hätten sterben lassen.

al-Sabahs Bericht ebnete der Bush-Senior-Regierung den Weg zum US-Überfall auf den Irak 1991.  amnesty international hatte das Greuelmärchen monatelang wiedererzählt. Vor allem deshalb wurde es geglaubt.

Heute haben es die Imperialisten schwerer, uns die Blutsuppe schmackhaft zu machen. Nicht nur müssen sie, wie alle erfolgreichen Propagandisten, ihre Lügen mit aufregenden Tatsachen verrühren. Der Koch sollte ein Rebell sein, oder mindestens so rebellisch aussehen wie amnesty international. Schließlich aber braucht es zuverlässige Kellner, höfliche Herren in Livree, die von der richtigen Seite zu servieren verstehen.

WikiLeaks-Sprecher Assange gilt als Rebell und mag sich selber für einen halten – aber er ist keiner. Laut New Yorker vom 7. Juni 2010 verkündete er 2006: 

Our primary targets are those highly oppressive regimes in China, Russia and Central Eurasia, but we also expect to be of assistance to those in the West who wish to reveal illegal or immoral behavior in their own governments and corporations.  WikiLeaks and Julian Paul Assange : The New Yorker

Unser oberstes Ziel sind diese hochgradig repressiven Regime in China, Rußland und Zentralasien, doch wir erwarten auch, hilfreich für diejenigen im Westen zu sein, die illegales oder unmoralisches Verhalten in ihren eigenen Regierungen und Unternehmen aufdecken wollen.

Mit solchen und ähnlichen Äußerungen dürfte Assange laut Michel Chossudovsky, Global Research, Who is Behind Wikileaks? einen Teil seiner westlichen Finanziers gewonnen haben. Als Kellner hat er nicht die halbwegs rebellische Huffington Post, nicht salon.com engagiert, sondern unter anderm die New York Times, deren Mitarbeiterin Judith Miller mit falschen Berichten über irakische Massenvernichtungswaffen die US-Mordmaschine für den Überfall auf den Irak 2003 schmierte.

Michel Chossudovsky listet in seinem Beitrag auf, mit wem die New York Times verbandelt ist: mit der US-Herrschaftselite, die es jetzt auf den Iran abgesehen hat. Zwar enthalten die bisher veröffentlichten US-Depeschen zahlreiche Hinweise auf Lumpereien westlicher Lakaien, aber das Medienecho auf alles lautet, es gelte den Iran zu unterwerfen.  

Dem Kämpfer gegen China, Rußland und Mittelasien, Julian Assange, soll nun die Schöpfkelle aus der Hand geschlagen werden, heißt es. In Wahrheit zielen Regierungen und Mainstream-Medien, neben dem Iran und anderen unbeugsamen Gegenden, auf den Feind im Internet und auf der Straße: auf uns.

T:I:S, 14. Dezember 2010. Siehe auch Sex, Lies, Iran, Israel and Wikileaks. Anthony Lawson, Video, 11 Minuten

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/reusa.htm#Blutsuppe  

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Thomas Immanuel Steinberg

Der größte Betrug seit dem 11. September

Was die Spatzen von den Dächern pfeifen, hat F. William Engdahl bei Global Research auf den Punkt gebracht unter dem Titel 

Wikileaks: A Big Dangerous US Government Con Job

WikiLeaks: Ein großes gefährliches Betrugsmanöver der US-Regierung

Engdahl:

Die 250 000 Depeschen waren auch ohne WikiLeaks einem riesigen Nutzerkreis zugänglich.

Keine von WikiLeaks verbreitete Depesche war streng geheim.

WikiLeaks hat die Auswahl und Kontextualisierung der Depeschen Mainstreammedien überlassen. Bei der New York Times ist David E. Sanger dafür zuständig. Sanger ist Mitglied des Council on Foreign Relations und der Aspen Institute Strategy Group,  "together with the likes of Condi Rice, former Defense Secretary William Perry, former CIA head John Deutch, former State Department Deputy Secretary and now World Bank head Robert Zoellick among others."

Assange sagt, er halte die US-Regierungsversion vom 11. September 2001 für zutreffend (1) und die Bilderberg-Gruppe für ein normales Treffen zwischen Leuten.

Die Absicht, die hinter dem WikiLeaks-Betrug stecken könnte: den freien Zugang zum Internet beenden. In den USA werden bereits jetzt Internetauftritte gesperrt, und zwar ohne jede rechtliche Grundlage. Bei Adreßaufruf erscheint dann auf dem Bildschirm dieser hübsche Zettel:

Quelle siehe http://torrent-finder.com

Was nun, fragt Engdahl.

GlobalResearch, T:I:S, 11. Dezember 2010. Siehe auch WikiLeaks. Korrigiert am 13. Dezember 2010: Nicht der "Inhalt der Depeschen stützt die Position der Regierung der Vereinigten Staaten", hat Engdahl behauptet, sondern Auswahl und Bearbeitung der Depeschen durch die Mainstram-Medien. Dank an den kritischen Leser. T:I:S 

Kopp online, ein Kommerzportal mit seriösen und absurden Sensationsmeldungen, hat Engdahls Ausführungen zum WikiLeaks-Betrug  offenbar zugleich auf Deutsch veröffentlicht. (2) Mein Parteibuch Blog hält Engdahls Schlüsse für abwegig. T:I:S, 13. Dezember 2010

Anmerkungen

(1)

I'm constantly annoyed that people are distracted by false conspiracies such as 9/11, when all around we provide evidence of real conspiracies, for war or mass financial fraud.

Mich ärgert ständig, daß Leute durch falsche Verschwörungen wie den 11. September abgelenkt werden, während wir rundum Beweise für wirkliche Verschwörungen zu Krieg oder finanziellem Massenbetrug liefern. 

 Julian Assange laut Matthew Bell, Belfast Telegraph, Monday, 19 July 2010

Siehe dagegen Elfter September, Kommentar von T:I:S zu Elias Davidsson und zum gegenwärtigen totalitären Herrschaftssystem

(2) Korrigiert am 15. Dezember 2010. Dank an Mein Parteibuch.

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/reusa.htm#Betrug  

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WikiLeaks

Links und Kommentare

Andrew Gavin Marshall. Wikileaks and the Worldwide Information War.Power, Propaganda, and the Global Political Awakening. Global Research, December 6, 2010 / Wikileaks et la Guerre Mondiale de l’Information. Michel Collon, 9 mars 2011

Gaza-Massaker. Atrocities are all right in U.S. eyes if Israel commits them. Kathleen Christison, CounterPunch

The Guardian, übel wie die übrigen vier von Wikileaks mit 250 000 US-Depeschen beglückten Mainstream-Medien (Spiegel, Figaro, El País und New York Times). Media Lens

Norwegische Ente. Aftenposten: 46 Wikileaks-Depeschen, die Iran belasten sollen. Von Knut Mellenthin. Siehe auch Aftenpostens Atombombe

Wikileck des Tages. Gysi-Gespäch. US-Botschafter Philip D. Murphy ist ein vielbeschäftigter Mann... jW. Siehe auch Partei Die Linke

251 287 Depeschen im Besitz von Wikileaks sind bisher nicht veröffentlicht. Cryptome

Wie das norwegische Blatt Aftenposten unter Berufung auf eine Depesche der nordamerikanischen Botschaft in Israel berichtete, sollen Grenzbeamte bereits im Jahr 2006 – und damit vor der offiziellen Blockade des Gebiets durch Tel Aviv – den Transport von Handelswaren in das palästinensische Gebiet nur gegen Zahlung von Bestechungsgeldern zugelassen haben. junge Welt

WikiLeaks cables: Bangladeshi 'death squad' trained by UK government. WikiLeaks Reveals U.S. Twisted Ethiopia's Arm to Invade Somalia. Germany Denies Secret Spy Project With U.S. Mehr unter xymphora

We shall never know and will never fully understand the truth behind any Israel-connected event as long as the cables remain only in the hands of the mainstream media. CounterPunch

WikiLeaks tröpfelt nur noch. Durchschnittlich werden 20 Depeschen von insgesamt 260.000 veröffentlicht - was läuft falsch? Florian Rötzer

Die »Wikileaks-Dokumente« aus dem US-Außenministerium dienen zunehmend der politischen Manipulation. Während über 99 Prozent des Materials der Öffentlichkeit immer noch vorenthalten werden, bedient sich die Mainstream-Presse aus den Schubladen. Knut Mellenthin

Der WikiLeaks-Betrug läuft wie geschmiert. Aftenposten, Norwegen, zitiert eine US-Depesche und schließt laut Ha'aretz, Israel, messerscharf, "that the Syrian government was active in organizing the riots that broke out in 2006 following the publication of controversial cartoons of the Prophet Mohammed".  

WikiLeaks / Spiegel / Gysi. Streichen, kürzen, verschweigen. Partei Die Linke

Über tatsächliche Widersprüche zwischen israelischer und US-amerikanischer Politik erfährt man aus den bisher veröffentlichten Dokumenten jedoch so gut wie nichts. Knut Mellenthin

Warum Wikileaks jetzt noch volle sechs Monate braucht, um alle Depeschen der US-Botschaft in Tel Aviv zu veröffentlichen, erläuterte Julian Assange in seinem Gespräch mit Al-Dschasira nicht. Möglicherweise hat es doch etwas mit einer beabsichtigten Auswahl und Bearbeitung der Dokumente zu tun. Knut Mellenthin

Front for Intelligence. The Case Against Wikileaks (PART III). Lila Rajiva 

WikiLeaks will release top secret American files concerning Israel in the next six months, its founder Julian Assange disclosed. The Peninsula, Qatar

Michel Collon, Video, acht Minuten. Wikileaks et Cantona servent-ils à quelque chose? 

Na, das klappt doch prima. haGalil, das zionistische deutsche Internetportal titelt: Iran schmuggelt weltweit Waffen an Terrorgruppen – Neues von WikiLeaks. Quellen für die Behauptung sind afp, Reuters, ynetnews, MSNBC usw. Und diese stützen sich auf die Depeschen der US-Botschaften an das US-Außenministerium, die WikiLeaks den fünf westlich-kapitalistischen Organen NY Times, Spiegel, Figaro, El País und Guardian zur Auswertung und Verbreitung überlassen hat. Anmerkung: Manche meinen, Assange und seine Truppe seien naiv gewesen, als sie die Depeschen den Dunkelmännern vom Dienst zur Auswertung überlassen haben. Vielleicht. Doch eine derartig bodenlose Naivität - unter Vortäuschung höchster Professionalität - wäre ebenso Betrug wie die viel wahrscheinlichere Verabredung zum Betrug. Es wäre Hochstapelei von der verwerflichsten Sorte.     

Julie Lévesque. Who's Who at Wikileaks? Global Research. Viele Hinweise auf teils enge Verbindungen zu Freedom&Democracy-Organisationen

Für die spanisch-sprachige Welt wertet El País die WikiLeaks-Depeschen aus. Eigentümer ist die PRISA, die mehrheitlich der Investorengruppe um Nicolas Berggruen gehört. Berggruen ist unter anderm Eigentümer von Karstadt. Über PRISA und Spiegel siehe Fidel Castro 

Für die Frankophonen auf der Welt wertet Le Figaro die WikiLeaks-Depeschen aus. Die Pariser Tageszeitung gehört dem Rüstungsindustrieellen Serge Dassaut, Group Dassaut, und berichtet entsprechend. Serge Dassaut ko-finanziert die Reporter ohne Grenzen, siehe dort Kritik.  

Oliver Janich, dem Deutschland zwei brauchbare Artikel über den 11. September in einem Mainstream-Medium namen Focus Money verdankt, hält WikiLeaks für einen "Megahype, der uns der sogenannten 'Neuen Weltordnung' ein gutes Stück näher bringt." 

Keine Enthüllung. "Im November vergangenen Jahres erläuterte Gysi - dem Dokument zufolge "gesellig und in Plauderlaune" - dem US-Botschafter bei einem Besuch, die Forderung der Linken nach Abschaffung der Nato sei in Wirklichkeit ein Weg, den gefährlicheren Ruf nach einem Rückzug Deutschlands aus dem Bündnis zu verhindern. Für eine Auflösung der Nato sei ja die Zustimmung der USA, Frankreichs und Großbritanniens nötig. Und das sei unrealistisch." Diese angebliche WikiLeaks-Enthüllung über Gysi Im Spiegel ist keine, siehe Partei Die Linke

Tatsächlich im Original veröffentlicht ist bisher nicht einmal ein halbes Prozent des gesamten Materials. Damit liegt die Interpretationshoheit über das brisante Material nun ausgerechnet bei jenen Medien, die zuvor die amerikanische Außenpolitik vielfach unkritisch und wohlwollend begleitet haben. Harald Schumann

Man weiß, daß Assange in großem Umfang Depeschen an fünf transnationale Informationskonzerne verteilt hat, die derzeit das Monopol über viele Nachrichten haben, darunter solche Söldner, Reaktionäre und Profaschisten wie die spanische PRISA-Gruppe und der deutsche Der Spiegel, die diese nutzen, um die revolutionärsten Länder anzugreifen. Fidel Castro

Do we know "who is behind Wikileaks"? The Vineyard of the Saker

Ein nützlicher Idiot? Nicht wenige sehen in Julian Assanges Enthüllungsplattform ein Werkzeug westlicher Geheimdienste. Doch sie verwechseln Wikileaks und Mainstreammedien. Rainer Rupp, und Gefiltert. Wikileaks scheitert an Konzernpresse. Rainer Rupp

U.S. Threatens “War on Terror” Allies Over CIA Kidnapping and Torture Programs. Tom Burghardt

Sex, Lies, Iran, Israel and Wikileaks. Anthony Lawson, Video, 11 Minuten

Iran. Desinformation der westlichen Medien zu Wikileaks-Depeschen. meta-info

Offensive gegen Teheran. Hintergrund. Über die Wikileaks-Depeschen, die Mainstreammedien und die Kriegshetze gegen Iran. Von Knut Mellenthin

Wikileaks and Media Disinformation. North Korea, Iran and Belarus. By Gearóid Ó Colmáin

Natürlich ist es reine Spekulation, welche Absicht mit Wikileaks wirklich verfolgt wird. Selbst wenn die erklärten subjektiven Absichten des Wikileaks-Chef Julian Assange, den „Mächtigen in die Suppe zu spucken“, der Wahrheit entsprechen, so lässt sich objektiv festhalten, dass die bisherigen Veröffentlichungen den Propagandisten einer Ausweitung des „War on Terror“ auf andere Länder zusätzliche Munition lieferten, während sie denjenigen, die diesen Kriegen unversöhnlich gegenüber stehen, keine wirklich neue argumentative Munition bescherten. Hintegrund.de

Everything you wanted to know about Wikileaks but didn't know to ask. Julian Assange -
He's a guy with a vague history...
Who travels the world without visible means of support...
His parents: Members of an LSD "cult" that abused kids...
Hmmm...
He's not against war...
He hates the 9/11 truth movement...
He has no info about the Bush or Obama White House...or the Federal Reserve Bank...or Goldman Sachs (but he is helping take down Bank of America)...
His "leaks" paint Pakistan as a threat and foreign politicians the CIA doesn't like as jerks...
He believes Osama is alive...and probably in Pakistan...
Everything else he "leaks" is stuff we all already knew...
The mainstream media loves him...
The right wingers love to hate him and are using him as a justification to censor the Net...
If it looks like a duck, sounds like a duck and smells like a duck...
Another intelligence agency spectacle.

Die Botschaft des Staates Israel - Berlin jubelt über WikiLeaks. "Dann kam Julian Assange und sprengte das Dogma. Die geheimen Berichte, die WikiLeaks veröffentlicht hat, beweisen, dass nicht die Siedlungen, nicht die Besatzung und nicht der israelisch-palästinensische Konflikt die Kernprobleme des Nahen Ostens sind. Die geheimen Emails beweisen, dass die Welt, über die man in Washington, Paris und London spricht, eine Phantasiewelt ist. Assange hat bewiesen, dass keinerlei Verbindung besteht zwischen dem wirklichen Nahen Osten und dem Nahen Osten, von dem man in der Washington Post, in Le Monde und im Guardian spricht. Er legte die Tatsache offen, dass die gesamte arabische Welt heute nur mit einem einzigen Problem beschäftigt ist: Iran, Iran, Iran." Übersetzung. Originalartikel von Ari Shavit in Ha'aretz vom 3. Dezember 2010

WikiLeaks verbreitet plausible Lügen. Global Research.

Suchen in den WikiLeaks-Depeschen unter http://cablesearch.org/ 

Die 250 000 Depeschen bei WikiLeaks beanspruchen nicht mehr als 16 GB Speicherkapazität. Sie gehen auf einen USB-Stick für ca. 30 Euro von MediaMarkt. Bewirkt haben sie bisher Angst bei den ganz Doofen vor einer iranischen Bombe. Immerhin: keine schlechte Rendite. Um die weniger Doofen zu erschrecken, braucht's mehr: zum Beispiel ein Celler Loch. T:I:S

Dreizehn unterhaltsame Minuten mit Ray McGovern, der wiederholt: Die 16 US-Geheimdienste haben im  NIE-Bericht 2007, .pdf-Datei, ohne Gegenstimme festgestellt: Der Iran hat sein Nuklearwaffenprogramm 2003 eingestellt. Und jetzt, 2010, ist die New York Times von vorn bis hinten vollgestopft mit Berichten über die angebliche Bombe. Die New York Times trommelt zum Krieg. Dank WikiLeaks. Der NIE-Bericht 2010 wird unterdessen zurückgehalten. Er dürfte das gleiche sagen wie der von 2007. Es gibt keine iranische Atombombe und kein iranisches Atombombenprogramm. Video, The Real News. Siehe auch Iran

The Brookings Institute just a few months ago released extensive polls of what Arabs think about Iran. The results are rather striking. They show the Arab opinion holds that the major threat in the region is Israel- that’s 80. The second major threat is the United States- that’s 77. Iran is listed as a threat by 10%. Noam Chomsky, Transkript und Video, 34 Minuten

Katastrophal, aber nicht ernst. Zbigniew Brzeziński

Alan Hart macht darauf aufmerksam, daß WikiLeaks-Gründer Julian Paul Assange erklärt hat: “I’m constantly annoyed that people are distracted by false conspiracies such as 9/11, when all around we provide evidence of real conspiracies, for war or mass financial fraud.”

Wikileaks hat sich, um Aufmerksamkeit zu erreichen, auf eine kontraproduktive Zusammenarbeit mit Mainstream-Medien eingelassen, die keinen Konflikt mit der US-Regierung eingehen wollen. Knut Mellenthin

Britischer Botschaftsangehöriger laut WikiLeaks, dem Telegraph zufolge: "We always believed that Ahmadinejad had won the election but that the result was exaggerated. The embarrassing thing for Britain would be to have the depth of our contacts within the factions trying to oust Ahmadinejad exposed. The embassy in Tehran did place its bets on other side winning in Tehran."

Knut Mellenthin zur WikiLeaks-Auswertung durch die beglückten Medien. Im Gleichschritt. Siehe dazu den Jubel von ynet, Israel: Die Welt denkt wie wir. Genau. Wir wollen alle massakriert werden, wenn möglich, von jüdischen Israelis. Oder US-Amerikanern. Steht ja jetzt im Spiegel, im Guardian und so weiter, aus den Quellen von WikiLeaks.

Auch im Guardian 1. von Craig Murray die schlichte Feststellung, daß Botschafter nichts schreiben sollen, was sie nicht auch öffentlich vertreten können. Lug und Betrug sind das Gegenteil von Volksherrschaft, ihr Lakaien, ihr! 2. von Juan Cole: "At most there is high-level gossip in Arab capitals that something should be done, and by someone else. In any case, if this is the anti-Iranian Arab axis, Tehran can sleep peacefully at night."  

Zwei Lakaien, Prof. Dr. Bernd Greiner, Hamburger Institut für Sozialforschung (Jan-Philipp Reemtsmas Laden), und Hans Leyendecker, Süddeutschen Zeitung, fallen über Markus Kompa, Rechtsanwalt und Autor, Münster, her. Thema: WikiLeaks. Audio herunterladen (44:42 min | mp3). Leyendecker fabuliert zum Beispiel, daß die Internationale Atomenergiebehörde Atombombenbau im Iran festgestellt habe. Und: Wir sollen nicht alles wissen, das schadet uns. Aber die Herrschenden, die müssen's; und sich austauschen! Sonst ist nämlich die Demokratie in Gefahr. Die Hörer werden wieder einmal verstehen, was sie unter Demokratie zu verstehen haben. Greiner beklagt, daß WikiLeaks nichts ausgewertet und aufbereitet hat. Deshalb sei die Veröffentlichung nutzlos. Echt! Markus Kompa hält sich tapfer angesichts der beiden Kotzbrocken.

T:I:S, November 2010 ff.

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/reusa.htm#WikiLeaks   

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US-Basen in Georgien, Turkmenistan, Usbekistan, Afghanistan, Pakistan, Dschibuti, Oman, Bahrain, Vereinigte arabische Emirate, Katar, Kuwait, Irak und Türkei


Iran hat seit 200 Jahren kein anderes Land angegriffen. Quelle

Die USA führen seit 200 Jahren nahezu ununterbrochen Angriffskriege auf ihrem Kontinent und gegen den Rest der Welt, oft mehrere Kriege gleichzeitig.

Quellen: U.S. Periods of War, Congressional Research Service vom 14. September 2010, .pdf-Datei und List of wars involving the United States mit Links zu den Quellen

T:I:S, 26. Oktober 2010

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/reusa.htm#Basen   

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Thomas Immanuel Steinberg

Der Krieg des Tycoons

Die US-amerikanische Anti-Defamation League hat den Medien-Tycoon Rupert Murdoch geehrt. Der Gründer und Beherrscher der News Corporation habe sich für Israel und gegen Antisemitismus eingesetzt. Hier Auszüge aus Murdochs Dankesrede auf Deutsch:

[...] Meine eigene Sichtweise ist sehr einfach: wir leben in einer Welt, in der ein Krieg gegen die Juden stattfindet. [...]

Dann kam Phase Zwei. Terrorismus. [...]

Jetzt ist der Krieg in einer neuen Phase. Das ist der weiche Krieg, der Israel zu isolieren versucht, indem er es delegitimiert. Das Schlachtfeld ist überall: Medien ... multinationale Organisationen ... Nicht-Regierungsorganisationen.

In diesem Krieg ist das Ziel, Israel zu einem Paria zu machen.

Ergebnis ist die merkwürdige Situation, die wir heute haben: Israel wird immer mehr ausgegrenzt, während der Iran – eine Nation, die kein Geheimnis daraus macht, die Zerstörung Israels zu wünschen – laut, stolz und ohne erkennbare Furcht vor Zurechtweisung nach Atomwaffen strebt. [...]

Heute möchte ich über zwei Dinge sprechen, die mir am meisten Sorgen bereiten.

Erstens die beunruhigende neue Heimat, die der Antisemitismus in der artigen Gesellschaft gefunden hat – speziell in Europa.

Zweitens, wie Gewalt und Extremismus ermutigt werden, wenn die Welt Israels größten Verbündeten sich vom jüdischen Staat distanzieren sieht. [...]

Heute scheinen die bösartigsten Anstrengungen von der Linken zu kommen. Oft verkleidet sich der neue Antisemitismus als legitime Meinungsverschiedenheit mit Israel. [...]

Der Antisemitismus wird keineswegs von der Hand gewiesen, er erfreut sich der Unterstützung sowohl in den höchsten wie den niedrigsten Bereichen der europäischen Gesellschaft – von den Spitzenpolitikern bis hin zu den weitgehend muslimischen Ghettos. Europäische Juden stecken in dieser Zange. [...]

Unglücklicherweise finden wir Beispiele wie dieses [eines europäischen Ministers, T:I:S] überall in Europa. [...]

Im heutigen Europa kommen manche der ungeheuerlichsten Angriffe auf jüdische Menschen, Symbole und Gotteshäuser aus der muslimischen Bevölkerung. [...]

Das bringt mich zum zweiten Punkt: der Bedeutung guter Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Staaten. [...]

Der Frieden, den wir alle wünschen, wird kommen, wenn Israel sich sicher fühlt – nicht, wenn Washington Abstand nimmt.

Eben jetzt sind wir im Krieg.

Viele Menschen führen diesen Krieg. Manche sprengen Cafés in die Luft. Manche schießen Raketen in Wohnviertel. Manche streben nach Atomwaffen. Manche führen den weichen Krieg, mit internationalen Boykotts und Resolutionen, die Israel verurteilen.

Alle diese Leute beobachten die US-israelischen Beziehungen genau.

In dieser Hinsicht hat mich gefreut, wie der Sprecher des Außenministeriums Amerikas Haltung gestern verdeutlicht hat. Er sagte, daß die Vereinigten Staaten „die Besonderheit des israelischen Staates“ anerkennen. „Er ist ein Staat für das jüdische Volk.“ [...]

Und diese Bedrohungen können erst angegangen werden, wenn wir sie als das sehen, was sie sind: Teil eines laufenden Krieges gegen die Juden. [...]

Weekly Standard, 14. Oktober 2010. T:I:S, Übersetzung, 15. Oktober 2010. Wie die Anti-Defamation League angeblichen Antisemitismus ermittelt, steht unter Hexenküche. Vor Rupert Murdoch hat die Anti-Defation League den italienischen Medien-Mogul und Faschismus-Verharmloser Silvio Berlusconi als Staatsmann des Jahres geehrt. Mit welcher Begründung, steht hier.

Rupert Murdoch hat in seiner Kriegsrede unter anderm den früheren Präsidenten der Harvard-Universität Lawrence Summers zitiert. Summers hat am 17. September 2002  vor seinen Studenten verkündet:  

Where anti-Semitism and views that are profoundly anti-Israeli have traditionally been the primary preserve of poorly educated right-wing populists, profoundly anti-Israel views are increasingly finding support in progressive intellectual communities.

Judith Butler, Professorin, Philosophin und Feministin, hatte ihm ihrerzeit scharf widersprochen, siehe hier.

Siehe auch Stuart Littlewood: Murdoch drums up “war” where propaganda collides with truth. redress, 4 November 2010. T:I:S, 4. November 2010. Mathias Döpfner, der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG, hat im November 2010 ähnliche Ansichten geäußert wie Murdoch einen Monat zuvor. T:I:S, 30. Juli 2011. Siehe auch Krieg gegen inneren Feind, T:I:S, 21. September 2011

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/reusa.htm#Tycoon  

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Thomas Immanuel Steinberg

Minneapolis

FBI-Razzia beim SDS

Beamte der US-Bundespolizei drangen am 24. September 2010 um sieben Uhr morgens in die Wohnungen mehrerer Kriegsgegner ein, unter anderm bei Tracy Molm, Students for a Democratic Society (SDS), University of Minnesota, Minneapolis, USA. Sie beschlagnahmten politische und private Papiere und Dateien und händigten Vorladungen vor die Grand Jury (Geschworenengericht) im  572 Flugkilometer entfernten Chicago, Illinois aus. 

Mitglieder des SDS, der Palestine Solidarity Group, des Twin-Cities Anti-War Committee, des Colombia Action Network, der Freedom Road Socialist Organization und des National Committee to Free Ricardo Palmera in Minneapolis, Chicago und Milwaukee, Wisconsin, waren weitere Opfer von Beschlagnahmen und Vorladungen.

Das FBI suche offenbar nach  "material support of terrorism", nach Unterstützung des Freiheitskampfs in Kolumbien und Palästina, erklärt der SDS. Grace Kelley vom SDS an der  University of Minnesota fordert dazu auf, dem FBI jede Auskunft über eigene Aktivitäten zu verweigern und bittet um Solidarität mit den Opfern:

Grace Kelley, University of Minnesota SDS: 612.709.3424
Kas Schwerdtfeger, University of Wisconsin-Milwaukee SDS: 262.893.2806 

Bei Mick Kelly traten die FBI-Beamten die Tür ein und stürmten mit gezogenen Schießeisen die Wohnung, berichtet WSWS. Grund dafür, so das FBI: Kelly habe sich Reisen nach Kolumbien und Palästina leisten können. Das spräche für Verbindungen zu "ausländischen terroristischen Organisationen" wie FARC, PFLP und Hizbollah. Kelly wohnt über dem Hard Times Cafe im campusnahen Cedar-Riverside-Viertel von Minneapolis.

Geschichtliches und Persönliches

Der 2006 wiedergegründete SDS (Students for a Democratic Society) war in der sechziger und siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts die kampfstärkste Studentenorganisation gegen den Vietnamkrieg. In Minneapolis, Minnesota blockierte der SDS 1971/72 zusammen mit anderen Studenten und sympathisierenden Professorinnen Autobahnen, umzingelte das Werk des Rüstungskonzerns 3M (Minnesota Mining & Manufacturing Company) und agitierte gegen die rassistischen Fantasien von Arthur Jensen, William Shockley und Richard Herrnstein über genetisch bedingte Intelligenz – die selben Hirngespinste, die jetzt bei Thilo Sarrazin fröhliche Urständ feiern.

Zentrum der Anti-Kriegs-Aktivitäten in Minneapolis war das Cedar-Riverside-Viertel neben dem Campus diesseits des Mississipi mit People's Park, Free Store, vegetarischen Kleinrestaurants ("The Greening of America"), Triangle Bar, Mama Rosa's (German Apple Strudl) und Five Corners Bar.

Ich wohnte 1971/72 in der Cedar Avenue South Nummer 421, war Airlift-Memorial- und Fulbright-Stipendiat (fürstlich!), Mitglied des SDS, fuhr 1971 zum SDS-Bundeskongreß nach Boston und beteiligte mich an der 3M-Umzingelung. 

Meine Solidarität gilt den vom FBI Schikanierten.

T:I:S, 26. September 2010

On 24 September, the FBI subjected about a dozen anti-war and international solidarity activists to raids of their homes, subpoenas and searches in Illinois, Minnesota and Michigan.  Activists in California, Wisconsin and North Carolina were also harassed... The International Jewish Anti-Zionist Network (IJAN) joins the chorus of international condemnation of the US government attempt to silence people in the United States who act for human dignity and justice and who speak out against war and occupation. T:I:S, 27. September 2010

Gegen die FBI-Razzien bei US-Friedensaktivisten. Proteste in 32 US-Städten. T:I:S, 29. September 2010  

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