Katar / Qatar

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Siehe auch: Zu Katars Nahostpolitik vom 12. Dezember 2009

Stephanie Doetzer

Kleines Emirat mit großen Ambitionen

Die Rolle Katars im Neuen Nahen Osten

Der Emir von Katar mischt derzeit wie kaum ein anderer die arabische Politik auf. Vor einem Jahr machte er sich für den Kampf gegen Muammar al-Gaddafi stark - jetzt für den Kampf gegen Bashar al-Assad. In der Nachbarschaft ist das Land jedoch am Erhalt des Status quo interessiert...

Deutschlandfunk, 19. März 2012. T:I:S, 1. August 2012. Zu Al Jazeera siehe auch Levante

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Al Jazeera exodus

Channel losing staff over ‘bias’. Russia Today, 12. März 2012

T:I:S, 12. März 2012. Zu Al Jazeera siehe auch Levante. T:I:S, 1. August 2012

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Thomas Immanuel Steinberg

Fünf Sterne für Jerusalem

Die Doha-Konferenz zur Verteidigung der heiligen Stadt

Der Emir von Katar und die Liga der Arabischen Staaten hatten eingeladen: zur internationalen Konferenz über Jerusalem, oder, wie's auf Arabisch hieß, zur Verteidigung von al-Quds, der Heiligen. Ein Jahr mußte ich warten des Emirs Flüstertüte Al Jazeera und viel Volk hatten zwei, drei Frühlinge dazwischen geschoben doch dann schwebte ich im Liegesessel über das weiße Balkan-Gebirge und den blauen Golf nach Katar, diesem gelben Zipfel am allergelbsten Arabien. Ein kleiner Schriftsteller, einst Moskau-Doggi, jetzt Muslim, hatte mich auf dem Flug als seinesgleichen identifiziert, und eine nette Botschafterin mich beim Aussteigen gefragt, was denn rauskommen werde bei der Konferenz. Sie blickte verständnisvoll, als ich meinte: nichts.

Es sollte dann doch etwas mehr werden, aber zunächst chauffierte uns ein Hindi vors Ritz-Carlton, ein Swahili öffnete uns auf Englisch den Wagenschlag und zwei weitere das Doppelportal in die Vor-Lobby. You are welcome. 


The Ritz-Carlton, Doha, bei Nacht

 

Blick ins untere Hotelinnere

 

Kunscht

 

Kolorit

 

Lüster

 

Am Morgen dann, vorm Fenster, ein Leporello...

 

 

 

... und über die Balkonbrüstung gebeugt, ...

 

... der Lohn fürs Dauerwässern. 

Dahinter ...

 

... Aussichten...

 

... auf weitere blühende Landschaften.

 

Tagalog spreche sie mit ihren Eltern.

 

 

Die schnipselnde Kollegin wohl auch.

 

 

 

Dann der Emir,  کریم کری,karim karim, ...

 

... sein Freund Mahmud Abbas, genannt Abu Mazen...

 

... und weit gereiste Zuhörer.

 

 

 

Kaffepause

 

Ökumenisches

 

Alison Weir, If Americans Knew, ist eine US-Amerikanerin, die nicht nur weiß, sondern meiner Arbeitsgruppe per Powerpoint  demonstriert hat, wie man über Israel, Palästina und die Sudelei in der Presse wirkungsvoll aufklärt. 

Die Grafiken und statistischen Angaben unter If Americans Knew über Kindermorde in Israel und Palästina und deren seitenverkehrte Wiedergabe in den Medien können ohne Mühe übersetzt und bei uns unter die Leute gebracht werden. Wer macht's? Bitte melden.

Der Emir will unterdessen die Judaisierung Jerusalems zum Thema im Weltsicherheitsrat machen und ein Jerusalem-Zentrum in Doha errichten. Von Solidarität, vor allem aber von der arabischen Identität Jerusalems war auf der Konferenz in einem fort die Rede, dem Pendant zur jüdischen oder zur deutschen Identität, von denen auch keiner weiß, worin sie denn bestehen mögen.

Ja, der Staat Israel zerkloppt oder läßt verkloppen, was ihm bei seiner Expansion im Wege steht, ob heilige Stätten, Friedhöfe, die Palästinenser, der Irak, der Sudan, der Libanon, Syrien, der Iran oder die Partei Die Linke in Deutschland: alles im Namen der jüdischen Identität. Seine Gegner, ob Juden oder Heiden, sollten aufhören, mit ebenso falscher Münze zurückzuzahlen, und das Negativ-Summen-Spiel abbrechen. Die Hindi-, Swahili- und Tagalog-Sprachigen im Emirat Katar mit seinen 80% rechtlosen Ausländern und die noch viel Ärmeren in der Welt werden sich den Arabern, den Friedensjuden und uns mindestens solange verschließen, wie wir sie per identitärer Leerformel ausschließen.

Durchs Imperialwagenfenster eines freundlichen, aber pressierten Frankophonen konnte ich wackelig ablichten, 

was zwischen Medina...

 

... und Ritz-Carlton ... 

... noch so herumsteht.

Das... 

Corniche; in Groß mit Dunst hier

.. und im Einzelnen das, das, das, das, das, das, das, das, das, das und das

Wozu das alles dient, habe ich nicht herausgefunden, ich hatte nur drei Nächte und zwei Tage Zeit.

Zimmer im Fünf-Sterne-Turm gibt's für schlappe dreihundert Euro die Nacht, Essen schon für weniger. Mein Flug hatte den Emir 3414 Euro gekostet, das Ganze für 400 Teilnehmer also zwei Millionen. Peanuts.  

Zurück wurde ich von Business in First upgegradet. Die orientalische Stewardess hatte mehrfach vor mir niedergekniet, um die Speisekarte zu erläutern oder eine frische Serviette auf meinen Bauch zu drapieren. Als ich mich schließlich aus dem vier- bis sieben-elektromotor-getriebenen Schlafsessel-Roboter in der Single-Box geschwungen hatte und am Ausgang stand, verbeugte sie sich grazil und flötete ein letztes Thank you. Ich schaute gnädig zu ihr hinunter und ließ verlauten: Oh, it's nothing.

Da lachte die Crew.

T:I:S, 1. März 2012. Alle Fotos tofoto. Links unter International Conference; Al-Quds Conference Decides To Head To UN, IMENC am 28. Februar 2012

The Ritz-Carlton, Doha has been recognized as "Best Business Hotel in Doha" by Business Traveler Magazine Middle East as well as "Qatar’s Leading Spa Resort" by World Travel Awards 2011 – und so ausgewählt geschmackvoll bringt es sich bei seinen Gästen in Erinnerung. T:I:S, 28. August 2012

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International Conference on Jerusalem

26-27 February 2012 - Doha - Qatar

Webseite / Programm / Teilnehmer / ausgewählte Beiträge. Vorgesehener Beitrag zur Jerusalem-Konferenz in Doha, Katar, unter Schnipsel / Contribution prevue pour la Conférence sur Jérusalem à Doha, Qatar, sous Schnipsel

Vor-Bericht in der Qatar Tribune vom 24. Februar 2012

T:I:S, 24. Februar 2012. SteinbergRecherche wird berichten.

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Guido Steinberg, Stiftung Wissenschaft und Politik, SWP

Katar und der Arabische Frühling

Unterstützung für Islamisten und anti-syrische Neuausrichtung

Auszug

Katar teilt sich mit dem Iran das größte Gasfeld der Erde (das in Katar North Field und im Iran South Pars heißt). 

Kartenausschnitt. Größerer Ausschnitt hier. Detailansicht  hier, T:I:S

Beide Länder sind daher langfristig auf Zusammenarbeit angewiesen, wollen sie maximalen Nutzen aus dem Gasvorkommen ziehen. Bei fortschreitender Ausbeutung des Feldes werden die Förderanlagen immer näher zusammenrücken, so dass Grenzstreitigkeiten wahrscheinlicher werden.

Die iranische Führung sieht Katars Energiepolitik schon heute kritisch, weil das Golfemirat aufgrund seines technologischen Vorsprungs sehr viel mehr aus dem gemeinsamen Feld fördert und weitaus mehr verflüssigtes Gas (Liquefied Natural Gas, LNG) ausführt als der Iran.* Während dieser wegen chronischer Finanzprobleme die für die Gasproduktion hohen Anfangsinvestitionen nicht aufbringen kann, ist Katar mittlerweile der weltweit größte LNG-Exporteur.

SWP-aktuell 7, .pdf-Datei, Februar 2012

*Nach allen vorliegenden Informationen exportiert der Iran noch gar kein LNG. Die Verflüssigungsanlagen in Tombak Port, siehe Karte, sind im Bau. T:I:S

German Foreign Policy bezieht sich unter anderm auf Guido Steinbergs Beitrag und schreibt zu Katar:

... Demnach hat das Emirat Qatar nicht nur die Protestbewegungen in Nordafrika und im Nahen Osten allgemein unterstützt - besonders über den Sender Al Jazeera, der der Kontrolle des Herrscherhauses untersteht. Gezielt förderte Doha in allen arabischen Staaten islamistische Kräfte, die nun, auch dank dieser Hilfe, in Tunesien, Libyen und Ägypten die stärkste Kraft im Land geworden sind. In Syrien könnten sie, erneut angefeuert von Al Jazeera und aktivem Beistand aus Qatar, das nächste Regime stürzen. Dabei operiert Qatar nicht nur mit der passiven Rückendeckung des Westens, sondern in Libyen und Syrien auch mit seiner aktiven Unterstützung. Deutschland hat vor einigen Jahren begonnen, seine Zusammenarbeit mit der Golfdiktatur deutlich zu intensivieren, und dehnt sie weiter aus - zuletzt mit einem Besuch des Bundespräsidenten Ende 2011. Die Zusammenarbeit umfasst wechselseitige Milliardeninvestitionen und rüstungspolitische Kooperation... (1)

... Hatte zunächst die islamistische Ennahda-Partei die Wahlen in Tunesien mit klarem Abstand gewonnen, so erzielten nun auch bei den Wahlen in Ägypten die Muslimbruderschaft und die Salafisten einen haushohen Erfolg. Zuvor hatten sich islamistische Milizen in Libyen eine starke Stellung erkämpft. Mittlerweile ist auch in Syrien von islamistischen Milizionären auf Seiten der Aufständischen die Rede. Wie aus Steinbergs Analyse hervorgeht, steht vieles davon in direktem Zusammenhang mit der aktiven Rolle, die das Emirat Qatar bei der Unterstützung der Umbrüche in der arabischen Welt spielt - allerdings ausschließlich jenseits der Arabischen Halbinsel und ihrer Diktaturen: Dort stellt Doha die Herrschaftsverhältnisse keineswegs in Frage. Insgesamt operiert das Emirat in engster Abstimmung mit dem Westen, mit dem es schon seit geraumer Zeit umfassend kooperiert...

Seit 2003 beherbergt [Qatar] in Udaid ... den wichtigsten US-Luftwaffenstützpunkt im gesamten Mittleren Osten...

... Ähnlich wie in Libyen setzt Qatar dem SWP-Experten zufolge auch in Syrien auf "eine Machtübernahme der von der Muslimbruderschaft dominierten Opposition". Doha bildet seit Mitte 2011 die Speerspitze beim auch vom Westen entschlossen unterstützten Versuch, das Assad-Regime zu stürzen. Wie Steinberg urteilt, "dürfte es nur eine Frage der Zeit sein",  bis Qatar auch in Syrien "die Rebellenarmee mit Waffen ausrüstet, wenn dies nicht schon im Verborgenen geschieht". Ein Durchbruch islamistischer Kräfte stünde demnach auch in Damaskus bevor - ähnlich wie zuvor in Libyen, Tunesien, Ägypten, jeweils mit massiver Unterstützung aus Doha und mit Rückendeckung oder aktiver Mitwirkung des Westens...

German Foreign Policy, Die kommenden Kräfte, 17. Februar 2012

Anmerkung von T:I:S

(1) Siehe Deutsche Kampfpanzer für das Emirat Katar, SZ vom 17. Mai 2009:

Die Bundesregierung ist damit einverstanden, dass Kampfpanzer des Typs Leopard-2 an das Emirat Katar geliefert werden... Die mögliche Lieferung an Katar war allerdings im Einklang mit dieser Linie davon abhängig gemacht worden, dass die Regierung in Jerusalem [gemeint: die israelische Regierung in Tel Aviv, T:I:S] keine Einwände erhebt. Dies ist nicht geschehen.

T:I:S, 17. Februar 2012

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CBS-Interview

Reportage über Katar, Video, 13 Minuten, 15. Januar 2012. Das dortige Interview mit dem Emir von Katar, Scheich Hamad bin Khalifa Al Thani, wurde Mitte November 2011 aufgenommen, gibt Al Jazeera an, und schreibt: 

Sheikh Hamad was asked if he was in favour of Arab nations intervening, to which he replied: "For such a situation to stop the killing ... some troops should go to stop the killing."

 T:I:S, 16. Januar 2012. Siehe Damit das Töten aufhört

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Der Fall Anwar Malek

Märchenstunde bei Al Jazeera

Der Algerier Anwar Malek war Teil der Beobachter-Mission der Arabischen Liga in Syrien, schied aber aus und begründete dies auf Al Jazeera am 11. Januar 2012 mit einer angeblichen Serie von Verbrechen, die die syrische Regierung nach seiner Ankunft begangen habe. Die Mission werde von der syrischen Regierung getäuscht und nicht geschützt. Sie sei daher eine Farce.

A former Arab League observer in Syria has decried the organisation's monitoring mission to the country as a "farce", as the UN Security Council heard security forces had stepped up the killing of protesters after the observers' arrival.

Anwar Malek, an Algerian member of the monitoring team, told Al Jazeera he resigned because of what he saw, and said that the mission was falling apart.

"What I saw was a humanitarian disaster. The regime is not just committing one war crime, but a series of crimes against its people," he said.

"The snipers are everywhere shooting at civilians. People are being kidnapped. Prisoners are being tortured and none were released."

He said that security forces did not withdraw their tanks from the streets, but just hid them and then redeployed them after the observers left....

... 

But Malek told Al Jazeera that the government was not assisting observers with their requests.

"The regime didn't meet any of our requests, in fact they were trying to deceive us and steer us away from what was really happening, towards insignificant things."

He said that those who were supposedly freed and were shown on TV, were actually people who had been randomly grabbed off the street.

"They were detained for four or five days in tough conditions and later released as if they had been real prisoners."

Malek also said that he had seen snipers on top of buildings: "On one, there were even army officers in front of the building, while snipers were on the roof.

"Some on our team preferred to maintain good relations with the regime and denied that there were snipers."

He said that Assad's government "has gained a lot of time that has helped it implement its plan ... Therefore I've decided to withdraw from this mission."

Doch der von der Arabischen Liga bevollmächtigte Missionschef, der Sudanese Mohammed Ahmed Al-Dabi, hat dem Sender und seinem Informanten Anwar / Anouar Malek widersprochen. Malek habe während seines Aufenthalts in Homs sein Zimmer sechs Tage lang nicht verlassen und sich den Beobachtern vor Ort nicht angeschlossen mit der Begründung, er sei krank. 

Le chef de la mission d'observation, le général soudanais Mohammed Ahmed Al-Dabi, a toutefois déclaré dans un communiqué que "les déclarations d'Anouar Malek sur une chaîne satellitaire sont sans fondement". "M. Malek était déployé avec une équipe à Homs, mais pendant six jours il n'a pas quitté sa chambre et ne s'est pas joint aux autres membres sur le terrain, prétextant qu'il était malade", a-t-il ajouté.

Le Monde, 12. Januar 2012 

T:I:S, 12. Januar 2012. Siehe auch NATO

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Damit das Töten aufhört

Der Emir von Katar, Scheich Hamad bin Khalifa Al-Thani, sagte derweil dem US-Sender CBS, man müsse darüber nachdenken, arabische Armeen nach Syrien zu schicken, damit »das Töten aufhört«. 

Der frühere Generalsekretär der Arabischen Liga und Aspirant auf das ägyptische Präsidentenamt, Amr Moussa, griff das Stichwort umgehend auf. Am Rande der arabischen Demokratiekonferenz in Beirut forderte Moussa die Liga auf, die Entsendung von Soldaten nach Syrien zu prüfen und darüber zu beraten.

 junge Welt, 16. Januar 2011. T:I:S, 15. Januar 2012. Siehe CBS-Interview

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Hiwi

... übernimmt das Emirat Qatar, mit dem Berlin immer enger kooperiert, seit geraumer Zeit eine herausgehobene Funktion. Im Libyen-Krieg nahm es nicht nur mit Militärflugzeugen an den Kampfhandlungen teil, es hatte auch Bodentruppen in das Land geschickt, um die im Verbund mit dem Westen operierenden Rebellen zu unterstützen. 

In Kürze wird Bundespräsident Christian Wulff nach Qatar reisen und die Beziehungen Berlins zu der Diktatur intensivieren, die sich Europa und den USA immer deutlicher als Hilfkraft andient - inzwischen möglicherweise auch in Syrien.

gfp, 30. November 2011,. T:I:S, 3. Dezember 2011

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Außenpolitik ist meist leicht zu verstehen

Fall Katar: Erst Ölvertrag, dann Anerkennung der libyschen Oppositionsregierung

 jW, 30. März 2011, T:I:S, 30. März 2011

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Golfkooperationsrat / GCC zu Libyen

The GCC ministers were united in their condemnation of the use of weapons against civilians and called on the United Nations and the Arab League to safeguard the Libyan people.

GCC calls for UN action on Libya, gulfnews.com, March 8, 2011

Katar ist Mitglied des GCC.

T:I:S, 9. März 2011. Siehe auch junge Welt

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Kathleen Christison

Blaming and (Killing) the Messenger. A Wikileak on the US and Al Jazeera

CounterPunch

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Jerusalem-Konferenz 2011 in Doha vertagt  

The league of Arab States and Qatar the host country, announce with regrets the postponing of the International Conference on Jerusalem, planned to be held on the 2nd and the 3rd of February 2011 in Doha, due to the unfortunate circumstances occurring currently in the Region, and which would defy the purposes of the Conference and therefore it will be  postponed to a later date.

We would like to apology for any inconvenience.

Best Regards,

Mohamed Sobieh

Assistant secretary General
For the sector of Palestine
and Arab Occupied Territories
At the League of Arab States

Sat, Jan 29, 2011 10:01 pm per Mail, T:I:S, 30. Januar 2011. Vorgesehener Beitrag zur Jerusalem-Konferenz in Doha, Katar 2011 unter Schnipsel; contribution prevue pour la Conférence sur Jérusalem à Doha, Qatar, 2011 sous Schnipsel

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Thomas Immanuel Steinberg

Halbinselwahrheiten

Seymour Hersh am Sitz von Al Jazeera über Cheney, Obama und die Cliquen

Der Recherchier-Journalist der Edel-Zeitschrift The New Yorker, Seymour Hersh hielt am 17. Januar 2011 in Doha, Katar einen Vortrag im Rahmen der Georgetown Distinguished Lecturer Series (1) über US-Politik. Er zeigte sich der englischsprachigen Gulf Times zufolge enttäuscht über Obamas Fortsetzung der Bush-Politik in Nahost und Mittelasien. 

Zahlreiche Vertreter der US-Streitkräfte seien anti-islamisch eingestellt und glaubten sich auf einer Art Kreuzzug. Folter in Afghanistan, Mordkommandos in Pakistan und die fortgesetzte Unterstützung eines israelischen Regimes mit zweifelhaften Absichten seien Probleme, derer sich Obama annehmen müßte. Hersh drückte seine Besorgnis über die Rechtsentwicklung in Israel aus und über den Unwillen der israelischen Regierung, sich mit der Fatah zu verständigen.

Die Ereignisse in Tunesien, so Hersh laut Gulf Times, hätten den Herrschern in der Region einen Höllenschrecken eingejagt. Sie herrschten, weil die USA sie stützten.

In einem Gespräch mit Gulf Times unterstrich Hersh die Bedeutung der in Doha, Katar stationierten Nachrichtenagentur Al Jazeera  mit Fernseh- und Radiosendern in arabischer und englischer Sprache. Al Jazeera, auf Arabisch "die Halbinsel" (1), sei zu empfehlen, so Hersh.

Blake Hounshell gab sich in einem Blog-Eintrag von Foreign Policy empört über einzelne Ausführungen Hershs in Doha, ohne freilich auszuführen, warum. Die US-Außenpolitik, so Hersh laut Hounshell, sei mittels eines neokonservativen Komplotts in Richard Cheneys Büro gekapert worden. Die daran Beteiligten setzten nun unter Obama ihr Werk in "Special Operations" fort.

Nicht nur, daß die NeoCons [die Regierung] übernahmen, sondern wie leicht es ging – wie der Kongreß verschwand, wie die Presse Teil davon wurde, wie die Öffentlichkeit es duldete.

It's not only that the neocons took [the government]  over but how easily they did it -- how Congress disappeared, how the press became part of it, how the public acquiesced.

General Stanley McChrystal, zuvor Leiter des United States Joint Special Operations Command (JSOC) und jetzt US-Oberbefehlshaber in Afghanistan, sowie sein Nachfolger, Vize-Admiral William McRaven und viele andere im Joint Special Operations Command seien "Mitglieder oder zumindest Unterstützer der Ritter von Malta", einer römisch-katholischen Glaubenskongregation. Davon wiederum seien viele

Mitglieder des Opus Dei. Sie wissen, was sie tun – und das ist keine untypische Haltung mancher Militärs – es ist ein Kreuzzug, buchstäblich. Sie verstehen sich als Beschützer der Christen. Sie beschützen sie vor den Muslimen [wie vor denen] des 13. Jahrhunderts. Und das ist ihre Rolle. 

Many of them are members of Opus Dei. They do see what they're doing -- and this is not an atypical attitude among some military -- it's a crusade, literally. They see themselves as the protectors of the Christians. They're protecting them from the Muslims [as in] the 13th century. And this is their function.

Kommentar

Seymour Hersh ist berühmt für seine sorgfältigen Ermittlungen. Was er über Mitgliedschaften in finsteren Cliquen herausgefunden zu haben behauptet, dürfte er belegen können. Freilich haben vor Kurzem schon andere westliche Dunkelmänner, und diese ganz offen, zum Kreuzzug gegen das Böse in der Welt aufgerufen:

Publizistisch führt Rupert Murdoch (Zitate auf Deutsch) weltweit den Kreuzzug an, in Mitteleuropa ist es Matthias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG. Döpfner beendet seinen Grundsatzartikel aus 46 000 Zeichen wie folgt:

Der 11. September war das Menetekel eines Heiligen Kriegs gegen unsere westlich-freiheitliche Lebensform. Entweder wir haben die Symbolik des gefallenen World Trade Centers verstanden und nehmen den Kampf an. Oder wir sind verloren.

Siehe Islamophobie mit weiteren Links.

Unter welchem Label auch immer die Reichen und Mächtigen ihre Verbrechen ausbaldowern mögen: Daß sie ständig Komplotte schmieden und gern dicht halten, stimmt gewiß – und ist doch nur die halbe Wahrheit. Was die westlichen Herrschenden, auch ohne jede Verabredung, zusammenhält, ist der unerbittliche Zwang zur Kapitalakkumultion und zur Sicherung des dafür erforderlichen Rahmens.

Seymour Hersh wird das vielleicht noch begreifen.*

T:I:S, 23. Januar 2011.  Siehe auch den Kurzbericht von The Peninsula, Katar

*Transkript des 1. Teils des Hersh-Vortrags: "We and the Brits always assume some imperial right to oil in the Middle East."

Anmerkungen

(1) Die School of Foreign Service der jesuitischen Washingtoner Georgetown-Universität betreibt einen Zweig-Campus in Katar.

(2) Gemeint ist die Halbinsel Arabien. Aber auch Katar / Qatar ist eine kleine Halbinsel an der großen arabischen Halbinsel, siehe Karte (zum Vergrößern Karte anklicken).

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