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Steinberg Recherche Referent Texte 2010 Texte 2009 Texte 2008 Texte 2007 Texte 2006 Texte 2005 Texte 2004 Texte bis 2003 Karten Bilder Suchen Home Newsletter? Siehe auch Deutsche Krieger, Faschismus, Kriegsstimmungsmache und Linker Frieden
Thomas Immanuel SteinbergNeulich bei einer DichterlesungNeulich bei einer Dichterlesung erzählte die schwarzgelockte Frau in der Pause von ihrer Studentenzeit. Die Vermieterin ihrer Bude im Grindelviertel habe das ganze Haus besessen. Und die habe damals, das müsse so um 1980 herum gewesen sein, munter ausgeplaudert, wie ihre Eltern 1938 zu dem Wohnhaus gekommen seien. Juden hätte es gehört, die seien eines Tages verschwunden, und das Haus billig zu haben gewesen. Aber in der Milchstraße in Pöseldorf hätten auch viele Judenhäuser zum Verkauf gestanden. Da hätten die Eltern zuschlagen sollen, dann wäre sie jetzt wirklich reich. Die Erzählerin fand keine Worte für die Ungeniertheit dieser Profiteurin von Vertreibung und Vernichtung. Ob sie denn meine, daß sich viel geändert habe seitdem. Schließlich hätten fast alle Deutschen dabei zugeschaut, wie die Bundesregierung erst in den Krieg gegen Jugoslawien und dann gegen Afghanistan und Irak gezogen sei. Und nun hätten sie abermals lauter Vertreibungs- und Vernichtungspolitiker in den Bundestag gewählt. Die Erzählerin schob sich eine Locke aus dem Gesicht. Die Pause war zu Ende. T:I:S, 14. November 2009 Zuschrift von Samy aus Holland: In der Tarnsprache der buergerlichen Wirtschaftslehre gilt eine von einem Antagonismus geprägte Gesellschaft als "pareto-effizient" dann, wenn man niemandes (Klassen-)Lage verbessern kann, ohne zugleich die (Klassen-)Lage eines anderen zu verschlechtern. Es sei denn, man findet einen Dritten, den man zur Kasse bitten kann. Dies setzt freilich einen "beute-politischen Konsens" (Vilfredo Pareto) voraus. Ein grosser Kopflanger der Bourgeoisie, dieser Herr. Ein Arschloch kann nichts ohne die willige Mithilfe von Arschleckern erreichen. Weniger derb ausgedrueckt: kein Derrick ohne Harry. Dies ist den Menschen im Global West unterschwellig klar, und weil sie nicht die Traute haben, gegen die Herrschenden aufzustehen, muessen sie bei Hetze und Kriegen gegen den Rest der Welt mitmachen - nolens, volens. Was Wunder, dass sie nicht denken wollen, sie duerften das nicht, da sie sonst hinter ihre eigene Lebensluege kaemen. T:I:S, 14. November 2009 URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/kriegspolitik.htm#Dichterlesung *Ramsteiner AppellWir Bürgerinnen und Bürger fordern alle Abgeordneten des Deutschen Bundestages auf, die Nutzung von Militärbasen auf unserem Territorium und die Einbeziehung des Luftraums über der Bundesrepublik zur Vorbereitung und Führung von völkerrechts- und grundgesetzwidrigen Angriffskriegen sofort durch einen Beschluss unserer Volksvertretung zu verbieten, wie es der Artikel 26 unseres Grundgesetzes zwingend vorschreibt. Ramsteiner Appell, T:I:S, 8. Oktober 2009 *Thomas Immanuel SteinbergPetition1918 bemerkte das Volk, der große Lümmel, daß Karl
Liebknecht am 2. Dezember 1914 zu Recht gegen die erste Verlängerung der
Kriegskredite gestimmt hatte, und zwar als
einziger Reichstagsabgeordneter. Die Erkenntnis hielt nicht lange vor. 1947 galt selbst der Bourgeoisie als unverkäuflich, worauf ihre schiere Existenz beruhte: der Kapitalismus. Sie formulierte im Ahlener Programm der CDU:
Die Reklame wurde schnell wieder eingestampft. 2008 steht es weit schlechter um das Bewußtsein des Volks 1918 oder der Bourgeoisie 1947: Das Volk fleht, und die Herrn versprechen Blut, Schweiß und Tränen. Eine Volkspetition steht für viele, die jetzt kursieren:
Die Bitte um den Erhalt des Kapitalismus wird in Erfüllung gehen: mit weiterer Kürzung der Masseneinkommen, mit weiterer Rüstung und weiteren Kriegen. Richard Wagner, ein nahezu mustergültiger Reaktionär,
kündigt den bourgeoisen Raubzug im Innern auf Henryk M. Broders Achse des
Guten so
an:
Den schlimmeren Rest nennt Franz Josef Jung Verteidigung nationaler Interessen und internationale Verpflichungen. Das heißt Krieg allüberall. Deshalb, werte Leserinnen und Leser, die kleine Bitte: Richtet keine Petition zum Erhalt ihrer Herrschaft an Eure Herrn; mit Erich Kästner gesprochen:
T:I:S, 20. September 2008 *Jürgen Rose
Das
Vorbild Stauffenberg in Zeiten von Angriffskriegen
Stephan Löwenstein hat in der FAZ vom 14. November 2007 über die Stauffenberg-Ausstellung in Sigmaringen berichtet. Dazu der Leserbrief von Jürgen Rose: Betreff: "In Gewissensnöten dem Gewissen
folgen" Sehr geehrter Herr Kollege Löwenstein, mit großem Interesse habe ich soeben Ihren Artikel über die Stauffenberg-Ausstellung in Sigmaringen in der heutigen FAZ gelesen. Schade, daß Sie den wesentlichsten Punkt in der ganzen Traditions-Debatte übersehen haben: Daß nämlich Stauffenberg lediglich in Sonntagsreden als Säulenheiliger verehrt wird, während die Frage, was uns sein Vorbild in heutiger Zeit zu sagen hat, wo die Bundeswehr von einer Armee, die ehemals der Abschreckung und Verteidigung diente, zu einer global agierenden Interventions- und Angriffsstreitkraft transformiert wird, die an der Seite des Imperium Americanum als willfährige Vasallentruppe auch völkerrechtswidrige Angriffskriege führt und unterstützt. Kein Wort auch zu denjenigen Offizieren in heutiger
Zeit (nicht nur in der Bundeswehr, sondern auch in den Streitkräften der
USA, Großbritanniens und Israels), die sich aus Gewissensgründen
weigern, völkerrechts- und verfassungswidrigen Befehlen Folge zu leisten.
Aber der Blick zurück in glorreiche Zeiten ist ja auch viel bequemer und
vermeidet die schmerzhafte Beschäftigung mit dem Hier und Jetzt. Seriöser
Journalismus sieht anders aus. Mit freundlichen Grüßen, Ihr Jürgen Rose Jürgen Rose ist Diplom-Pädagoge
und Offizier der Bundeswehr. Er gibt mit diesem Leserbrief nur seine
eigene Meinung wieder, nicht die der Bundeswehr. T:I:S, 20.November 2007 *Die Linke bläst zum Angriff auf deutsche AngriffskriegeAnzeigen gegen die Bundesregierung wegen ihrer Beteiligung an den Angriffskriegen auf den Irak und Afghanistan hat der Generalbundesanwalt abgewiesen mit der fantastischen Begründung, nur die Vorbereitung eines Angriffskriegs sei strafbar, nicht die Führung eines Angriffskrieges, oder die Beteiligung daran, siehe Der Schrotthändler von Erbenheim und Nadeshda. Die Linke hat sich auf das Argument des Generalbundesanwaltes eingelassen – zur Problematik siehe Andreas Hauß – und am 14. September 2007 einen Entwurf zur Änderung (.pdf-Datei) des einschlägigen Paragraphen 80 des Strafgesetzbuches in den Bundestag eingebracht. Absatz 1 soll künftig lauten:
Wie werden die Angriffskrieger im Bundestag abstimmen – wollen sie doch bleiben, was sie sind, und dennoch nicht als Faschisten gelten? T:I:S, 18. November 2007 *Nikolas BusseBeitrag zur Aufrechterhaltung der herrschenden WeltordnungDie Politiker müssen der deutschen Öffentlichkeit beibringen, daß geschichtliche, humanitäre und vordergründige materielle Erwägungen nicht der Grund dafür sind, daß deutsche Soldaten zu Konfliktherden geschickt werden. Im Kern geht es um etwas Grundlegenderes: Deutschland leistet seinen Beitrag zur Aufrechterhaltung der herrschenden Weltordnung, von der es profitiert wie wenige andere Länder. Nikolas Busse: Deutsche Ausflüchte. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 13.08.2006, Nr. 32 / Seite 11. Stimmt - nur profitiert nicht Deutschland, sondern deutsches Kapital. Dank für den Hinweis an Arno Neuber. T:I:S, 11. Dezember 2006 *Adolf Hitler 1938 zur deutschen Presse (1):Dem deutschen Volk bestimmte außenpolitische Vorgänge so beleuchten, dass die innere Stimme des Volkes selbst langsam nach der Gewalt zu schreien beginnt.Die deutsche Presse hat es sich gut gemerkt....
Wir haben uns dabei einige Aufgaben gestellt in diesem Jahr, die wir durch
unsere Propaganda — und hier darf ich die gegenwärtige Presse mit an
die Spitze der Instrumente stellen — erreichen wollen. Erstens die
langsame Vorbereitung des deutschen Volkes selbst. Die
Umstände haben mich gezwungen, jahrzehntelang fast nur vom Frieden zu
reden. Nur unter der fortgesetzten Betonung des deutschen Friedenswillens
und der Friedensabsichten war es mir möglich, dem deutschen Volk Stück für
Stück die Freiheit zu erringen und ihm die Rüstung zu geben, die immer
wieder für den nächsten Schritt als Voraussetzung notwendig war. Es ist selbstverständlich, dass eine solche jahrzehntelang betriebene Friedenspropaganda auch ihre bedenklichen Seiten hat; denn es kann nur zu leicht dahin führen, dass sich in den Gehirnen vieler Menschen die Auffassung festsetzt, dass das heutige Regime an sich identisch sei mit dem Entschluss und dem Willen, den Frieden unter allen Umständen zu bewahren. Das würde aber nicht nur zu einer falschen Beurteilung der Zielsetzung dieses Systems führen, sondern es würde vor allem auch dahin führen, dass die deutsche Nation, statt den Ereignissen gegenüber gewappnet zu sein, mit einem Geist erfüllt wird, der auf die Dauer als Defaitismus gerade die Erfolge des heutigen Regimes nehmen würde und nehmen müsste. Der Zwang war die Ursache, warum ich jahrelang nur vom Frieden redete. Es war nunmehr notwendig, das deutsche Volk psychologisch allmählich umzustellen und ihm langsam klarzumachen, dass es Dinge gibt, die, wenn sie nicht mit friedlichen Mitteln durchgesetzt werden können, mit Mitteln der Gewalt durchgesetzt werden müssen. Dazu war es aber notwendig, nicht etwa nun die Gewalt als solche zu propagieren, sondern es war notwendig, dem deutschen Volk bestimmte außenpolitische Vorgänge so zu beleuchten, dass die innere Stimme des Volkes selbst langsam nach der Gewalt zu schreien begann. Das heißt also, bestimmte Vorgänge so zu beleuchten, dass im Gehirn der breiten Masse des Volkes ganz automatisch allmählich die Überzeugung ausgelöst wurde; wenn man das eben nicht im Guten abstellen kann, dann muss es mit Gewalt abgestellt werden; so kann es aber auf keinen Fall weitergehen. Diese Arbeit hat Monate erfordert, sie wurde planmäßig begonnen, planmäßig weitergeführt, verstärkt. Viele haben sie nicht begriffen, meine Herren: viele waren der Meinung, das sei doch alles etwas übertrieben. Das sind jene überzüchteten Intellektuellen, die keine Ahnung haben, wie man ein Volk letzten Endes zu der Bereitschaft bringt, geradezustehen, auch wenn es zu blitzen und zu donnern beginnt... T:I:S, 23. November 2006 Anmerkung (1) zitiert nach: Wilhelm Treue [Hrsg.], Rede Hitlers vor der deutschen Presse am 10. Nov. 1938, in: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, Jg. 6, 1958, S. 175-191; siehe auch: Hitlers Rede vor der deutschen Presse über die Aufgabe der Propaganda für die deutsche Außenpolitik, 10. November 1938, in: Wolfgang Michalka (Hg.), Das Dritte Reich, Bd. 1, München 1985, S. 261 ff, zitiert bei Bundeszentrale für politische Bildung; und PSM-Data; sowie Tondokument: Ausschnitt aus Rede Adolf Hitlers vor Vertretern der deutschen Presse am 10.11.1938 in München ~ Zuwendung Deutsches Rundfunkarchiv, Frankfurt a. M. – Berlin, DRA 259226 laut Exponatennachweis (.pdf-Datei) Dank für den Hinweis an Annette Groth *Folter-, Vergewaltigungs- und Mordtraining bei der BundeswehrApril
1996 1998 / 99 1999 August
2000 17.12.2000 November
2003 Oktober
2004 2006 Und jetzt,
im Oktober 2006, der Totenschädel-Skandal
T:I:S,
2. November 2006 Quelle: Skandalchronik der Bundeswehr gemäß Flugblatt des Hamburger Forums für Völkerverständigung und weltweite Abrüstung e.V. vom November 2006 *Vorgang Murat KurnazHaben Bundeswehr und Bundesregierung foltern lassen?Es „muß, um den Vertuschungsmanövern der deutschen Bundesregierung und der Bundeswehrführung zu begegnen, umgehend ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren eingeleitet und dieses zielgerichtet und mit der gebotenen Eile und Sorgfalt durchgeführt werden.“ Aus der Bitte um Anzeigenbestätigung (.doc-Datei) von Armin Fiand, Rechtsanwalt T:I:S, 25. Oktober 2006 *Streumunition
der Bundeswehr
Die USA und Israel haben bei ihren Angriffskriegen
Streumunition eingesetzt. Israel übersäte unmittelbar vor der Waffenruhe
den Süden Libanons mit den kleinen Explosionskörpern in der klaren
Absicht, das Gebiet zumindest zeitweilig unbewohnbar zu machen. Auch die Bundeswehr besitzt Streubomben, wie Thomas Küchenmeister
in der NDR-Info-Sendung „Streitkräfte und Strategien“ vom 9.
September 2006 berichtet. Eingesetzt werden könnten sie durch
Kampfflugzeuge, Artilleriegeschütze und Raketenwerfer. Bisher seien für
diese Kampfmittel schätzungsweise 2,5 Mrd. Euro ausgegeben ausgegeben
worden, vor allem für Raketen des Typs M26, für 155 mm
Artilleriemunition, für das Tornado-Waffensystem MW-1 sowie für die
Streubombe BL-755. Die Bundeswehr erklärte kürzlich, sie werde diese
Munition nicht mehr beschaffen. Außerdem würden die Landstreitkräfte
auf den Einsatz solcher Streumunitions-Typen verzichten, die über eine für
Zivilisten gefährliche Blindgängerrate von mehr als 1 Prozent verfügten.
Der Hersteller I.M.I behauptet auf seiner Firmen-Webseite, seine in Israel
produzierte Bomblet-Munition hinterlasse keine Blindgänger, sie sei also
nach dem Einsatz für Zivilisten ungefährlich. Thomas Küchenmeister läßt einen Minenräumer zu Wort kommen, der im Libanon gegenteilige Erfahrungen gemacht hat. Und sowohl die Firma Rheinmetall, die die israelischen Bomblets unter der Bezeichnung DM 1383 in die Artilleriemunition der Bundeswehr einbaut, als auch das Verteidigungsministerium hätten eine Veröffentlichung von Testergebnissen über die Blindgägngerquote verweigert. Sollten weiterhin Fehlerquoten von Streumunition als
Verschlußsache behandelt werden, so der NDR-Autor, wäre ein solches
Verbot das Papier nicht wert, auf dem es gedruckt wäre. Vielmehr stelle
sich die Frage, ob eine Unterscheidung zwischen gefährlicher und ungefährlicher
Streumunition überhaupt zulässig sei. „Streitkräfte und Strategien“ wird über NDR Info ausgestrahlt. Jedermann kann die Manuskripte bei streitkraefte(at)ndr.de als .doc- oder .pdf-Datei gratis abonnieren. T:I:S, 11. September 2006 *Zwei teutsche KriegerArmin Fiand hat den bayerischen Innenminister Dr. Günther Beckstein und den Publizisten Dr. Michel Friedman angezeigt.
Deutsche Kriegspolitik, .doc-Datei, T:I:S, 21. Juni 2006 *Jochen ScholzAn den Präsidenten des Bundesamtes für VerfassungsschutzDer Oberstleutnant und Verfasssungsschützer a.D. schreibt: "Unser Land wird verfassungsrechtlich seit Jahren von denjenigen schleichend unterwühlt, die von Amts wegen dazu verpflichtet sind, das Grundgesetz zu schützen und seinen Bestand zu erhalten: unseren Politikern in Regierungsverantwortung. Die Konsequenz ihrer rechtswidrigen Politik ist die bereits weit fortgeschrittene Militarisierung der Außen- und der Innenpolitik." Zum Offenen Brief (.doc-Datei), T:I:S, 6. Juni 2006 *Alle
Macht ging vom Volke aus. Thomas Immanuel SteinbergDer Schrotthändler von Erbenheim Liebe Friedensfreundinnen! Auf dem großen Schrottplatz stehen ein paar Baracken. Männer
laufen herum, bepackt mit schwerem Gerät. Draußen kommandiert immer einer,
drinnen wird gejohlt: „Fertig machen müssen wir die Lumpen. In die Knie
zwingen, das Pack.“ So tönt es. Doch der Schrotthändler läßt alles streng
bewachen. Fragt einer, was diese Männer denn da treiben, dann knurrt er nur:
„Davon weiß ich nichts. Das geht mich nichts an.“ Eines Tages landet ein Hubschrauber. Nachbarn schauen durch
den Zaun und sehen, wie die Männer Kisten einladen und offenbar Waffen, und
dann fortfliegen. Da schreiben die Nachbarn einen Brief an den Staatsanwalt,
denn für die Polizei ist das eine Nummer zu groß. „Wir zeigen den Schrotthändler an“, schreiben sie, und
sie schreiben von dem Gebrüll, von Munitionskisten und von dem Hubschrauber.
Die Bande sei offenbar in den Krieg gezogen, und der Schrotthändler habe alles
abgesichert. Nach § 80 Strafgesetzbuch müsse aber 10 Jahre oder sogar
lebenslang ins Kittchen, wer einen Angriffskrieg vorbereite. Und das da sei ein
Angriffskrieg. Was macht der
Staatsanwalt? Was muß er machen? Er muß der Sache nachgehen. Ob die Fakten
stimmen. Und wenn er feststellt, daß die Männer inzwischen Leute umgebracht
haben, verschleppt und gefoltert? Er ihrer aber nicht habhaft werden kann? Dann
wird er gegen den Schrotthändler ermitteln. Ein Angriffskrieg? Jedenfalls
Beihilfe: Beihilfe zur Körperverletzung, zur Freiheitsberaubung, zum Totschlag
oder zum Mord. Wenn Fluchtgefahr besteht, oder Verdunkelungsgefahr, dann wird er
einen Haftrichter rausklingeln, und der Schrotthändler kommt erst einmal in
Untersuchungshaft. Aber oh weh! Die Baracken stehen in Erbenheim. Das ist ein
Ortsteil von Wiesbaden, und die Männer, das sind US-Soldaten von der Zweihundertfünften
Nachrichtendienstbrigade. Die fliegen nicht nur mit Hubschraubern, sondern
auch mit Flugzeugen, von der hauseigenen Startbahn, und zwar nach Abu Ghraib.
Dort foltern sie eine Weile, und dann kommen sie zurück nach Erbenheim und
erholen sich bei uns vom Geschrei ihrer irakischen Opfer. Der Schrotthändler, das ist Gerhard Schröder, und seine
Erben, das sind Steinmeier und Merkel. Schröder wurde angezeigt, und zwar vom
Komitee für Grundrechte und Demokratie und vom Netzwerk Friedenskooperative:
wegen Beihilfe zur Vorbereitung auf den Angriffskrieg gegen den Irak. Was macht der Generalbundesanwalt? Er zweifelt gar nicht
groß am Angriffskrieg. Er schreibt zurück: „Ein Analogieschluss dahingehend,
dass dann, wenn schon die Vorbereitung eines Angriffskrieges strafbar ist, dies
erst recht für dessen Durchführung gelten müsse, ist im Strafrecht unzulässig...
Folglich scheidet als möglicher Täter aus, wer sich erst bei oder nach
Kriegsausbruch in das kriegerische Unternehmen einschaltet.“ Der Schrotthändler, sagt der Generalbundesanwalt, der die
Wachen gestellt hat, der alles mitgekriegt hat; der die Starterlaubnis gegeben
hat und die Landeerlaubnis jeden Tag, und der immer noch das alles geschehen läßt
auf seinem eigenen Schrottplatz; der Schrotthändler hat das alles gemacht und
macht es noch immer ohne Vorbereitung. Der Schrotthändler, sagt der
Generalbundesanwalt, hat null Plan. Nun müßte ja der Generalbundesanwalt gucken, ob sonst
noch ein Delikt vorliegt. Folter - also Beihilfe zur schweren Körperverletzung,
teils mit Todesfolge. Verschleppung. Bombardierung - also Beihilfe zum Totschlag
oder zum Mord, Massenmord, täglich aufs Neue bis heute. Der Generalbundesanwalt hat aber nicht geguckt, und er
guckt nicht. Die Anzeigenden dagegen stellen fest: „Die
Bundesregierung hat sich durch die Unterstützung des völkerrechtswidrigen
Krieges gegen Irak ... mit den zugestandenen Hilfsleistungen wie Überflugsrechten,
Nutzung der Standorte in der BRD für den Krieg, Beteiligung an AWACS- Einsätzen
und Bewachung der US-Einrichtungen , u.a. der Beihilfe zu Mord, Totschlag,
schwerer Körperverletzung und Freiheitsberaubung schuldig gemacht.“ Liebe Friedensfreunde! Der Generalbundesanwalt untersteht den Weisungen des
Schrotthändlers. Der ermittelt nicht gegen seinen Chef. In Italien darf die
Justiz gegen ihre obersten Verbrecher ermitteln. Mutige Ermittler werden in
Italien regelmäßig umgebracht. Was kann man gegen Staatsverbrecher tun? Wer kann etwas
gegen Staatsverbrecher tun? Wir, nur wir. Wir alle werden sehr viel Mut brauchen, um schließlich
unsere Staatsverbrecher hinzubringen, wo sie hingehören: hinter Gitter. Vielen Dank. T:I:S, 24. März 2006 Quelle: Der Generalbundesanwalt am 26. Januar 2006 *Thomas Immanuel SteinbergDie Post geht ab - in den KriegGar manches friedliebende Väterchen hortet sein Erspartes auf dem guten alten Postscheckkonto, heute Girokonto der Postbank. Das ist natürlich blöde, weil's keine Zinsen bringt. Andere besorgten sich ein Postsparbuch, heute Sparkonto. Doch auch das spielt nicht einmal die Geldentwertung ein. Schlaue haben deshalb beizeiten ihre Groschen in Aktien der Deutschen Post AG angelegt:
DEUTSCHE POST AG NA O.N., siehe Handelsblatt.com Börse Kurse + Charts
Kurs-Chart vom 6. März 2006, 12 Uhr mittags Und siehe da: Die Schlauen konnten den Anlagewert binnen drei Jahren verdreifachen. Wie unter anderem, das verrät Heise-Telepolis:
Moral: Auch über schlauen Väterchen, und seien sie noch so friedliebend, schnappt die Kriegsfalle zu. Sie heißt Kapitalismus. T:I:S, 6. März 2006 *Richard
Bernstein und Michael R. Gordon, New York Times
Berliner Geheimpapier: Deutsche Spione
halfen den USA im Irak.
Berlin,
1. März 2006. Von Anfang 2003 bis zur amerikanischen Militärinvasion
des Irak versah ein deutscher Geheimdienst-Offizier, der im Büro des Generals
Tommy R. Franks, dem amerikanischen Befehlshaber der Invasion, stationiert war,
die Vereinigten Staaten mit Informationen, die in Bagdad von zwei dort tätigen
deutschen Geheimdienst-Offizieren zusammen getragen wurden. Das steht in einem
geheimen deutschen Bericht. Die Entscheidung, den Offizier dort zu stationieren, wurde
auf höchster deutscher Regierungsebene vorbereitet und gebilligt, unter anderm
von Frank-Walter Steinmeier, dem Stabsleiter des damaligen Kanzlers Gerhard Schröder,
und dem damaligen Außenminister Joschka Fischer. Herr Steinmeier ist jetzt Außenminister. Der Austausch von Geheimdienst-Informationen ist in einem
Geheimbericht beschrieben, der von einem Ausschuß des deutschen Parlaments
erstellt wurde. Der Ausschuß hatte in den vergangenen Wochen hinter
verschlossenen Türen Anhörungen zur Rolle deutscher Geheimdienste im
Irak-Krieg abgehalten. Der ganze Artikel steht in der New York Times vom 2. März 2006. Steinmeier hatte noch im Januar eine Kriegsbeteiligung Deutschlands bestritten; Ströbele tat, als sei er völlig überrascht von der Nachricht einer deutschen Beteiligung am Irakkrieg. Inzwischen hat Ströble einige anscheinend sachdienliche Angaben ins Netz gestellt, siehe Steinmeier lügt offen und ehrlich und die dortigen Links. T:I:S, 2. März 2006 *Kommentar1999 erfanden Schröder, Fischer und Scharping den angeblich serbischen Hufeisenplan zur Vernichtung der Kosovo-Albaner. Sie gewannen mit dieser Lüge und mit anderen Vorkriegslügen die Zustimmung der deutschen Bevölkerungsmehrheit zur Vernichtung Jugoslawiens durch deutsche, US-amerikanische und britische Streitkräfte. 2003 war eine deutsche Bevölkerungsmehrheit für die Zertrümmerung des Irak nicht zu erlangen. Daher beteiligte sich die Staatsmacht am Krieg und log, sie sei nicht beteiligt. Nach derzeitigem Informationsstand kooperierte Steinmeier, der jetzige deutsche Außenminister, mit der Regierung der USA, einem Regime, vor dessen diktatorischen Ambitionen inzwischen selbst Teilen der herrschenden Klasse der USA angst und bange wird. Abschaffung der Bürgerrechte daheim, Angriffskriege, der Sturz fremder Regierungen und die Terrorisierung weiter Teile der Welt durch Entführung, Folter und Mord - das sind die politischen Mittel des Bush-Regimes, Steinmeiers Auftraggebern. Doch Steinmeier ist nicht das Problem. Das Problem heißt US-Streitkräfte. Solange US-Streitkräfte in Deutschland stationiert sind, hat Friedenspolitik in Deutschland keine Chance. Die US-Streitkräfte sind aus Deutschland zu vertreiben, 1. um den weltweiten Militär-Industrie-Komplex zu schwächen; Wie in Latein-Amerika und in Südostasien, so auch in Deutschland: Die Bourgeoisie und ihren Repressionsapparat bekämpfen heißt, deren Beschützer verjagen. Die US-amerikanische Friedensbewegung ist sich mit allen Friedensbewegungen der Welt einig in der Forderung, die seit dem Korea-Krieg auf gut Deutsch-Englisch lautet: Ami go home. T:I:S, 2. März 2006 *Belarus: An der unmittelbaren Finanzierung umsturzorientierter Kräfte, die vorrangig von Washington getragen wird, beteiligt sich Presseberichten zufolge auch das Auswärtige Amt. german-foreign-policy.com , T:I:S, 1. März 2006
Thomas Immanuel SteinbergBelarus: Umsturzhilfe aus Deutschland"Gezielt wird die Staatsmacht in Belarus provoziert. Am Freitag (dem 17. Februar 2006, T:I:S) meldeten Nachrichtenagenturen, die Polizei habe rund 20 Teilnehmer einer Protestkundgebung der Opposition festgenommen. Fotografen westlicher Medien waren vor Ort. Ausgebildet für den Graswurzelkampf werden die 'gewaltfreien Aktivisten' unter anderem vom 'Bund für soziale Verteidigung e.V.' mit Sitz in Minden." (Rüdiger Göbel) SteinbergRecherche hatte am 9. Februar 2006 angenommen, Pax Christi, Versöhnungsbund und DFG-VK, drei der Trägerorganisationen des Bundes für Soziale Verteidigung, wüßten nicht, was sie taten, als sie die Umsturzaktivitäten dieses Bundes unterstützten. Im Namen der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) verwahrte sich Stephan Brües aus Wuppertal gegen diese Annahme. Hier sein Leserbrief "Vorgefertigtes Bild?" - Zu jW vom 9. Februar: "Umstürzler des Tages: BSV". Der ebenfalls angesprochene Versöhnungsbund und Pax Christi schwiegen bisher zum zugesandten Mail. Björn Kunter, Geschäftsführer des Bundes für Soziale Verteidigung e.V. in Minden (BSV), zementierte in einem Interview den Eindruck von seinen Aktivitäten bei der jungen Welt und bei SteinbergRecherche.
Kaum je kam Antikommunismus erbärmlicher daher. Hier das ganze Interview. T:I:S, 21. Februar 2006 siehe auch die Beiträge von 2005 und 2004 zu den deutsch-US-amerikanischen Umsturzversuchen in Belarus *An Pax Christi, Versöhnungsbund und DFG-VKAn Betrifft:
Feindliche Handlungen gegen den Staat Belarus Sehr geehrte Damen und Herren, Sie gehören – neben den Grünen und den Jusos, die den
Krieg gegen Jugoslawien 1999 betrieben haben –
zu den Trägern des Bundes für Soziale Verteidigung. Der Bund kündigt unter http://www.soziale-verteidigung.de/zivilcourage.pdf Veranstaltungen gegen den Staat Belarus an, die der Vorbereitung des Überfalls auf Jugoslawien bei Grünen und Jusos bis 1999 ähneln.Ich nehme an, Sie wußten nicht, was der Bund in Ihrem
Namen tut und werden nun Ihre Mitarbeit einstellen, die Trägerschaft aufgeben
und mit allen Friedensfreunden gemeinsam die günen und
jung-sozialdemokratischen Kriegstreiber bekämpfen. Ich bitte um Bestätigung meiner Annahmen. Mit freundlichen Grüßen Thomas Immanuel Steinberg, Gewerkschaftlicher Arbeitskreis
Frieden Hamburg Zur Kenntnis: Beitrag in der jungen Welt http://www.jungewelt.de/2006/02-09/049.php vom 9. Februar 2006. T:I:S, 9. Februar 2006 *Thomas Immanuel SteinbergSteinmeier lügt offen und ehrlich.Einfach nur ekelhaft: Ströbele*
Tatsache: Mit der Gewährung von Überflugrechten und der Nutzung von US-Basen war Deutschland Kriegspartei gegen den Irak - und ist es bis heute.
Tatsache: Die NATO ist ein Verteidigungsbündnis. Der Irak hatte kein NATO-Land angegriffen. Ein Bündnisfall lag nicht vor. Eine Verpflichtung zur Beihilfe bestand nicht. Im Gegenteil war die Beteiligung Deutschlands am Angriff völkerrechts-, grundgesetz- und strafrechtswidrig.
Laut US-Informationen half der Bundesnachrichtendienst (BND), den Steinmeier 2003 als Kanzleramtsminister beaufsichtigte, bei der Auswahl der Bomber-Ziele im Irak.
Quelle und Quelle, T:I:S, 13. Januar 2005 * siehe jedoch die anscheinend sachdienlichen Angaben, die Ströbele nunmehr ins Netz gestellt hat. T:I:S, 2. März 2006 *Betrifft § 138 StGB: Nichtanzeige geplanter StraftatenOffener Brief Sehr geehrter Herr Generalbundesanwalt, aus dem Artikel „Ein Abgrund“ von Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung vom 6. Dezember 2005 erfahre ich, daß offenbar Mitglieder der vorigen Bundesregierung und hohe Beamte zahlreiche schwere Verbrechen begangen haben, darunter „Folter, also schwerste Körperverletzung, begangen durch Unterlassen. Oder Strafvereitelung im Amt, weil die Aufklärung und Verfolgung einer schweren Straftat, nämlich der Verschleppung eines deutschen Staatsbürgers, verhindert oder zumindest behindert und die ermittelnde Staatsanwaltschaft genasführt worden ist.“ Mit Sicherheit weit früher haben auch Sie, Herr Generalbundesanwalt, von diesen Verbrechen erfahren. Sie haben bis dato keine Ermittlungen gegen die der Verbrechen dringend Verdächtigen eingeleitet. Auch in dem früheren Fall des völkerrechtwidrigen, grundgesetzwidrigen und schwerst strafbewehrten Angriffs auf ein anderes Land, nämlich Jugoslawien, blieb Ihre Behörde trotz zahlreicher Anzeigen - darunter auch meine - untätig. Somit drohen die der Verbrechen dringend Verdächtigen und deren Amtsnachfolger, die verbrecherische Praxis fortzusetzen. Ich verzichte, wegen offensichtlicher Aussichtslosigkeit, auf eine Anzeige bei Ihnen. Ich habe indes von dem Vorhaben fortgesetzter Verbrechen zu einer Zeit, zu der die Ausführung oder der Erfolg noch abgewendet werden kann, glaubhaft erfahren. Nach §138 StGB darf ich es nicht unterlassen, den von den Verbrechen Bedrohten rechtzeitig Anzeige zu machen, da mir sonst eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe droht. Alle Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik sind von diesen Verbrechen bedroht. Ich mache meinen Leserinnen und Lesern hiermit von ihrer Bedrohung durch die mutmaßlichen Verbrecher in der Bundesregierung Anzeige, um mich nicht selbst strafbar zu machen. Ich rate allen meinen Leserinnen und Lesern, die nun von ihrer Bedrohung durch die mutmaßlichen Verbrecher in der Regierung wissen, dringend, ihren unwissenden Mitbürgerinnen und Mitbürgern unverzüglich von der Bedrohung zu berichten, da ihnen selbst sonst gleichfalls eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe droht. Hochachtungsvoll, Thomas Immanuel Steinberg Dank für den Hinweis an Andreas Hauß ; Bericht in der SZ vom 5. Dezember 2005 T:I:S, 7. Dezember 2005 *Thomas Immanuel SteinbergÜbrigens: Falls sich einer gegen
Deutschland wehrt, mit einer Bombe zum Beispiel.
Der deutsche Staat hat gegen Jugoslawien Krieg geführt,
das Land unterworfen und zerschlagen. Die Gegenwehr gegen den deutschen Staat
war berechtigt, ebenso wie jede Befehlsverweigerung auf deutscher Seite. Der deutsche Staat hat auch gegen den Irak Krieg geführt.
Er hat dem US-Staat geholfen, den Irak anzugreifen, von deutschem Territorium
aus. Der deutsche Staat führt immer noch Krieg gegen den Irak, denn er hilft
immer noch von seinem Territorium aus dem US-Staat, den Irak besetzt zu halten.
Jede Gegenwehr gegen den deutschen Staat als Besatzungshelfer des US-Staates,
und somit als Kriegspartei, ist berechtigt, ganz wie im Falle Jugoslawiens. Wenn also ein Iraker, sagen wir mal, eine Bombe bastelt und
sie morgen in eine deutsche Kaserne schmeißt, dann würde er rechtmäßig
handeln. Da hülfe kein Zetern und kein Klagen über Terror und feige Verbrecher
– der Iraker bliebe im Recht. Nicht nur ein Iraker. Die Bundesmarine kontrolliert
zur Zeit am Horn von Afrika die Ladung von Schiffen fremder Länder. Will
heißen: Der deutsche Staat hat den Krieg gegen die Länder eröffnet, unter
deren Flagge diese Schiffe segeln. Das sind die üblichen Verdächtigen. Einer
aus einem dieser Länder könnte jetzt eine Bombe basteln und sie in eine
deutsche Kaserne schmeißen: Er hätte das Recht dazu. Das ist schlimm für die deutschen Soldaten. Doch sie können
sich weigern mitzuhelfen, fremde Länder zu überfallen oder deren Schiffe
aufzubringen. Einer hat sich schon geweigert, am Irak-Krieg mitzutun. Das
Bundesverwaltungsgericht hat ihm das Recht zur Verweigerung zugebilligt. Wie ein
Mann sollte die Bundeswehr dem Manne folgen. Aber der Krieg des deutschen Staates gegen den Orient ist
auch schlimm für uns: Der Iraker und die anderen aufgebrachten Levantiner
werden nicht immer wissen wollen, was sie völkerrechtlich dürfen – deutsche
Soldaten töten; und was nicht – nämlich auf Zivilisten zielen. T:I:S, 29. November 2005 *Thomas Immanuel SteinbergWie in einer Nußschale
Peter Struck spricht wahr. Was er
verschweigt, verrät bin Laden.
Der Verteidigungsminister hat in zwei Interviews (1) erklärt,
was die Bundeswehr soll – egal, wer künftig regiert. Struck hält sich an
Fakten. Das Wichtigste freilich verschweigt er. Doch das verraten die Videos von
bin Laden. Struck sieht „niemanden, der unser Land angreifen könnte“
- wie wahr. Also braucht Deutschland keine Wehrmacht. Denn das Grundgesetz
erlaubt nur Verteidigung. Schon die Vorbereitung eines Angriffskriegs ist ein
Verbrechen. Doch Struck schränkt ein, er sehe keinen Angreifer -
„von terroristischen Bedrohungen abgesehen.“ Würde Struck den Terror
meinen, den die Verschwörer der NATO-Organisation Gladio und Silvio Berlusconis
P2-Loge mit der Sprengung des Bahnhofs von Bologna verbreiteten, er müßte die
Polizei verstärken, oder besser noch, die Hintermänner entmachten. Da hülfe
keine Bundeswehr, im Gegenteil. Al Qaida Struck meint den anderen Terror, für den ein arabisches
Wort herumgeistert, ohne daß je eine Organisation namens Al Qaida existiert hätte.
Woher dieser Terror kommt, weiß der Minister. Ob der Einsatz in Afghanistan Deutschland nicht
erst recht zum Ziel von Terroristen mache, wird er gefragt. Struck:
„Das ist nicht auszuschließen. Es wäre ein Irrtum anzunehmen, nur weil wir
am Irak-Krieg nicht teilgenommen haben, würden wir verschont bleiben. Wir sind
keine einsame Insel.“ Der Minister weiß, daß Deutschland am Irak-Krieg beteiligt war. Mit der
Überflugerlaubnis und dem Nachschub aus Deutschland war unser Land
Kriegspartei. Nach internationalem Recht hätte Saddam Hussein sich mit Waffen
gegen den Angreifer Deutschland wehren dürfen, ebenso wie gegen die
Invasionskoalition aus US-Amerikanern und Briten. Auch die Nazis bezeichneten
den legalen Widerstand gegen jeden ihrer Überfälle als Terror. Afghanischer Mohn Deutschland war und ist keine Insel, auch nicht beim Einsatz in Afghanistan. Deutschland gehört zum westlichen Festland, das den Mohn in Afghanistan unmittelbar nach der Entmachtung der Taliban wieder hat erblühen lassen. Die Taliban hatten alle Mohnfelder in ihrem Herrschaftsgebiet beseitigt. Sollen deutsche Soldaten auch das Hauptproblem des Landes angehen, den Drogenanbau, fragt der Journalist? Das wäre allerdings absurd. Der Minister weist das untergeschobene Einsatzziel zurück: "Deutsche Soldaten werden sich am Kampf gegen den Drogenanbau mittelbar beteiligen, aber keine Drogenfelder abbrennen. Wenn wir aber etwa neben einem Waffenlager Drogenpakete finden, dann werden wird das den afghanischen Behörden mitteilen.“ Die afghanischen Behörden, kaum Herren über Kabul, werden tun, was sie gegen Mohnanbau tun können und sollen: nichts. Und Peter Struck kommt sofort auf die Fakten zurück. Der Einsatz von
Bundeswehrsoldaten in Afghanistan provoziere den Widerstand der Taliban, der
sich unter anderm gegen den Drogenanbau richtet. „Klar ist: Die
Bundeswehr wird in Afghanistan mehr Verantwortung übernehmen, mehr
Verantwortung bedeutet auch höhere Gefährdung.“ Wo immer die Bundeswehr bei einer Besatzung mitwirkt, lenkt sie den
Widerstand auf sich und ihr Land. Struck weiß, daß daheim der Zusammenhang
erkannt wird: „Natürlich ist es für die Soldaten im Ausland wichtig, daß
ihr Einsatz von möglichst breiter Zustimmung getragen wird. Wenn es zu Toten
kommt, wollen die Soldaten keine strittige politische Diskussion darüber, ob
ihr Einsatz überhaupt richtig war.“ Öl Wofür werden die Soldaten eingesetzt? Wofür bombardierten sie
Jugoslawien, wozu diente die Gestattung der Starts und Überflüge in den Irak,
wozu dümpelt Bundesmarine am Horn
von Afrika? Worum geht es im Sudan? Einer von Strucks Feinden, der grüne
Faschist bin Laden (2), hat längst geantwortet. In seiner ersten
Video-Ansprache nach dem 11. September 2001 stellte bin Laden drei Forderungen: · Die 6000 GIs
sollen Saudi-Arabien verlassen. Die USA
antworteten mit einem Teilabzug aus Saudi-Arabien, ohne Folgen für ihre
Machtstellung im Nahen Osten; sie befestigten ihren Wachturm Israel; und sie
warfen den Irak endgültig nieder. Sie eroberten die irakischen Ölfelder,
behielten den billigen Zugang zum saudischen Öl und wichen nicht von der
Festung Israel. Kürzlich fragte
Ayman al Zawahiri per Video: “Hat Osama bin Laden euch nicht gesagt, daß ihr
von Frieden nicht träumen könnt, solange wir nicht in Palästina leben können
und bevor nicht alle fremden Streitkräfte das Land Mohammeds verlassen
haben?“ Er hat. Nochmals 2004 bot bin Laden eine hudna, einen
Waffenstillstand an. Seine Forderungen lauteten wie gehabt :
Rückzug aus dem Irak; Schluß mit der Unterstützung Israels; und militärische
Aufgabe des Nahen Ostens. Kurz: Das Öl gehört uns. Ewiger Krieg
– für Demokratie Um den Zugang zu
den Ressourcen, vor allem Öl und Gas, geht es al Zawahiri und bin Laden, Bush
und Struck. Bushs 9/11 Commission Report führt gegen die Forderungen der Feinde
an: Ihr langfristiges Ziel sei laut eigener Bekundung die Wiedererrichtung des
Kalifats, eines islamistischen Superstaats, bereit zum ewigen Krieg gegen den
Westen. Ein Einlenken sei daher nutzlos. (4) Mit größerem
Recht dürften bin Laden und al Zawahiri entgegnen: Bush und seine Helfer aus Strucks Vaterland
versprachen den Serben Demokratie. Die Serben bekamen Bomben, abgereichertes
Uran und Elend. Bush und seine Helfer versprachen den Afghanen Demokratie. Die
Afghanen bekamen Bomben, den Mohnanbau wieder – und Chaos. Bush und seine
Helfer versprachen den Irakern Demokratie. Die Iraker bekamen Bomben, Folterhöllen
und Verwüstung. Bush will auch die übrige Welt mit Demokratie überziehen,
bereit zum ewigen Krieg gegen den Islam. Struck und andere stehen ihm bei. Ein
Einlenken, so könnten bin Laden
und al Zawahiri fast überzeugend anführen, sei daher aussichtslos. Die Wahl der
Herrschenden Muß nicht aber
Deutschland zum Frieden beitragen, notfalls durch Krieg? Ja, meint Struck,
„wir müssen die Bundeswehr von einer Armee, die innerhalb unseres
Landes Verteidigungsaufgaben zu übernehmen hatte, in eine Armee im Einsatz
umbauen - und zwar überall auf der Welt, wo es durch Beschlüsse der Vereinten
Nationen und Mandate der Europäischen Union hingehen soll.“ Müssen wir?
Struck bleibt weiter ehrlich: „Generell
ist das Einsatzgebiet der Bundeswehr die ganze Welt. Aber natürlich gibt es
Regionen, wie zum Beispiel Südamerika, in denen Europa nicht die erste
Verantwortung hat. Außerdem haben wir immer die Wahl, ob wir uns an einem
Einsatz von Uno oder Nato beteiligen.“ Wie in einer Nußschale spiegeln sich die westliche und die widerständige Hälfte. Sie beschuldigen sich gegenseitig und liefern sich gegenseitig die Rechtfertigung für Krieg. Preßt man den Nußkern zusammen, tropft Öl heraus, Erdöl. Doch erstens lagert das Erdöl unter deren Sand und nicht unter unsern Feldern. Und zweitens, sagt Struck, hat unsere Herrschaftselite die Wahl. Doch solange es nach ihr geht, wird kein Frieden sein. T:I:S,
16. August 2005 (1) Quellen der Struck-Zitate: "Das Einsatzgebiet ist die ganze Welt." Struck über Auslandseinsätze, Heimatschutz und Wehrpflicht. Politik & Zeitgeschehen, ZDF, 9. August 2005 und "Unser Einsatzgebiet ist die ganze Welt." Welt am Sonntag, 14.August 2005 (2) Oliver Fahrni: Die Wurzeln des Terrors. Die Woche, 21. September 2001, S. 4 u. 5, nennt die Ungeheuer, die die US-Amerikaner selbst gezüchtet haben, grüne Faschisten. (3)
In
seiner ersten Video-Ansprache nach den Anschlägen stellte
bin Laden Forderungen an die USA:
"Let
the United States know that with God's permission, the battle will continue to
be waged on its territory until it leaves our lands, stops its support for the
Jews, and lifts the unjust embargo on the Iraqi people who have lost more than
one million children."
Auf
deutsch: "Die USA sollen wissen, daß mit Gottes Erlaubnis die Schlacht auf
ihrem Gebiet ausgetragen wird, bis sie unsere Länder (oder: unsere Lande)
verlassen, ihre Unterstützung für die Juden beenden und das ungerechte Embargo
über das irakische Volk aufheben, das mehr als eine Million Kinder verloren
hat."
BBC:
In full: Al-Qaeda
statement. Wednesday, 10 October, 2001, 02:07 GMT 03:07 UK (4) So die Zusammenfassung von Daveed Gartenstein-Ross, internationaler Berater für Konterterrorismus, in William Kristols Weekly Standard. Kristol ist ein tonangebender Neo-Konservativer. siehe auch Thomas Immanuel Steinberg: Die eurasischen Transportkorridore und die USA. Oder: Warum Jugoslawien, Tschetschenien und Afghanistan bombardiert werden - und nicht Reitbrook. 18. Dezember 2001, Text und Anmerkung 20 und Ami go home *Steinberg Recherche Referent Texte 2010 Texte 2009 Texte 2008 Texte 2007 Texte 2006 Texte 2005 Texte 2004 Texte bis 2003 Karten Bilder Suchen Home Newsletter?
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