Die Antideutschen

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Siehe auch Die Anti-Linken und Zionistische Provokationen, den älteren Überblicksartikel „Ein Propagandaministerium, wie Goebbels“ -  Die Kriegs-Lobby und die Antideutschen sowie Zionismus, Faschismus und Honestly Concerned; zu den Anti-Linken siehe auch Partei Die Linke; unter Israel zahlreiche Links zu weiteren Beiträgen

 

IIIAntideutsche: deutscher Ableger der Neocons

Jürgen Elsässer in 'junge Welt' vom 2.8.2006 in einem Artikel mit dem Titel 'Alte Feinde, neue Feinde'

Von einem drohenden Weltkrieg, runderneuertem Faschismus und den jüngsten Mutationen der sogenannten Antideutschen – und wie der Widerstand gegen all dies aufgebaut werden könnte

Arbeiterfotografie, T:I:S, 18. Januar 2010

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*

Fabian Köhler*

Das sind doch Nazis, oder?

Sie hetzen gegen den „Multikulti-Terror“, vergleichen den Koran mit „Mein Kampf“ und fordern, islamische Länder mit Atomwaffen zu bombardieren. Einige linksextreme Gruppen sehen im Islam die größte Bedrohung der Welt und ziehen in ihren Forderungen weit rechts an den Rechtsextremen vorbei.

„Fast wäre es die perfekte Demonstration geworden“, erzählt Matthias. „Wie aus dem nichts“, freut er sich, „wurden es 40.000 Menschen“, die am 20. September des vergangenen Jahres in Köln gegen Islamfeindlichkeit und gegen den „Anti-Islamisierungskongress“ der rechtsradikalen Kölner Bügerbewegung „pro Köln“ demonstrierten. Vom Altkommunisten bis zum einfachen Kölner Bürger – jeder schien dabei gewesen zu sein. Letztendlich gelang es sogar, „pro Köln“ an ihren Veranstaltungen und ihrer Hetze gegen Muslime zu hindern.

Matthias ist Anfang 20, bezeichnet sich selbst als Antifaschist und bat darum, seinen Namen zu ändern. Einen Haken hatte die Demonstration damals, wie er erzählt:  Ein paar Hundert schwarzvermummte Jugendliche passten nicht so ganz in das  Bild dieses Protestzugs. Während sie sich am Kölner Hauptbahnhof an die Spitze der Demonstrationen setzten, etwas von „Nie wieder Deutschland!“ schrien und Israel- und USA-Fahnen über ihnen wehten, prangte neben einer grimmigen Comicfigur in übergroßen Lettern „Gegen Islamismus“ vom übergroßen Transparent. Ging es hier nicht darum, Solidarität mit den Kölner Muslimen zu zeigen? Gab man nicht der Gegenseite Zuspruch, wenn man gerade heute vor angeblichen oder realen islamischen Bedrohungen warnte?

Linke, die den Rassismus für sich entdeckt haben

„Diese Leute haben nichts mit uns gemein“, beteuert Matthias immer wieder in einem kleinen Café am Rande des Weimarer Schlossparks Belvedere. Mit „diesen Leuten“ meint er eine Bewegung, die sicherlich zu den widersprüchlichsten und deren gefährliche Ideologie zu den unterschätztesten gehört. Sie verstehen sich selbst als Linke, die sich von der Linken emanzipiert zu haben meinen. Muslime bezeichnen sie als „grüne Nazis“, sie selbst nennen sich „Antideutsche“. Doch tatsächlich scheinen ihre Argumenta­tionsmuster sehr dem zu entsprechen, was man in negativer Weise gemeinhin mit dem Begriff „deutsch“ assoziiert. Es sind Linke, die den Rassismus für sich entdeckt haben, und dieser richtet sich zunehmend gegen Muslime.

Vor Matthias liegen ein paar Ausgaben der antideutschen Szenezeitschrift Bahamas. Das sei die schlimmste, sagt er. Die Bahamas ist so etwas wie das Leit­organ der Bewegung. In ihr bildete sich Anfang der 1990er-Jahre deren Ideologie heraus und radikalisierte sich stetig weiter. Eine „verrohte und verrohende Religion“ sei der Islam, oder „Wer PDS wählt, wählt den Islamfaschismus“ prangt von ihren Seiten. Die Artikel sind größtenteils im Ton politischer Kampfschriften geschrieben, die dort vertretenen Argumentationen sind so löchrig wie polemisch.

Der antisemitische Deutsche wird zum barbarischen Muslim

Die Abtrennung der Antideutschen von der übrigen Linken war ein wenig beachtetes Phänomen in der aufgeregten Wendezeit. Während in Leipzig zehntausende Menschen für das nahende Ende der DDR und die deutsche Wiedervereinigung demonstrierten, fanden sich in Frankfurt/Main 20.000 Anhänger kommunistischer Gruppen und der Grünen zusammen, um auf die Gefahren der Wiedervereinigung aufmerksam zu machen. Den Deutschen, so die Demonstranten schon damals, sei der Antisemitismus kulturell quasi unauslöschbar eingeschrieben, und jeder deutsche Staat führe so unweigerlich in den Faschismus.

„Was ist denn davon geblieben?“, fragt mich Matthias, nervös am Revers seiner  Jacke herumspielend, als ich ihm entgegne, dass man ihnen doch wenigsten zugutehalten müsste, auf Ängste aufmerksam gemacht zu haben, die in der Euphorie der Wendejahre ungehört blieben – Ängste, die in den kommenden Jahren zwischen Rostock-Lichtenhagen und Hoyerswerda scheinbar ihre Bestätigungen fanden. Doch tatsächlich scheinen Antideutsche heute zu genau dem geworden zu sein, was sie einst zu bekämpfen vorgaben. Der Islam ersetzte in den Folgejahren die deutsche Kultur als Prototypen unzivilisierter Barbarei. Aus dem per se antisemitischen Deutschen wurde der menschenverach­tende Moslem.

Gegen die „Multikulti-Hölle“ Berlin-Kreuzberg

Heute sucht man vergeblich nach Antideutschen auf regenbogenfarbenen Friedensdemos. Antideutsche wähnen sich als Speerspitze in einem Kulturkampf zwischen aufgeklärter Demokratie und der islamischen Barbarei. Ihre Slogans lauten z.B. „Panzer in Ramallah – das ist wahre Antifa“, oder sie fordern die Bombardierung Bagdads mit Atomwaffen. Die Kriege im Irak und Afghanistan werden so zu „tätigem Antifaschismus“, wie die Bahamas schreibt,  und George W. Bush zum „Man of Peace“. „Kapitalismus viel gut, Islam viel schlecht“, so brachte der Autor Georg Wißmeier die Komplexität der antideutschen Grundüberzeugung auf den Punkt.

„Eigentlich verurteilen sie alles, wofür linkes antifaschistisches Engagement einst stand“, erzählt Matthias leicht wehmütig. Antikapitalismus verurteilen sie als versteckten Antisemitismus. Antiimperialismus solidarisiere sich mit der islamischen Barbarei. Multikulturelles Zusammenleben lehnen Antideutsche deshalb ab, weil es Freiräume für Islamisten und Extremisten schaffe. Zur Abwehr dieses „Multikulti-Faschismus‘“, so berichtet der Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalens, schrecken Antideutsche auch nicht vor „erheblicher Gewalt“ zurück.  So attackieren vermummte Anhänger schon mal den Kreuzberger „Karneval der Kulturen“ und liefern sich Straßenschlachten und Messerstechereien mit anderen linken Jugendlichen. Ihr Vorwurf: Der Berliner Stadtteil sei zur „Multikulti-Hölle“ verkommen, Kreuzberg sei besetzt „von Islamofaschisten und arabischen Streetgangs“, die den „multikulturellen Terror“ schürten.

Die Wiederentdeckung des Volksbegriffs

„Eigentlich sind sie nichts als Rassisten!“, platzt es nach knapp zwei Stunden Gespräch deutlich genervt aus Matthias heraus. Galt doch gerade die Verwendung des Volksbegriffs in der Linken als Inbegriff eines rassistischen Weltbild, so wird er in der Antideutschen auf einem Niveau wiederbelebt, das sich vor dem Rassismus rechtsradikaler Gruppierungen nicht mehr verstecken müsse. Die Welt, da sind sich Antideutsche sicher, bestehe aus den „Deutschen“, den „Muslimen“ und den „Juden“. Und selbst die so lobenswerte wie stete Warnung vor dem Antisemitismus gerate zur Farce, so der israelische Soziologe Mosche Zuckermann, sie sei nicht mehr als Heuchelei. „Israel“, so schreibt Zuckermann in seinem Aufsatz „Was heißt: Solidarität mit Israel?“, werde von den Antideutschen als pure Projektionsfläche für eigene Befindlichkeiten missbraucht. Ihre „bedingungslose Solidarität“ verwandle die „reale Tragödie in eine Narrenposse.“

Der Erfolg der Antideutschen erklärt sich v.a. durch ihr scheinbares Verschwinden. Denn viele ihrer Programmatiken gehören heute zum linken Konsens. Es gibt kaum eine Anti-Nazi-Demo, auf der man nicht die Israel- oder USA-Fahne wehen sieht, obwohl die Ablehnung jedes Nationalismus‘ doch einst eine urlinke Forderung war. Das Thema Antiimperialismus, so erzählt Matthias, habe heute selbst in Diskussionsrunden in besetzten Häusern schnell etwas Anrüchiges. Waren es anfangs noch unbekannte Szenezeitschriften einer kleinen Subkultur, die wie die Bahamas oder die Leipziger Phase 2 antideutsche Schriften verbreiteten, so drangen antideutsche Themen später auch in die linke Mainstreampresse wie die „konkret“ oder die „Jungle World“ ein.

Islamfeindlichkeit wird ein Teil des Veranstaltungskalenders

Veranstaltungen, die vor  der „islamischen Bedrohung“ warnen, sind heute selbstverständlicher Bestandteil jedes Antifa-Programmkalenders, die Podien werden überwiegend mit Antideutschen besetzt. So lud z.B. die Jenaer Antifa im Juni 2009 den antideutschen Autor Stephan Grigat zu einer Veranstaltung über „islamischen Antisemitismus“ ein. Der Islam, so meint Grigat, strebe nach der „Weltbeherrschung“, die die ganze Welt „zur Hölle machen werde.“

Grigat gehört übrigens zu den meistzitierten Autoren auf der rechtsextremen und islamfeindlichen Internetseite „Politically Incorrect“, die auch den Kölner „Anti-Islamisierungskongress“ der Bürgerbewegung „pro Köln“ mitorganisierte.  Als der Demonstationszug damals in Richtung der Domplatte marschierte, erzählt Matthias, trat neben ihm ein älteres Paar aus dem Bahnhofsgebäude heraus. Nach ein paar Sekunden skeptischer Blicke murmelte die Frau zu ihrem Mann: „Das sind doch Nazis, oder?“ Es gibt sicherlich nicht viele Gründe, der Frau nicht mit einem „Ja“ zu antworten.

*Fabian Köhler ist Chefredakteur der unabhängigen Studentenzeitschrift  unique, Jena. Sie erscheint achtmal im Jahr in einer Auflage von 4 000 Stück. Der obige Beitrag ist unverändert der Nr. 50 über  Islamophobie in Deutschland, .pdf-Datei, vom November 2009, Seiten 15 und 16, entnommen. 

T:I:S, 29. Oktober 2009

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/dieantideutschen.htm#FabianKoehler  

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Thomas Immanuel Steinberg

11. September, Ahmadinedschad und Jörg Haider

Linke Selbstzerfleischung auf Nebenschauplätzen?

Anti-Linke unter Führung des inzwischen zurückgetretenen Vorsitzenden des Club Voltaire in Frankfurt am Main, Andreas Waibel, wollten am 9. Oktober 2009 eine Veranstaltung mit Arbeiterfotografie, Bandbreite und Elias Davidsson sprengen. Der Versuch mißlang, doch jetzt wird nachgekartet. Im Portal Neue Rheinische Zeitung findet Christel Mertens:

  1. Arbeiterfotografie habe „mit einigen Veröffentlichungen ... den Antideutschen prächtige Steilvorlagen geliefert.“ 

  2.  „Berichterstattung, wie hier im Falle 9/11“ sei problematisch, wenn sie „so dogmatisch in quasi-religiösen Welterklärungsmodellen mit ausschließlichem Wahrheitsanspruch und damit in einer versimpelnden dualistischen Einteilung der Welt in Gut und Böse endet.“

  3. Eine  „deutlichere Abgrenzung nach Rechts zum Beispiel im Fall ihrer Ursachendarstellung zum Unfalltod des besoffenen Rechtspopulisten Jörg Haider und in ihrem Umgang mit dem iranischen Präsidenten Ahmadinedschad wäre notwendig gewesen.“

  4. „Vor allem die Machtausübenden – Bourgeoisie und Kapital im Lande – freuen sich über diese Selbstzerfleischung von Linken auf diversen Schauplätzen“.

  5.  „Während in diesem Land und anderswo soziale Konflikte immer mehr zunehmen und die Gesellschaft auseinander zu brechen droht, versperrt man sich selbst durch die Eröffnung von Nebenschauplätzen auch die letzen Möglichkeiten, Zuspruch zu gewinnen.“ 

  6.  „Und wenn sie sich Medienkritik auf die Fahne schreibt, könnte die Arbeiterfotografie auch an die Bertelsmannstiftung, die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, den Bürgerkonvent, zweifelhafte Wissenschaftler und Experten und deren Kolporteure, die Mainstream-Medien, denken.“

Zu 1. Steilvorlage für die Antideutschen?

Kein linker Gegner der israelischen Staats- und Regierungspolitik, kein linker Gegner der US-Außenpolitik entgeht den Beschimpfungen und Diffamierungen von Antideutschen, egal, wie elaboriert er sich äußert. Antideutschen muß niemand den Ball zuspielen, sie treten einfach zu.

Zu 2. Dogmatismus?

Wo haben sich die Arbeiterfotografinnen Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann dogmatisch, quasi-religiös, mit ausschließlichem Wahrheitsanspruch und in einer versimpelnden dualistischen Einteilung der Welt in Gut und Böse ergangen? Christel Mertens liefert dafür weder Zitat noch Link.

Zu 3. Abgrenzung vom besoffenen Haider und von Ahmadinedschad nach rechts?

Vorab. Daß Haider betrunken war, hat die Maintream-Presse behauptet. Im Kontext der übrigen offenen Fragen zum Tod von Haider wurde jedoch auch das problematisiert. Christel Mertens hingegen übernimmt unbesehen die zweifelhafte Mainstream-Behauptung.

Zur Abgrenzungsforderung. Immer teilt man in einer Sache die Meinung mit Leuten, die in anderer Sache anderer Meinung sind. Jeder wäre unablässig damit beschäftigt, sich zu distanzieren, folgte er Christel Mertens’ Aufforderung. Tatsächlich haben alle, ausnahmslos alle Mainstream-Medien in Deutschland die kriegstreiberische Falschübersetzung des Ahadinedschad-Zitats jahrelang weiterverbreitet, nicht aus Unwissenheit, sondern aus Gemeinheit oder Feigheit. Arbeiterfotografie, auch SteinbergRecherche, haben sich, mit begrenztem Erfolg, dieser gemeinen und feigen Kriegstreiberei monatelang entgegen gestellt. 

Müssen wir nun, da Ahmadinedschad kein Kriegstreiber ist, wohl aber unsere Mainstream-Medien, der Autorin der Neuen Rheinischen Zeitung ausdrücklich erklären, daß wir mit Ahmadinedschad in vieler weiterer Hinsicht genauso wenig übereinstimmen wie die Mainstream-Medien? Müßten wir uns dann nicht zumindestens gleichermaßen fortwährend von den Mainstream-Medien, diesen entsetztlichen Kriegstreibern, distanzieren, sobald wir in einem Punkt mit ihnen übereinstimmen? Es wäre albern.

Jörg Haider war Großgrundbesitzer und unverhohlener Kapitalvertreter. Seit wann müssen sich Linke von einem erklärten Gegner wie ihm distanzieren?  

Zu 4. Selbstzerfleischung von Linken?

Christel Mertens hält die Antideutschen für Linke. Doch weder wollen sie das Kapital entmachten, noch auch nur das Rüstungskapital. Sie plädieren für Präventivkriege und scheren sich den Teufel ums Völkerrecht. Sie sind also keine Linken, sondern Anti-Linke.  Wer ihre Einschüchterungsversuche, ihre Diffamierungen und ihre tätlichen Angriffe abwehrt, kämpft nicht gegen Linke, sondern gegen Leute, deren Stichwortgeber Broder und Posener heißen, Roger Köppel und Weinthal – Mainstream-Journalisten also bei Springer und Spiegel, Weltwoche und Jerusalem Post.

Zu 5. Die USA, Israel und Iran Nebenschauplätze?

Vorab. Sozial- und Innenpolitik sind Politikfelder, die Labournet recht gut abdeckt.

Zur Weltpolitik. Bestimmte Aspekte der Weltpolitik sind Gegenstand von Arbeiterfotografie, so der 11. September 2001 in den USA. Er wird allenthalben als Einschnitt gesehen, von Linken zudem als der Kriegsvorwand par excellence. Ihn als selbstgeschaffen zu entlarven, bemühen sich auch Die Bandbreite und Elias Davidsson. Meint Christel Mertens allen Ernstes, ein herbeigesprengter Kriegsvorwand mit 3000 Toten sei ein Nebenschauplatz? 

Bei Haider geht es Arbeiterfotografie um die Frage, ob das europäische Kapital Brüche aufweist: hie die Atlantiker (plus Zionisten), da die Einzelstaats-Nationalisten (plus Euro-Großraum-Bastler). Hält Christel Mertens diesen weltpolitischen Interessengegensatz tatsächlich für eine Randfrage?

Zu 6. Wer steht auf gegen den Mainstream?

Vorab. Die deutsche Expansionspolitik, wie von Bertelsmann und BDI betrieben, ist täglich Gegenstand bei German Foreign Policy. Ebenso wie Arbeiterfotografie, Bandbreite und Elias Davidsson auf weltpolitischer Ebene, setzt German Foreign Policy den Mainstream-Medien auf deutsch-außenpolitischer Ebene entgegen, was sich für Linke gehört.

Der Mainstream treibt zum Krieg gegen Iran, und er vernebelt sowohl den US-amerikanischen 11. September als auch die je US-amerikanisch-israelischen und deutsch-europäischen Großmachtbestrebungen. Will Christel Mertens in Wahrheit alldem freien Lauf lassen? 

Dann würde sie selbst beim Mainstream andocken, gegen den zu Felde ziehen sie vorgibt. Vor allem aber würde sie den pseudo-linken Antideutschen, den in Wahrheit deutschen Anti-Linken, zu Gefallen sein. 

Als pars pro toto diene Hamburg.

Anti-Linke haben schon vor Jahren das Hamburger Freie Sender Kombinat (FSK) gekapert und ruiniert. 

Die antideutsche, sich selbst so nennende Hamburger Studienbibliothek vermag jederzeit ein studentisches Auditorium an der Hamburger Universität mit der Hexenverbrennungs-Formel zu Beifallsstürmen hinzureißen,

 wer bestreite, Antisemit zu sein, beweise damit, daß er einer ist. 

Das Kölibri, einst ein linker Jugend- und Kulturtreff in St. Pauli, ist nun fest in der Hand von Anti-Linken. Der 11. September, die kriegshetzerischen Ahmadinedschad-Fälschungen und die unterschiedlichen Weltherrschaftspläne können dort nicht erörtert werden.

Die Partei Die Linke hat in Hamburg seit ihrem Bestehen nicht ein einziges Mal die Zweifel an der Bush-Version von 11. September zum Thema gemacht. 

Die Hamburger Linke hat ihren eigenen Vertreter im Bundestag, den Völkerrechtler Norman Paech zwar die ungeheuren israelischen Verbrechen darlegen lassen, aber auffällig müde auf dessen Verunglimpfung durch die anti-linke Gruppe BAK Shalom in der Partei reagiert.

Überall im Lande läuft Ähnliches ab. Und nun, da sich Arbeiterfotografie, Bandbreite und Elias Davidsson schlicht und einfach dagegen wehren, daß auch der Frankfurter Club Voltaire den Anti-Linken, dem Mainstream also, in die Hände fällt, schießt Christel Mertens quer, mit Munition aus dem antideutschen Arsenal. 

Ist die Neue Rheinische Zeitung noch zu retten?

T:I:S, 19. Oktober 2009

Nachträge

In der Neuen Rheinischen Zeitung haben Klaus Hartmann, Bundesvorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes, und Peter Betscher ähnlich und zum Teil erheblich ergänzend Stellung genommen. T:I:S

Die Bandbreite und der jüdische Menschenrechtler Elias Davidsson traten am 09.10.2009 gemeinsam im Club Voltaire in Frankfurt auf. Vor der Location versammelten sich ca. 50 sogenannte Antideutsche, die gegen den Auftritt demonstrierten. Wojna zieht in diesem Video eine Bilanz, zehn Minuten. Lehrreich. Text zum Ereignis auch hier. T:I:S, 25. Januar 2010  

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/dieantideutschen.htm#NeueRheinischeZeitung 

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Thomas Immanuel Steinberg

Anti-linke Idole

Bomber-Harris und die israelischen Verteidigungsstreitkräfte

Arthur Harris, so steht’s bei Wikipedia

trat 1919 in die Royal Air Force ein und diente unter anderem in Britisch-Indien, im Irak und im Iran. Von 1930 an war er im Luftstab für den Nahen Osten tätig, wo er an der blutigen Niederschlagung verschiedener Aufstände der dortigen Bevölkerung gegen die britische Kolonialherrschaft beteiligt war. Dabei setzte er Streubomben, Tretminen und Giftgas gegen die Zivilbevölkerung ein. Er begründete dies damit, dass seiner Ansicht nach Araber und Kurden nur eine Politik der harten Hand verstünden.

1942 bis zum alliierten Sieg befahl Harris der Bomberstaffel der britischen Luftwaffe zahlreiche Flächenbombardements. Wikipedia:

Bei den Flächenbombardements wurde neben den im Stadtgebiet befindlichen Industrieanlagen die Zivilbevölkerung und die Infrastruktur der Stadt primäres Ziel der Angriffe. Seiner Meinung nach sollten ganz bewusst zivile Ziele angegriffen werden, um die Moral und den Widerstandswillen der deutschen Bevölkerung zu brechen (so genanntes Moral Bombing).

Am Fall von Bomber-Harris schieden sich bei deutschen Linken die Geister, als Deutschland mit der Vereinigung furchterregend wiedererstarkte. 

Im Zuge der Debatte gab es innerhalb der Linken Auseinandersetzungen um die Frage, ob die Bombardierung der Zivilbevölkerung gerechtfertigt gewesen sei[...] Die Antinationalen und Antideutschen wollten die Frage der Haltung zu Dresden [dessen Bombardierung grundsätzlich im Sinne von Arthur Harris lag; was aber, den speziellen Fall Dresden anlangend, gegen seinen Rat erfolgte, T:I:S]  zu einem Lackmus-Test für die deutsche Linke vorantreiben, die Linke sollte klar Position beziehen. 
„Sage mir, wie Du die Tätigkeit eines Bomber-Harris bewertest, und ich sage Dir, auf welcher Seite Du stehst: Entweder auf der Seite der Opfer des NS, die die Bombenangriffe auf deutsche Städte herbeigesehnt hatten, oder auf der Seite der Täter des NS und ihrer de facto unangefochtenen Massenbasis“. 
Wer versuchte, sich dieser Dichotomie zu entziehen, dem wurde die Berechtigung als „Linker“ abgesprochen.(1)

Die sich da links dünkten, oder konsequent antifaschistisch, haben ihre Erben gefunden. Es sind die sogenannten Antideutschen in und außerhalb Der Linken, die die Beschießung und Bombardierung der Zivilbevölkerung in Gaza ausdrücklich gut heißen oder billigend beschweigen. Es ist der Bundesarbeitskreis / BAK Shalom innerhalb von ’solid, der Nachwuchorganisation Der Linken mit dem Denunzianten und Lügner Benjamin Krüger, es sind all die, die 

der Hamas „und ihrer de facto unangefochtenen Massenbasis“ eine israelische „Politik der harten Hand“

an den Hals gewünscht haben und weiterhin wünschen. Darin unterscheiden sie sich nicht von dem offenen Faschisten Avigdor Lieberman und seinem NeoCon-Kumpan Netanyahu. Sie sind Anti-Linke.

Anti-Linke wie Bodo Ramelow finden, daß die westlichen Invasoren, natürlich im Interesse der Zivilbevölkerung, nicht überstürzt aus Afghanistan abziehen dürfen. Unterdessen setzen die Invasoren das Gemetzel an den Afghanen fort. Unterdessen finanzieren die britischen und US-amerikanischen Verbündeten der Deutschen in Pakistan beide kämpfenden Seiten. Und unterdessen droht die israelische Regierung, mit harter Hand gegen die Iraner vorzugehen.

Bomber-Harris lebt.

T:I:S, 13. Oktober 2009

Anmerkung

(1) Patrick Hagen: Die Antideutschen und die Debatte der Linken über Israel. Magisterarbeit, Köln, SS 2004. Im Netz als pdf- und als .html-Datei, je ca. 500 KB. Dort die Quellen der Zitate. Der Lackmus-Test stammt von Matthias Küntzel. Siehe auch Lesetipp auf dieser Seite

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/dieantideutschen.htm#BomberHarris

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Der Fall Gremliza

Totale Kriegs-Legasthenie 

Konkret zitiert in der Oktoberausgabe 2007 auf Seite 4 den taz-Autor Stefan Reinecke:

Den letzten Gesinnungsschwenk vollzog konkret 1991, als Gremliza für den Irakkrieg Stellung bezog - wegen Israel, das durch Saddam bedroht war. Seitdem ist sie zum Zentralorgan der sogenannten Antideutschen mutiert.

Die Glaubenssätze dieser linken Sekte lauten: 1. Wer Israel kritisiert, ist Antisemit. 2. Der Islamismus ist der neue Faschismus. 3. Die USA sind keine bösen Imperialisten, sondern die antifaschistische Schutzmacht gegen den Islamismus. 

Das klingt ziemlich schrill - kommt aber dem Konsens in der bundesdeutschen Außenpolitik ziemlich nahe, nämlich im Zweifelsfall aufseiten Israels und der USA zu stehen. Deshalb schreiben Antideutsche auch manchmal in Springers Welt.

Konkret kommentiert: 

Daß auf jenen Seiten der „Welt“, deren Gastbeiträge von zwei ehemaligen „Taz“-Redakteurinnen verwaltet werden, noch kein Autor von KONKRET geschrieben hat, wäre ein dummer Einwand, der nur den Eindruck erweckte, eine der anderen Behauptungen des „Taz“-Redakteurs sei mehr als der Ausdruck seines antisemitischen Ressentiments.

Der Schwurbel heißt auf Deutsch: Konjunktiv-Gremliza hält auch den Israel-Kritiker Stefan Reinecke für judäophob. Genau das wollte Stefan Reinecke rüberbringen. 

Mit der Formulierung "auf jenen Seiten der 'Welt'..." meint Gremliza das Welt-Forum. Auf Seite 50 der gleichen Konkret-Ausgabe wird Andrea Seibel als ehemalige taz-Redakteurin bei der Welt bezeichnet. In dem von ihr verwalteten Welt-Forum erschien am 25. Juli 2006 auf Seite 7 ein Gastbeitrag des antideutschen schreibschwachen Konkret-Autors Thomas v. der Osten-Sacken unter dem ebenso Welt-  wie Konkret-kompatiblen Titel: 

Essay. Warum ich für den Krieg bin. Israels Krieg gegen die Hisbollah ist nötig. Der Westen sollte sich vor einem faulen Frieden hüten.

Nochmal im Indikativ: Gremliza ist nicht nur schreib-, sondern auch leseschwach. 

Dr. M. G. und T:I:S, 18. Oktober 2007

siehe auch Kollateraler KonjunktivGremliza weiter für Gewährleistungskrieg und Sozialdemokraten

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Ein faules Früchtchen am sozialdemokratischen Strauch 

Daniel Kulla, laut Schweizer SonntagsZeitung (.pdf-Datei) Spezialist für Verschwörungstheorien, findet erstens: Niemand regiert die Welt; zweitens: Oskar Lafontaine darf nicht regieren. Habe der doch die Regierenden Bush und Blair als Terroristen bezeichnet. Kulla gibt sich im neuroticker der PDS-Jugend Sachsen jungsozialistisch-undogmatisch.

T:I:S, 17. April 2007

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Lesetipp:

Die Antideutschen - von Patrick Hagen

Vor einem Jahr hat Patrick Hagen eine Magisterarbeit über die Antideutschen vorgelegt. Hagen resümiert, worum es sich bei diesem eigenartigen deutschen Gebilde handelt:

„Waren die Antideutschen zunächst nur eine publizistische Größe gewesen, bildeten sich nach dem 11. September und den sich häufenden Selbstmordattentaten in Israel in den meisten deutschen Städten antideutsche Gruppen, die sich zumeist an der „Bahamas“ orientierten. Dennoch konnte ihr Einfluss auf die Linke im Verhältnis zu ihrer personellen Größe als ungewöhnlich groß eingeschätzt werden. Viele linke Gruppen spalteten sich an der Auseinandersetzung um Israel und den Antisemitismus. Gegendemonstrationen zu linken Veranstaltungen wurden üblich, und auch tätliche Angriffe zwischen Angehörigen verfeindeter Gruppen sind keine Seltenheit mehr.“ 

Die Arbeit bezeichnet als Vorgänger und Vordenker der Antideutschen Jean Améry, Eike Geisel, Moishe Postone, Wolfgang Pohrt – und den Kommunistischen Bund. Sie referiert die Abspaltungen seit der Vereinigung Deutschlands aufgrund von Kontroversen über den Zweiten Golfkrieg, über Goldhagen, die Al-Aksa-Intifada, den 11. September und Afghanistan- und Irakkrieg. Ein Exkurs führt zu Wertkritik und wertkritischer Antisemitismustheorie. 

Gremlizas, Küntzels und Elsässers teils stark schwankende Positionen werden beleuchtet, Günther Jacob, Justus Wertmüller und Heiner Möller eingeordnet und Oliver Tolmein und Detlef zum Winkel zitiert. 

Der Autor beleuchtet, „wie mit den Antideutschen eine sich kommunistisch nennende Linke entstehen konnte, die nahezu alle Essentials der kommunistischen Bewegung und der Linken, wie den positiven Bezug auf die Arbeiterklasse, den Antiimperialismus, den Antikapitalismus und den Antirassismus hinter sich gelassen hat und zu einer tief greifenden Zersplitterung der außerparlamentarischen Linken geführt hat.“ 

Patrick Hagen enthält sich einer eigenen Auseinandersetzung mit den Themen der einst geschlagenen Schlachten. Die klare Sprache, die übersichtliche Gliederung, 347 Anmerkungen und ein ausführliches Literaturverzeichnis machen die Arbeit zu einer vorzüglichen Materialsammlung etwa für den, der ermitteln will: Warum ist denn die deutsche Linke so schwach? Oder auch: Wie hängt das Antideutschtum mit der Hexenjagd auf Antizionisten und Kriegsgegner in Israel und Frankreich zusammen?

T:I:S, 21. Juni 2005 

Patrick Hagen: Die Antideutschen und die Debatte der Linken über Israel. Magisterarbeit, Köln, SS 2004. Im Netz als pdf- und als .html-Datei, je ca. 500 KB

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