Kriegspropaganda

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Thomas Immanuel Steinberg

Wave and Smile

Deutsch-nationale Kriegspropaganda im Carlsen Verlag

Diesen Sommer ist ein Comic-Buch von Arne Jysch erschienen mit dem Titel Wave and Smile. Hier die Verlagswerbung:

Mit Arne Jysch wendet sich der erste deutsche Zeichner dem Thema Afghanistan zu. Gekonnt erzählt und inszeniert er eine spannende Geschichte um zwei Bundeswehrsoldaten und eine Journalistin in den Wirren des ISAF-Einsatzes, die einen Einblick in die Komplexität der Situation gibt. Das alles schafft er, ohne ideologisch oder belehrend zu sein. Es ist einfach nur - spannend.

Marcus Klöckner, Telepolis / heise, findet den Comic nicht "einfach nur spannend". Vielmehr verleihe er 

den Soldaten eine Stimme, er kritisiert die Politik, er kritisiert sogar die Bundeswehr und wird derzeit im Feuilleton und den Kulturredaktionen der deutschen Medien, aber natürlich auch von der Bundeswehr hoch gelobt. Dabei transportiert Wave and Smile unter seiner kritischen Oberfläche eine Botschaft, die durch eine ziemliche Naivität der Fraktion der Kriegssympathisanten in die Karten spielt. Eine offenere Grundhaltung bei der deutschen Bevölkerung und der Politik, sprich: eine eingeschworene Heimatfront, so der Grundtenor von Wave and Smile, würde den Soldaten ihren Einsatz zumindest auf der psychologischen Ebene erleichtern.

Für die Informationsstelle Militarisierung hat Michael Schulze von Glaßer eine Studie über den Comic gefertigt. Danach wirbt der Comic nicht nur um Sympathie für die deutschen Soldaten am Hindukusch; nicht nur folgt er dem Motto: Wenn schon Krieg, dann aber mit aller Härte. Sondern der Comic verbreite auch

allerlei Stereotype: Mohammed Fahrid Kahn ist ein undurchsichtiger Warlord, der vom CIA unterstützt wird, aber seine eigenen Interessen vertritt. Dem Dolmetscher Quasim ist nicht zu trauen, da er scheinbar ohne das Wissen seiner Mitstreiter mit den USA zusammenarbeitet und dafür sogar bewusst in den Tod geht. Die Taliban wiederum kennen und wollen gar nichts Anderes als den Märtyrer-Tod und sind ihrem Fanatismus vollkommen – aber ohne jede politische Forderung – erlegen.

Und während die Bundeswehr einen rücksichtsvollen Militäreinsatz am Hindukusch führt, um den Menschen zu helfen, agiert die US-Armee in Wild-West-Manier. Die deutschen hätten zwar auch Fehler gemacht – an zwei Stellen im Buch (S. 133 und 164) wird das Kunduz-Massaker, die von einem deutschen Oberst befohlene Bombardierung zweier von Taliban gestohlener Tanklastwagen mit über einhundert Toten, darunter auch Kinder –, diese seien aber nichts gegen das Verhalten der USA.

Bei Wave and Smile handelt es sich demnach um die deutsch-nationale Variante von Kriegspropaganda. Der sie verbreitet, das ist der Hamburger Carlsen Verlag, einer der drei größten Comicverlage in Deutschland. Bei den Kinderbuchverlagen zählt Carlsen  zu den zehn größten. 

Autorinnen und Leser des Verlags können einzeln oder gemeinsam gegen den Verlag Stellung beziehen. Hier die Anschrift:

CARLSEN Verlag GmbH
Postfach 50 03 80
22703 Hamburg
Telefon: 040 / 39 804 - 0
Telefax: 040 / 39 804 - 390
E-Mail: info (at) carlsen.de

T:I:S, 23. August 2012

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Jean Bricmont

Lettre à une journaliste

Brief an eine Journalistin – übersetzte Auszüge

Eine Journalistin ... hat mir Fragen gestellt: zu meiner "Unterstützung von Diktatoren" (insbesondere Assad), zu meiner angeblichen Einmischung in die inneren Angelegenheiten von Ländern wie Syrien durch diese Unterstützung, zu meinen Verbindungen mit der extremen Rechten sowie mit "verschwörungstheoretischen" Internetseiten und zu der rationalistischen und fortschrittlichen "Rückendeckung", die ich ihnen gewähren würde. 

Une journaliste ... m'a posé une question à propos de mon « soutien aux dictateurs » (en particulier Assad), de l'ingérence dans les affaires intérieures de pays comme la Syrie que ce soutien représenterait, de mes liens avec l'extrême droite ainsi qu'avec des sites « conspirationnistes » et de la « caution » rationaliste et progressiste que je leur apporterais.

 
Émile Munier: La lettre                               Vergrößern

Hier meine Antwort:

... Zunächst, weil Sie von Rationalismus sprechen, sei an den größten rationalistischen Philosophen des 20. Jahrhunderts erinnert: Bertrand Russell. Was geschah ihm, als er sich dem Ersten Weltkrieg entgegenstellte? Man warf ihm vor, daß er offenbar den Kaiser unterstütze... In den letzten Jahrzehnten habe ich demnach Milošević unterstützt, Saddam Hussein, die Taliban, Gaddafi und Assad, und morgen vielleicht Ahmadinedschad...

.. [Nein, ich teile] die durchgängige Auffassung der Mehrzahl der Menschen, die Auffassung Chinas, Rußlands, Indiens, Lateinamerikas, der Afrikanischen Union. Was Sie auch davon halten mögen, diese Auffassung ist nicht rechtsextrem.

... Wenn der Westen derart fähig ist, die Probleme Syriens zu lösen, warum löst er nicht zunächst die des Irak, Afghanistans oder Somalias...

Was rechte Internetseiten anlangt, so äußere ich mich da, wo ich kann .. wenn der Nouveau Parti Anticapitaliste, der Front de gauche oder die KPF mir zuhören oder auch kontrovers mit mir über die Interventionspolitik diskutieren wollen, so bin ich dazu bereit. Aber sie sind es nicht... Übrigens sind die Personen, die ich kenne und die auf diesen Seiten publizieren, keineswegs rechtsextrem, und die bloße Tatsache, daß sie die offizielle Version vom 11. September mit Skepsis betrachten, hat, für sich genommen, nichts Rechtsextremes an sich...

... Und machen nicht heute die Befürworter der Interventionen in Libyen und Syrien gemeinsame Sache mit Katar, Saudi-Arabien und einer Reihe salafistischer Bewegungen?

... Unglücklicherweise hat die Linke in Europa, vor allem in Frankreich, auf vielen Gebieten kapituliert: dem des Friedens, des Völkerrechts, der nationalen Souveränität, der Meinungsfreiheit, des Volks und der gesellschaftlichen Kontrolle der Wirtschaft. Diese Linke hat Politik durch Moral ersetzt: ... [I]n Wahrheit schlägt sie nichts Konkretes zu den Belangen derer vor, die sie zu vertreten vorgibt.

Diese Preisgabe zahlreicher fortschrittlicher Ziele bietet tatsächlich einer bestimmten extremen Rechten ein Einfallstor, aber der Fehler liegt bei denen, die diese Veränderungen vollzogen und hingenommen haben, nicht bei denen, die in Bescheidenheit versuchen, sich der Weltlage zu widersetzen.

*   

Voici ma réponse :

Tout d'abord, puisque vous parlez de rationalisme, pensons au plus grand philosophe rationaliste du 20ème siècle : Bertrand Russell. Que lui est-il arrivé lors de la Première Guerre mondiale, à laquelle il était opposé : on lui a reproché de soutenir le Kaiser évidemment... Dans les dernières décennies, j'ai ainsi « soutenu » Milosevic, Saddam Hussein, les talibans, Kadhafi, Assad et peut-être demain Ahmadinedjad....

... [Non, je partage] la position constante de la majorité de l'humanité, de la Chine, de la Russie, de l'Inde, de l'Amérique Latine, de l'Union africaine. Quoi que vous en pensiez, cette position n’est pas d’extrême droite...

... si les Occidentaux sont tellement capables de résoudre les problèmes de la Syrie, pourquoi ne résolvent-ils pas d'abord ceux de l'Irak, de l'Afghanistan ou de la Somalie ? ...

Pour ce qui est des sites, je m'exprime là où je peux — .. si le NPA, le Front de gauche ou le PCF veulent m'écouter ou même débattre de façon contradictoire avec moi sur la politique d'ingérence, je suis prêt à le faire. Mais ce n'est pas le cas... Par ailleurs, les individus que je connais et qui publient sur ces sites ne sont nullement d'extrême droite et le simple fait d'être sceptique par rapport au récit officiel sur le 11 septembre n'a rien, en soi, d'extrême droite...

... Et aujourd'hui, les partisans de l'ingérence en Libye et en Syrie ne font-ils pas cause commune avec le Qatar, l'Arabie Saoudite et une série de mouvements salafistes ? ...

.. Malheureusement, en Europe et surtout en France, la gauche a capitulé sur beaucoup de choses, la paix, le droit international, la souveraineté, la liberté d’expression, le peuple, et le contrôle social de l’économie. Cette gauche a remplacé la politique par la morale : ... elle n’a en réalité aucune proposition concrète à faire qui puisse rencontrer les préoccupations des populations qu’elle prétend représenter.

Ces abandons multiples de causes progressistes ouvrent effectivement un boulevard à une certaine extrême droite, mais la faute en incombe à ceux qui ont accompli et accepté ces changements, pas à ceux qui tentent modestement de résister à l’ordre du monde.

Investig'Action, 21. Februar 2012. T:I:S, Übersetzung, 24. Februar 2012 

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Arthur Ponsonby (1871 - 1946)

Lügen in Kriegszeiten

Arthur Ponsonby: Lügen in Kriegszeiten. Eine Sammlung und kritische Betrachtung von Lügen, die während des Ersten Weltkrieges bei allen Völkern im Umlauf waren. Original: Falsehood in Wartime 1928; auf Deutsch 1930. Faksimile Archiv-Edition

Dazu:

Anne Morelli: Die Prinzipien der Kriegspropaganda. Springe: zu Klampen Verlag 2004. ISBN: 3-934920-43-8

Rezension zu Morelli von Rudolf Walther: Schlichte Schwarz-Weiß-Mythologie: Wie die Propaganda in Zeiten des Krieges funktioniert. Die Zeit, 18. November 2004. Darin: 

Die bereits von Ponsonby und Demartial (1) aus dem Quellenmaterial abstrahierten zehn Prinzipien der Kriegspropaganda präsentiert die belgische Historikerin prägnant formuliert. Was zunächst auffällt: Nicht weniger als vier davon beruhen auf schlichter »Schwarzweiß-Mythologie«, die das militärische Freund-Feind-Schema auf die Propaganda überträgt: 

Der Feind will Krieg, "wir" nicht; 

der Feind trägt die Schuld, "wir" nicht; 

der Feind begeht Grausamkeiten, "wir" nicht. 

Der Feind verwendet unerlaubte Waffen, "wir" nicht...

... Sehr beliebt ist die Dämonisierung des Führungspersonals des Feindes. Englische Zeitungen, die Kaiser Wilhelm II. 1913 noch als "ehrenhaften Gentleman" begrüßten, machten ihn nach Kriegsbeginn zum "Geisteskranken" ...

T:I:S, 26. April 2011

Anmerkung

(1) Georges Demartial: Comment on mobilisa les consciences. La guerre de 1914. Rome, Paris, Genève: Editions des Cahiers Internationaux 1922 / La mobilisation des consciences. La guerre de 1914. Paris: Les Éditions Rieder 1927. (Deutsch: Die Mobilmachung der Gewissen. Autorisierte Übersetzung von Gräfin H. Harrach. Berlin: Verlag von Reimar Hobbing 1926); La Guerre de l'Imposture. Paris: J. Flory 1941; sowie derselbe: L’Evangile du Quai d’Orsay. Paris: André Delpeuch 1926; Le mythe des guerres de légitime défense. Paris: Rivière 1931; La Légende des démocraties pacifiques. Paris: Rieder/Presses Universitaires de France 1939

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Eine kleine Sammlung

Jahrzehntelang haben US-Regierungen islamistische Kräfte in Pakistan, Afghanistan, in Bosnien und im Kosovo unterstützt: mit Geld, Waffen und Zugang zu Grundstoffen für Rauschgift . Dann kündigte Bush junior einen Kreuzzug gegen den militanten Islam an. Samuel Huntingtons programmatisch-propagandistische Schrift über den Zusammenprall der Kulturen droht Wirklichkeit zu werden. 

Doch nicht nur Bush ist beteiligt. In Deutschland fördern Martin Hohmann und seine CDU-Anhänger nicht allein den Antisemitismus, sondern übergreifend eine klerikal-faschistische Variante des Katholizismus, wonach Unglaube zu Massenmord führe. 

In den USA hetzen evangelikale Fernsehprediger wie Pat Robertson seit langem gegen Andersgläubige. Erst in letzter Zeit predigen sie, nach einer wohl taktisch begründeten Volte, christlichen Zionismus. Doug Coe betreibt mit seiner "Family" Geheimbündelei, und zwei ehemalige Autoren von "Konkret", einem kleinen Hamburger Magazin, haben sich der Kriegspropaganda telle qu'elle verschrieben.

 

1. Martin Hohmann Rede zum 3. Oktober 2003

2. Doug Coe. Jeffrey Sharlet: Jesus Plus Nothing

3.  Pat Robertson et al. Quotes From the Religious Right 

4. Thomas v. der Osten-Sacken und Thomas Uwer. Leserbrief von Thomas Immanuel Steinberg

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1. Martin Hohmann

Der Historiker Kurt Pätzold hat die Hohmann-Rede angemessen kommentiert unter dem Titel: Mehrfach Beifall »Für Gott und Vaterland«: Anmerkungen zum Hohmann-Streit in der jungen Welt vom Dienstag, dem 2. Dezember 2003 http://www.jungewelt.de/2003/12-02/019.php

T:I:S, 2. Dezember 2003

Rede zum deutschen Nationalfeiertag,  3. Oktober 2003

Anrede

Wir wollen uns über das Thema "Gerechtigkeit für Deutschland", über unser Volk und seine etwas schwierige Beziehung zu sich selbst einige Gedanken machen. Wir halten uns nicht zu lange mit vordergründigen Erscheinungen auf. Aber es ist halt schon merkwürdig, und viele Deutsche nehmen daran Anstoß, daß ein verurteilter türkischer Mordanstifter nach Verbüßung seiner Haftstrafe nicht in sein türkisches Heimatland ausgewiesen werden kann. Ein deutsches Gericht legt deutsche Gesetze so aus, daß der sogenannte Kalif von Köln sich nicht zur Rückreise in die Türkei, sondern zum weiteren Bezug deutscher Sozialhilfe gezwungen sieht.

Da deckt eine große Boulevard-Zeitung den Fall des Miami-Rolf auf. Dieser mittellose deutsche Rentner erhielt vom Landessozialamt Niedersachsen den Lebensunterhalt, die Miete nebst Kosten für eine Putzfrau, zusammen 1.425,- Euro monatlich ins warme Florida überwiesen. Das ist derzeit noch ganz legal, denn nach § 119 Bundessozialhilfegesetz können deutsche Staatsbürger auch im Ausland Sozialhilfe erhalten, wenn schwerwiegende Umstände einer Rückkehr entgegenstehen. In einem psychiatrischen Gutachten war festgestellt worden, Rolf J. sei in seinem "gewohnten Umfeld" in Florida besser aufgehoben. Er kann dort von seinen amerikanischen Freunden eher "aufgefangen" werden.

Vor kurzem wurde eine Hessische Kreisverwaltung dazu verdonnert, einem 54jährigen Sozialhilfeempfänger das Potenzmittel "Viagra" nicht grundsätzlich zu verweigern. Vor dem Hintergrund der beiden letztgenannten Fälle schreibt die Zeitung "Das freie Wort" aus Suhl: "Viagra aus Staatsknete war gestern, aber heute gibt es die Deutschland-Allergie." Die Oldenburgische Nordwestzeitung empfiehlt: "Deutsche, laßt die Arbeit liegen, ab ins Paradies." Treffend bemerkt die "Deister- und Weserzeitung": "Wut und Entsetzen kocht da hoch."

Viele von Ihnen kennen ähnliche Beispiele, in denen der gewährende deutsche Sozialstaat oder der viele Rechtswege eröffnende Rechtsstaat gnadenlos ausgenutzt werden. Dabei hat der einzelne, den man früher Schmarotzer genannt hätte, in der Regel kein schlechtes Gewissen. Wohlmeinende Sozialpolitiker aller Couleur haben das individuelle Anspruchsdenken kräftig gestärkt, man kann sogar sagen verselbständigt. Dabei ist ganz aus dem Blick geraten, daß all diese Sozialhilfe-Euros vorher von anderen hart erarbeitet oder per Staatskredit der jungen Generation aufgebürdet werden müssen. Bei der Abwägung von Rechten und Pflichten wurden die Rechte des Einzelnen groß heraus-, die Pflichten des Einzelnen aber hintangestellt. Wie viele Menschen in Deutschland klopfen ihre Pläne und Taten auch darauf ab, ob sie nicht nur eigennützig, sondern auch gemeinschaftsnützig sind sie der Gemeinschaft nützen, ob sie unser Land voranbringen?

Das Wir-Denken, die Gemeinschaftsbezogenheit, müssen aber zweifellos gestärkt werden. Bitter für uns, daß diese schwierige Übung ausgerechnet in einer Zeit wirtschaftlicher Stagnation von uns verlangt wird. Die Zahl der bereits erfolgten Einschränkungen ist nicht gering, die Zahl der künftigen – dazu muß man kein Prophet sein – wird noch größer sein. Die große Mehrheit der Bevölkerung verschließt sich einem Sparkurs nicht. Allerdings wird eines verlangt: Gerecht muß es zugehen. Wenn erfolglose Manager sich Abfindungen in zweistelligem Millionenbereich auszahlen lassen, fehlt nicht nur dem unverschuldet Arbeitslosen dafür jegliches Verständnis. Nun könnte man diese horrenden Abfindungen noch als Auswüchse des sogenannten kapitalistischen Systems bewerten und mit der gleichen Praxis in den Vereinigten Staaten entschuldigen. Aber besonders auch im Verhältnis zum eigenen Staat erahnen viele Deutsche Gerechtigkeitslücken. Sie haben das Gefühl, als normaler Deutscher schlechter behandelt zu werden als andere. Wer seine staatsbürgerlichen Pflichten erfüllt, fleißig arbeitet und Kinder großzieht, kann dafür in Deutschland kein Lob erwarten, im Gegenteil, er fühlt sich eher als der Dumme. Bei ihm nämlich kann der chronisch klamme Staat seine leeren Kassen auffüllen.

Leider, meine Damen und Herren, kann ich den Verdacht, daß man als Deutscher in Deutschland keine Vorzugsbehandlung zu genießt, nicht entkräften. Im Gegenteil. Ich habe drei Anfragen an die Bundesregierung gestellt:

  1. Ist die Bundesregierung angesichts der Wirtschaftsentwicklung und des Rückgangs der Staatseinnahmen bereit, ihre Zahlungen an die Europäische Union zu verringern? Die Antwort war: Die deutsche Verpflichtung gegenüber der Europäischen Union wird ohne Abstriche eingehalten.
  1. Ist die Bundesregierung bereit, sich auch für deutsche Zwangsarbeiter einzusetzen, nachdem für ausländische und jüdische Zwangsarbeiter 10 Milliarden DM zur Verfügung gestellt worden sind? Die Antwort war: Man könne die beiden Fälle nicht vergleichen. Die Bundesregierung wird sich gegenüber Rußland, Polen und der Tschechischen Republik auch nicht für eine symbolische Entschädigung und ein Zeichen der Genugtuung für die deutschen Zwangsarbeiter einsetzen.
  1. Ist die Bundesregierung angesichts der Wirtschaftsentwicklung und des Rückgangs der Steuereinnahmen bereit, ihre Entschädigungszahlungen nach dem Bundesentschädigungsgesetz (also an – vor allem jüdische – Opfer des Nationalsozialismus) der gesunkenen Leistungsfähigkeit des deutschen Staates anzupassen? Die Antwort war: Nein, der Respekt vor dem damaligen Leiden dieser Menschen gebiete, das Entschädigungsniveau uneingeschränkt aufrechtzuerhalten.

Mich haben diese Antworten nachdenklich gemacht und sie bestätigen die in unserem Land weitverbreitete Anschauung: Erst kommen die anderen, dann wir. Überspitzt gesagt: Hauptsache, die deutschen Zahlungen gehen auf Auslandskonten pünktlich und ungeschmälert ein. Dafür müssen die Deutschen den Gürtel halt noch ein wenig enger schnallen.

Offengestanden, ich würde mir einen Konsens wünschen, wie er in vielen anderen Ländern der Welt besteht. Dort lautet dieser Konsens: Der eigene Staat muß in erster Linie für die eigenen Staatsbürger da sein. Wenn schon eine Bevorzugung der Deutschen als nicht möglich oder nicht opportun erscheint, dann erbitte ich wenigstens Gleichbehandlung von Ausländern und Deutschen.

Fragt man nach den Ursachen dieser Schieflage, so werden viele antworten: Das liegt an der deutschen Geschichte.

Meine Damen und Herren, kein Kundiger und Denkender kann ernsthaft den Versuch unternehmen, deutsche Geschichte weißzuwaschen oder vergessen zu machen. Nein. Wir alle kennen die verheerenden und einzigartigen Untaten, die auf Hitlers Geheiß begangen wurden. Hitler, als Vollstrecker des Bösen, und mit ihm die Deutschen schlechthin, sind gleichsam zum Negativsymbol des letzten Jahrhunderts geworden. Man spricht von einer "Vergangenheit, die nicht vergehen will". Man räumt dem Phänomen Hitler auch heute noch in öffentlichen Darstellungen eine ungewöhnlich hohe Präsenz ein. Tausende von eher minderwertigen Filmen sorgen vor allem im angelsächsischen Ausland dafür, das Klischee vom dümmlichen, brutalen und verbrecherischen deutschen Soldaten wachzuhalten und zu erneuern.

Wird hingegen darauf hingewiesen, auch Deutsche seien im letzten Jahrhundert im großen Stil Opfer fremder Gewalt geworden, so gilt das schon als Tabubruch. Die Diskussion um das Zentrum gegen Vertreibungen belegt dies eindrucksvoll. Da wird dann gleich die Gefahr des Aufrechnens beschworen. Auf die Verursachung des Zweiten Weltkrieges durch das Hitlerregime wird verwiesen. In einem Interview hat unlängst Hans-Olaf Henkel, der Vizepräsident des Bundesverbandes der deutschen Industrie das Faktum und die Folgen dieser negativen Vergangenheitsbezogenheit auf den Punkt gebracht. Er sagte: " Unsere Erbsünde lähmt das Land." (HÖR ZU 21/2003, Seite 16 ff).

Immer wieder erfahren wir, wie stark die 12 Jahre der NS-Vergangenheit bis in unsere Tage wirksam sind. Fast möchte man sagen, je länger die Nazidiktatur zurückliegt, desto wirkmächtiger wird der Hitlersche Ungeist. Das Häufchen seiner Adepten am rechtsextremen Rand der politischen Szene ist nicht zu verharmlosen. Die abstoßende Aggressivität ihrer öffentlichen Auftritte sorgt aber in der Regel für begrenzte Anhängerschaft im heutigen demokratischen Deutschland. An der Wahlurne erteilen die deutschen Wähler diesen Dumpfbacken jeweils eine klarere Abfuhr, als das in vergleichbaren Nachbarländern geschieht. So gesehen ist das Scheitern des NPD-Verbotes von Vorteil, weil nicht das Verfassungsgericht, sondern der deutsche Souverän, das Wahlvolk sein Urteil über den braunen Abhub spricht.

Dieser aktuell zu beobachtende, tagespolitisch aktive Teil des braunen Erbes gehört zu den unangenehmen, aber wohl unumgänglichen Erscheinungen einer parlamentarischen Demokratie. Der Narrensaum am rechten und linken Rand des politischen Spektrums muß politisch und, wo Strafgesetze verletzt werden, mit justiziellen Mitteln bekämpft werden. Im erfolgreichen Kampf gegen gewaltsame Extremisten haben sich unsere Staatsschutzorgane bewährt und in Krisen, wie den blutigen RAF-Terrorismus der 70er Jahre, unser Vertrauen erworben.

Nicht die braunen Horden, die sich unter den Symbolen des Guten sammeln, machen tiefe Sorgen. Schwere Sorgen macht eine allgegenwärtige Mutzerstörung im nationalen Selbstbewußtsein, die durch Hitlers Nachwirkungen ausgelöst wurde. Das durch ihn veranlaßte Verbrechen der industrialisierten Vernichtung von Menschen, besonders der europäischen Juden, lastet auf der deutschen Geschichte. Die Schuld von Vorfahren an diesem Menschheitsverbrechen hat fast zu einer neuen Selbstdefinition der Deutschen geführt. Trotz der allseitigen Beteuerungen, daß es Kollektivschuld nicht gebe, trotz nuancierter Wortneuschöpfungen wie "Kollektivverantwortung" oder "Kollektivscham": Im Kern bleibt der Vorwurf: die Deutschen sind das "Tätervolk".

Jede andere Nation neigt eher dazu, die dunklen Seiten ihrer Geschichte in ein günstigeres Licht zu rücken. Vor beschämenden Ereignissen werden Sichtschutzblenden aufgestellt. Bei den anderen wird umgedeutet. Paradebeispiel für Umdeutung ist die Darstellung der französischen Revolution. Da ist das große Massaker in Paris und den Provinzen, besonders in der Vendee. Da ist die anschließende Machtübernahme durch einen Alleinherrscher, dessen Eroberungskriegszüge millionenfachen Tod über Europa brachten. Die Mehrheit französischer und außerfranzösischer Stimmen beschreiben dennoch die Revolution mit ihrem Terror als emanzipatorischen Akt und Napoleon als milden, aufgeklärten Vater des modernen Europa.

Solche gnädige Neubetrachtung oder Umdeutung wird den Deutschen nicht gestattet. Das verhindert die zur Zeit in Deutschland dominierende politische Klasse und Wissenschaft mit allen Kräften. Sie tun "fast neurotisch auf der deutschen Schuld beharren", wie Joachim Gauck es am 1.10. 2003 ausgedrückt hat.

Mit geradezu neurotischem Eifer durchforschen immer neue Generationen deutscher Wissenschaftler auch noch die winzigsten Verästelungen der NS-Zeit.

Es verwundert, daß noch keiner den Verzicht auf Messer und Gabel vorgeschlagen hat, wo doch bekanntermaßen diese Instrumente der leiblichen Kräftigung der damaligen Täter dienten. Die Deutschen als Tätervolk. Das ist ein Bild mit großer, international wirksamer Prägekraft geworden. Der Rest der Welt hat sich hingegen in der Rolle der Unschuldslämmer – jedenfalls der relativen Unschuldslämmer – bestens eingerichtet. Wer diese klare Rollenverteilung – hier die Deutschen als größte Schuldigen aller Zeiten, dort die moralischen überlegenen Nationen – nicht anstandslos akzeptiert, wird Schwierigkeiten erhalten. Schwierigkeiten gerade von denen, die als 68er das "Hinterfragen, das Kritisieren und das Entlarven" mit großem persönlichen Erfolg zu ihrer Hauptbeschäftigung gemacht haben. Einige von den Entlarvern hat es bekanntermaßen bis in höchste Staatsämter getragen.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

um jedem Mißverständnis auszuweichen: Mit Ihnen gemeinsam bin ich für Klarheit und Wahrheit. Es soll, darf nicht verschwiegen und beschönigt werden. "Hehle nimmer mit der Wahrheit, bringt sie Leid, nicht bringt sie Reue", sagt der Dichter. Ja, das Unangenehme, das Unglaubliche, das Beschämende an der Wahrheit, das gilt es auszuhalten. Wir Deutschen haben es ausgehalten, wir halten es seit Jahrzehnten aus. Aber bei vielen kommt die Frage auf, ob das Übermaß der Wahrheiten über die verbrecherischen und verhängnisvollen 12 Jahre der NS-Diktatur nicht

a) instrumentalisiert wird und

b) entgegen der volkspädagogischen Erwartung in eine innere Abwehrhaltung umschlagen könnte.

Immer und immer wieder die gleiche schlimme Wahrheit: Das kann, das muß geradezu psychische Schäden bewirken, wie wir aus der Resozialisierungspsychologie wissen.

Schlimm ist es besonders, wenn ein U.S.-amerikanischer Junior-Professor (Daniel Jonah Goldhagen) als Ergebnis seiner Aufklärungsarbeit unser ganzes Volk als "Mörder von Geburt an" bezeichnet. Diese ebenso schrille wie falsche These hat ihm jedoch - besonders in Deutschland - Medienaufmerksamkeit und Autorenhonorar gesichert. Andere Nationen würden ihn mit kalter Verachtung links liegen lassen.

In der Tat lehnen sich gerade jüngere Menschen dagegen auf, für Verfehlungen von Großvätern und Urgroßvätern in Anspruch genommen und mit dem Verdikt "Angehöriger des Tätervolks" belegt zu werden.

Ganz zweifellos steht fest: Das deutsche Volk hat nach den Verbrechen der Hitlerzeit sich in einer einzigartigen, schonungslosen Weise mit diesen beschäftigt, um Vergebung gebeten und im Rahmen des Möglichen eine milliardenschwere Wiedergutmachung geleistet, vor allem gegenüber den Juden. Auf die Verträge zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Staat Israel unter den Führungspersönlichkeiten Adenauer und Ben Gurion darf ich verweisen. Zu der damals vereinbarten Wiedergutmachung bekennt sich die Mehrheit der Deutschen ganz ausdrücklich, wobei Leid und Tod in unermeßlichem Maß nicht ungeschehen gemacht werden kann.

Auf diesem Hintergrund stelle ich die provozierende Frage: Gibt es auch beim jüdischen Volk, das wir ausschließlich in der Opferrolle wahrnehmen, eine dunkle Seite in der neueren Geschichte oder waren Juden ausschließlich die Opfer, die Leidtragenden?

Meine Damen und Herren,

es wird Sie überraschen, daß der amerikanische Autokönig Henry Ford 1920 ein Buch mit dem Titel "The International Jew" herausgegeben hat. Dieses Buch hat in den USA eine Auflage von 500.000 Exemplaren erlebt. Es wurde ein Weltbestseller und in 16 Sprachen übersetzt. Darin prangert Ford die Juden generalisierend als "Weltbolschewisten" an. Er vermeinte, einen "alljüdischen Stempel auf dem roten Rußland" ausmachen zu können wo damals die bolschewistische Revolution tobte. Er bezeichnete die Juden in "hervorragendem Maße" als "Revolutionsmacher". Dabei bezog er sich auf Rußland, Deutschland und Ungarn. Ford brachte in seinem Buch eine angebliche "Wesensgleichheit" von Judentum und Kommunismus bzw. Bolschewismus zum Ausdruck.

Wie kommt Ford zu seinen Thesen, die für unsere Ohren der NS-Propaganda vom "jüdischen Bolschewismus" ähneln? Hören wir, was der Jude Felix Teilhaber 1919 sagt: "Der Sozialismus ist eine jüdische Idee … Jahrtausende predigten unsere Weisen den Sozialismus." Damit wird auch ausgedrückt, daß an der Wiege des Kommunismus und Sozialismus jüdische Denker standen. So stammt Karl Marx über beide Eltern von Rabbinern ab. Sein Porträt hing im Wohnzimmer einer jüdischen Frauenforscherin, die im übrigen bekennt: "Ich bin damit groß geworden, daß ein jüdischer Mensch sich für soziale Gerechtigkeit einsetzt, progressiv und sozialistisch ist. Sozialismus war unsere Religion." Immer wieder klingen in den Schriften dieser frühen kommunistischen Zeit quasi religiöse Züge an. Viele der für den Bolschewismus engagierten Juden fühlten sich sozusagen als "gläubige Soldaten der Weltrevolution". So erwartete Kurt Eisner bereits 1908, die "Religion des Sozialismus" werde die "Verzweiflung des Jammertals" und die "Hoffnungslosigkeit des irdischen Geschicks" überwinden. Leo Rosenberg verherrlicht das Proletariat 1917 gar als "Weltmessias".

Konkret stellt sich die Frage: Wieviel Juden waren denn nun in den revolutionären Gremien vertreten? Zum siebenköpfigen Politbüro der Bolschewiki gehörten 1917 vier Juden: Leo Trotzki, Leo Kamenjew, Grigori Sinowjew und Grigori Sokolnikow. Die Nichtjuden waren Lenin, Stalin, Bubnow. Unter den 21 Mitgliedern des revolutionären Zentralkomitees in Rußland waren 1917 6 der jüdischen Nationalität an, also 28,6 %. Der überaus hohe Anteil von Juden bei den kommunistischen Gründervätern und den revolutionären Gremien beschränkte sich keineswegs auf die Sowjetunion. Auch Ferdinand Lassalle war Jude ebenso wie Eduard Bernstein und Rosa Luxemburg. 1924 waren von sechs KP-Führern in Deutschland vier und damit zwei Drittel jüdisch. In Wien waren von 137 führenden Austro-Marxisten 81 und somit 60 % jüdisch. Von 48 Volkskommissaren in Ungarn waren 30 jüdisch gewesen. Aber auch bei der revolutionären sowjetischen Geheimpolizei, der Tscheka, waren die jüdischen Anteile außergewöhnlich hoch. Während der jüdische Bevölkerungsanteil 1934 in der Sowjetunion bei etwa 2 % lag, machten die jüdischen Tscheka-Führer immerhin 39 % aus. Jüdisch galt, das sei erläuternd gesagt, in der Sowjetunion als eigene Nationalität. Damit war er höher als der russische Anteil bei der Tscheka mit 36 %. In der Ukraine waren sogar 75 % der Tschekisten Juden.

Diese Feststellung leitet zu einem Kapitel über, das zur damaligen Zeit für ungeheure Empörung gesorgt hat. Der Mord am russischen Zaren und seiner Familie wurde von dem Juden Jakob Swerdlow angeordnet und von dem Juden Chaimowitz Jurowski am Zaren Nikolaus II. eigenhändig vollzogen. Weiter stellt sich die Frage, ob Juden in der kommunistischen Bewegung eher Mitläufer oder Leitungsfunktion hatten. Letzteres trifft zu. Leo Trotzki in der UdSSR, Bela Kun in Ungarn.

Nicht zu vergessen die Münchner Räterepublik: Kurt Eisner, Eugen Leviné, Tobias Achselrod und andere Juden waren hier als unbestrittene Führungspersönlichkeiten tätig. Ein großes Aufsehen erregte damals das Eindringen bewaffneter Rotgardisten in die Münchner Nuntiatur des späteren Pacelli-Papstes. Er wurde von den Revolutionären mit einer auf die Brust gehaltenen Pistole bedroht. Auch die Ende April 1919 von Rotgardisten durchgeführte Erschießung von sieben Mitgliedern der "Thule-Gesellschaft", die in enger Verbindung zur späteren NSDAP stand, zeigt die Entschlossenheit des revolutionären Prozesses. Diese Geiselerschießung, der die Londoner Times am 5. Mai 1919 eine Schlagzeile gewidmet hatte, gab einem "giftigen Antisemitismus Nahrung und erzeugte lange nachwirkende Rachegelüste".

Weiter könnte nach dem revolutionären Eifer und der Entschlossenheit der jüdischen Kommunisten gefragt werden. Nun, diese revolutionäre Elite meinte es wirklich ernst, so äußerte Franz Koritschoner von der KPÖ: "Zu lügen und zu stehlen, ja auch zu töten für eine Idee, das ist Mut, dazu gehört Größe." Grigori Sinowjew verkündete 1917: "90 von 100 Millionen Sowjet-Russen müssen mitziehen. Was den Rest angeht, so haben wir ihnen nichts zusagen. Sie müssen ausgerottet werden." (S.138). Ähnlich auch hat Moisei Wolodarski formuliert: "Die Interessen der Revolution erfordern die physische Vernichtung der Bourgeoisie." (S.138). Ganz ähnlich auch Arthur Rosenberg im Jahre 1922: "Die Sowjetmacht hat die Pflicht, ihre unversöhnlichen Feinde unschädlich zu machen." (S.163).

Zweifellos waren diese Äußerungen kommunistischer jüdischer Revolutionäre keine leeren Drohungen. Das war Ernst. Das war tödlicher Ernst. Nach einer von Churchill 1930 vorgetragenen statistischen Untersuchung eines Professors sollen den Sowjets bis 1924 folgende Menschen zum Opfer gefallen sein: 28 orthodoxe Bischöfe, 1.219 orthodoxe Geistliche, 6.000 Professoren und Lehrer, 9.000 Doktoren, 12.950 Grundbesitzer, 54.000 Offiziere, 70.000 Polizisten, 193.000 Arbeiter, 260.000 Soldaten, 355.000 Intellektuelle und Gewerbetreibende sowie 815.000 Bauern.

Ein besonders grausames Kapitel war das Niederringen jeglichen Widerstandes gegen die Zwangskollektivierung in der Ukraine. Unter maßgeblicher Beteiligung jüdischer Tschekisten fanden hier weit über 10 Millionen Menschen den Tod. Die meisten gingen an Hunger zu Grunde.

Keinesfalls darf die ausgesprochen antikirchliche und antichristliche Ausrichtung der bolschewistischen Revolution unterschlagen werden, wie es in den meisten Schulbüchern der Fall ist. Tatsächlich hat der Bolschewismus mit seinem kriegerischen Atheismus die umfassendste Christen- und Religionsverfolgung der Geschichte durchgeführt. Nach einer von russischen Behörden erstellten Statistik wurden zwischen 1917 und 1940 96.000 orthodoxe Christen, darunter Priester, Diakone, Mönche, Nonnen und andere Mitarbeiter nach ihrer Verhaftung erschossen.

Weder die orthodoxen Kirchen oder Klöster wurden verschont. Die Baulichkeiten wurden entweder zerstört oder für profane Zwecke genutzt. So wurden Kirchen zu Clubs, Kaufläden oder Speichern umgewandelt. Das Gold und das Silber der sakralen Schätze der orthodoxen Kirche verwendete man zur Finanzierung weltweiter revolutionärer Bewegungen.

Wie ging es den religiösen Juden selbst in der frühen Sowjetunion? Auch sie waren der Verfolgung durch die Bolschewisten ausgesetzt. An der Spitze der bolschewistischen sogenannten Gottlosen-Bewegung stand ausgerechnet Trotzki. Er leugnete damals sein Judentum, wurde aber von den Russen und weltweit als Jude wahrgenommen.

Meine Damen und Herren,

wir haben nun gesehen, wie stark und nachhaltig Juden die revolutionäre Bewegung in Rußland und mitteleuropäischen Staaten geprägt haben. Das hat auch den amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson 1919 zu der Einschätzung gebracht, die bolschewistische Bewegung sei "jüdisch geführt". Mit einer gewissen Berechtigung könnte man im Hinblick auf die Millionen Toten dieser ersten Revolutionsphase nach der "Täterschaft" der Juden fragen. Juden waren in großer Anzahl sowohl in der Führungsebene als auch bei den Tscheka-Erschießungskommandos aktiv. Daher könnte man Juden mit einiger Berechtigung als "Tätervolk" bezeichnen. Das mag erschreckend klingen. Es würde aber der gleichen Logik folgen, mit der man Deutsche als Tätervolk bezeichnet.

Meine Damen und Herren,

wir müssen genauer hinschauen. Die Juden, die sich dem Bolschewismus und der Revolution verschrieben hatten, hatten zuvor ihre religiösen Bindungen gekappt. Sie waren nach Herkunft und Erziehung Juden, von ihrer Weltanschauung her aber meist glühende Hasser jeglicher Religion. Ähnliches galt für die Nationalsozialisten. Die meisten von ihnen entstammten einem christlichen Elternhaus. Sie hatten aber ihre Religion abgelegt und waren zu Feinden der christlichen und der jüdischen Religion geworden. Verbindendes Element des Bolschewismus und des Nationalsozialismus war also die religionsfeindliche Ausrichtung und die Gottlosigkeit. Daher sind weder "die Deutschen", noch "die Juden" ein Tätervolk. Mit vollem Recht aber kann man sagen: Die Gottlosen mit ihren gottlosen Ideologien, sie waren das Tätervolk des letzten, blutigen Jahrhunderts. Diese gottlosen Ideologien gaben den "Vollstreckern des Bösen" die Rechtfertigung, ja das gute Gewissen bei ihren Verbrechen. So konnten sie sich souverän über das göttliche Gebot "Du sollst nicht morden" hinwegsetzen. Ein geschichtlich bisher einmaliges millionenfaches Morden war das Ergebnis. Daher, meine Damen und Herren, plädiere ich entschieden für eine Rückbesinnung auf unsere religiösen Wurzeln und Bindungen. Nur sie werden ähnliche Katastrophen verhindern, wie sie uns Gottlose bereitet haben. Die christliche Religion ist eine Religion des Lebens. Christus hat gesagt: "Ich will, daß sie das Leben haben und daß sie es in Fülle haben" (Joh 10, 10). Damit ist nicht nur das jenseitige, sondern ganz konkret unser reales heutiges Leben und Überleben gemeint. Deswegen ist es auch so wichtig, daß wir den Gottesbezug in die europäische Verfassung aufnehmen.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir haben also gesehen, daß der Vorwurf an die Deutschen schlechthin, "Tätervolk" zu sein, an der Sache vorbeigeht und unberechtigt ist. Wir sollten uns in Zukunft gemeinsam gegen diesen Vorwurf wehren. Unser Leitspruch sei: Gerechtigkeit für Deutschland, Gerechtigkeit für Deutsche.

Ich komme zum Schluß und sage: Mit Gott in eine gute Zukunft für Europa! Mit Gott in eine gute Zukunft besonders für unser deutsches Vaterland!

P.S. Seitenzahlen ohne nähere Angabe beziehen sich auf das Buch "Jüdischer Bolschewismus" Mythos und Realität von Johannes Rogalla von Bieberstein.  

Stand: 31.10.2003 03:02 Uhr - Quelle:                                       http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID2535644
_TYP1_NAVSPM2~2536458_REF1,00.html

Links: 

CDU-Politiker ist schon häufiger aufgefallen:
http://www.wiwo.de/pswiwo/fn/ww2/sfn/buildww/cn/cn
_artikel/artpage/0/id/196/id/39341/fm/0/fl/0/bt/2/SH/0/depot/0/
 

"... Für viele CDU-Mitglieder und Kritiker sind die Worte Hohmanns keine Überraschung. Seit 1998 sitzt der Jurist und überzeugte Katholik als Nachfolger des langjährigen CDU-Bundestagsfraktionschef Alfred Dreggers im Bundestag. ...Als papsttreuer Christ und Politiker stellte sich Hohmann offen gegen Homosexualität und steht damit in der Tradition des vor drei Jahren verstorbenen Fuldaer Bischofs Johannes Dyba, der mit seiner konservativen Haltung immer wieder polarisiert hatte. So nannte Hohmann das Adoptionsrecht für Homosexuelle eine „Denaturierung des Leitbildes der Familie“. Der Homosexualität gegenüber sei „falsche, feige Toleranz“ nicht angebracht, schließlich sei sie eine Gefahr für die „unter Geburtendefizit leidenden Völker der Nordhalbkugel“. Im Bundestag kritisierte er zudem die Entschädigung der NS-Zwangsarbeiter als übertrieben und „übermäßiges Moralisieren“. Die meisten Opfer seien bereits kräftig finanziell entschädigt worden, sagte er." Quelle:Wirtschaftswoche http://www.wiwo.de/pswiwo/fn/ww2/sfn/buildww/id/
196/id/39341/bt/2/fl/0/fm/0/cn/cn_artikel/artpage/1/artprint/0/SH/0/depot/0/index.html
 

http://www.hagalil.com/archiv/2003/09/revisionismus.htm zu Rogalla von Bieberstein: Edition Antaios: Geschichtsrevisionisten und Antisemiten im intellektuellen Gewand - Von Max Brym

http://www.hagalil.com/archiv/2003/10/hohmann.htm    Andrea Livnat  (Kommentar)

  http://www.klick-nach-rechts.de/gegen-rechts/2002/06/cdu-csu.htm Vertuschen und verdrängen: Rechtsradikale in der CDU PANORAMA Nr. 614 vom 6.6.2002)

T:I:S, 30. November 2003

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2. Doug Coe 

Jeffrey Sharlet: Jesus Plus Nothing. Undercover among America's secret theocrats. Harper's Magazine, March 2003 

Sharlet hat undercover vier Wochen in Ivanwald, 24th St. North, Arlington, Virginia bei der "Family"  von Doug Coe zugebracht. Sein Bericht in Harper's Magazine  beschreibt die Trainingsmethoden der wohl effizientesten religiösen Sekte der USA. Hier eine deutsche Zusammenfassung des Berichts.

1. Der Wahlspruch der Sekte lautet: "Jesus plus nothing" - "Jesus und sonst nichts".  Die Mitglieder verstehen sich als Soldaten in der Armee Gottes. Zu ihnen gehören mindestens sieben Senatoren und mindestens fünf Mitglieder des Repräsentantenhauses, überwiegend Republikaner. Promenter Unterstützer der Jugendorganisation der "Family", "Youth Corps", ist der Außenminister von Bush senior, James A. Baker III. Betgruppen der "Family" haben sich im Pentagon getroffen. Zu Geschäftsleuten in der Öl- und Flugzeugindustrie bestehen traditionell enge Bande. Da der Bund Gottes mit den Juden zerbrochen sei, versteht sich der Kern der "Family" als "die neuen Auserwählten". 

2. In den 60er Jahren schuf  "The Family" feste Beziehungen zwischen der US-Regierung und den Diktatoren Costa e Silva (Brasilien) und Suharto (Indonesien), später zum Foltergeneral Carlos Eugenios Vides Casanova (El Salvador) und dem evangelikalen Todesschwadronen-General Gustavo Alvarez Martinez (Honduras). Doug Coe, der Sektenführer: "Wir nutzen Macht, wo wir können, wir schaffen neue Macht, wo wir es nicht können."

3. Financiers von Coes "Family" sind unter anderem Raytheon (Rüstung) und die Digital Equipment Corporation (Computer).

4. Doug Coe erklärt, es gelte einen Bund zu schmieden, "wie die Mafia ... Schauen Sie auf die Stärke ihrer Bindungen... Für sie ist es die Ehre, für uns ist es Jesus." Andere Leute, die Bünde mit ihren Brüdern geschmiedet hätten: "Nehmen Sie Hitler, Lenin, Ho Tschi Mhin, Bin Laden." "Man nennt es einen Bund. Zwei oder drei sind sich einig? Dann können sie alles. Ein Bund ist ...mächtig... Ja, Hitler schmiedete einen Bund. Die Mafia bildet einen Bund. Das ist so eine mächtige Sache. Zwei oder drei sind sich einig."

5. Im Trainigscamp werden bekannte Methoden zur "Überwindung des inneren Schweinehundes" verwendet, also Verfahren der Demütigung und Brutalisierung. Der biblische König David, ein Massenmörder, dient neben dem "visionären" Dschingis Khan als Vorbild. David sei vom Herrn auserwählt worden, so wie Jesus heute seine Führer auserwähle. Die Ankunft des auserwählten Königs - nicht der USA, sondern der Welt - stehe bevor.

6. "The Family" besteht aus Kerngruppen oder Zellen. In  einem organisationsinternen Papier heißt es: "Kommunisten benutzen Zellen als Basiseinheit. Die Mafia operiert so .. das Marine Corps ... Hitler, Lenin ..." 

7. "The Family" besteht seit 1935. Nach 1945 traf sich ihr Gründer Abraham Vereide "mit jüdischen Überlebenden und hörte sich ihre Berichte an, aber er betrachtete dennoch Ex-Nazis als gut geeignet für die Anforderungen einer 'starken' Regierung, wenn sie bereit waren Christus so zu dienen, wie sie zuvor Hitler gedient hatten."

Quelle: http://harpers.org/JesusPlusNothing.html . Ein Interview von Anthony Lappé  zum Harper's-Text mit Jeffrey Sharlet vom 13. Juni 2003 steht im AlterNet unter http://www.alternet.org/story.html?StoryID=16167 

T:I:S, korrigiert 1. Dezember 2003

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3. Pat Robertson et al.

Quotes From the Religious Right 

(Fett = Zitate von Pat Robertson, George W. Bush, Pat Buchanan, Randall Terry, Ralph Reed - von der religiösen Rechten der USA Quelle:The Anti-Pat Robertson / Christian Coalition Site http://www.geocities.com/CapitolHill/7027/quotes.html)

Here is what is probably the most interesting part of this site: a collection of quotes from leaders of the Religious Right, with a focus on Pat Robertson and the Christian Coalition. As usual, bold means that it is a quote; otherwise its me. Some of these statements are so stupid that they're almost funny.

 

"When I said during my presidential bid that I would only bring Christians and Jews into the government, I hit a firestorm. `What do you mean?' the media challenged me. `You're not going to bring atheists into the government? How dare you maintain that those who believe in the Judeo Christian values are better qualified to govern America than Hindus and Muslims?' My simple answer is, `Yes, they are.'" --from Pat Robertson's "The New World Order," page 218.

This pretty much sums up Pat's political philosophy. Unfortunately for him, what he espouses here is blatantly unconstitutional, as Article VI, Section 3 states: "no religious test shall ever be required as a qualification to any office or public trust under the United States."

 

"The mission of the Christian Coalition is simple," says Pat Robertson. It is "to mobilize Christians -- one precinct at a time, one community at a time -- until once again we are the head and not the tail, and at the top rather than the bottom of our political system." Robertson predicts that "the Christian Coalition will be the most powerful political force in America by the end of this decade." And, "We have enough votes to run this country...and when the people say, 'We've had enough,' we're going to take over!"--Pat Robertson

Ah, the vision of a Christian Coalition takeover...warms the heart to a boil.

 

"The Constitution of the United States, for instance, is a marvelous document for self-government by the Christian people. But the minute you turn the document into the hands of non-Christian people and atheistic people they can use it to destroy the very foundation of our society. And that's what's been happening." -- Pat Robertson, The 700 Club, Dec. 30, 1981

Who was it that talked about having a wall between church and state? That's right, Thomas Jefferson...but what the hell did that guy know?

 

"It is interesting, that termites don't build things, and the great builders of our nation almost to a man have been Christians, because Christians have the desire to build something. He is motivated by love of man and God, so he builds. The people who have come into (our) institutions (today) are primarily termites. They are into destroying institutions that have been built by Christians, whether it is universities, governments, our own traditions, that we have.... The termites are in charge now, and that is not the way it ought to be, and the time has arrived for a godly fumigation."--Pat Robertson, New York Magazine, August 18, 1986

This is possibly one of the worst things that Pat has ever said. I challenge any of his followers to defend the idea of fumigating the non-Christian "termites." It astounds me that Newt Gingrich could publicly admire such a man and get away with it.

 

"You say you're supposed to be nice to the Episcopalians and the Presbyterians and the Methodists and this, that, and the other thing. Nonsense. I don't have to be nice to the spirit of the Antichrist. I can love the people who hold false opinions but I don't have to be nice to them."--Pat Robertson, The 700 Club, January 14, 1991

Pat is a charismatic, Pentecostal Christian (meaning he speaks in tongues and stuff like that), and only believes that you are a Christian if you are "born-again." This means that all Catholics and most Protestant denominations are out-in fact, not only are they not Christian, they're downright evil.

 

"Just like what Nazi Germany did to the Jews, so liberal America is now doing to the evangelical Christians. It's no different. It is the same thing. It is happening all over again. It is the Democratic Congress, the liberal-based media and the homosexuals who want to destroy the Christians. Wholesale abuse and discrimination and the worst bigotry directed toward any group in America today. More terrible than anything suffered by any minority in history."--Pat Robertson, 1993 interview with Molly Ivins 

Forget for a minute, if you will, the fact that Robertson is now comparing the "plight" of Christians in America with that of Jews in Nazi Germany-he is saying that what they "suffer" is worse than what any other group has EVER suffered. Yes, not a day goes by (in Pat's fantasy land) that Christians in America aren't tormented and killed for being Christian, even worse than the slaves for being black, even worse than the Jews for being Jews. It is also interesting to note that the argument that Robertson is making is similar to the argument that Hitler made against the Jews-that the Jews were oppressing his Aryan people and he had had enough.

 

(talking about apartheid South Africa) "I think 'one man, one vote,' just unrestricted democracy, would not be wise. There needs to be some kind of protection for the minority which the white people represent now, a minority, and they need and have a right to demand a protection of their rights."--Pat Robertson, "The 700 Club," 3/18/92

Here's another side of Pat, a racist side that he has been very careful about hiding. The idea that Robertson thinks that a white person's vote should matter more than a black person's vote is something to think about when hearing the Christian Coalition's talk of improving race relations in America.

 

"NOW is saying that in order to be a woman, you've got to be a lesbian."--Pat Robertson, "The 700 Club," 12/3/97

I always thought that the National Organization for Women was all about equal pay for equal work and things like that; apparently, its really all about the lesbian plot that Pat enlightens us more about below.

 

"The feminist agenda is not about equal rights for women. It is about a socialist, anti-family political movement that encourages women to leave their husbands, kill their children, practice witchcraft, destroy capitalism, and become lesbians." -- Pat Robertson, fundraising letter, 1992

Frankly, this requires little comment. I feel the "kill their children" and "witchcraft" parts are particularly instructive.

 

(talking about Planned Parenthood) "It is teaching kids to fornicate, teaching people to have adultery, every kind of bestiality, homosexuality, lesbianism-everything that the Bible condemns."--Pat Robertson, "The 700 Club," 4/9/91

And here I was, always thinking that Planned Parenthood existed to provide things like birth control and STD information, but apparently they also exist to promote sex with animals. Ah, how little did I know.

 

"I know this is painful for the ladies to hear, but if you get married, you have accepted the headship of a man, your husband. Christ is the head of the household and the husband is the head of the wife, and that's the way it is, period."--Pat Robertson, "The 700 Club," 1/8/92

Yeah, its all about keeping' 'em in the kitchen, barefoot and pregnant, ain't that right?. Whooee! Now go get me a beer, woman!

 

"The public education movement has also been an anti-Christian movement...We can change education in America if you put Christian principles in and Christian pedagogy in. In three years, you would totally revolutionize education in America." --Pat Robertson,"The 700 Club," September 27, 1993.

Total bull.

 

"You see what happened in 1962. They took prayer out of the schools. The next year the Supreme Court ordered Bible reading taken from the schools. And then progressing, liberals, most of them atheistic educators, have pushed to remove all religion from the lives of children...The people who wrote the "Humanist Manifesto" and their pupils and their disciples are in charge of education in America today." --Pat Robertson, "The 700 Club," January 13, 1995

Another conspiracy from paranoid Pat. More baseless claims.

 

"I don't know that atheists should be considered citizens, nor should they be considered patriots. This is one nation under God."-- George Bush

This is just bad.

 

"If anybody understood what Hindus really believe, there would be no doubt that they have no business administering government policies in a country that favors freedom and equality. ... Can you imagine having the Ayatollah Ruhollah Khomeini as defense minister, or Mahatma Gandhi as minister of health, education, and welfare? The Hindu and Buddhist idea of karma and the Muslim idea of kismet, or fate condemn the poor and the disabled to their suffering. ... It's the will of Allah. These beliefs are nothing but abject fatalism, and they would devastate the social gains this nation has made if they were ever put into practice." --Pat Robertson's "The New World Order," page 219.

So Robertson doesn't want the Ayatollah of Iran, or Mahatma Gandhi (I really don't get why he decided to go after Gandhi, of all people) in our government. Instead, he wants a fanatical member of his religion...also, his definition of karma is incorrect. Karma basically means that you reap what you sow, something the Bible talks about.

"I am bound by the laws of the United States and all 50 states...I am not bound by any case or any court to which I myself am not a party...I don't think the Congress of the United States is subservient to the courts...They can ignore a Supreme Court ruling if they so choose."--Pat Robertson, Washington Post, June 27,1986)

I guess we should be happy that he considers himself bound by the law (except, I guess, when it comes to federal election laws). Of course, for someone who ran for President, his grasp of the system of checks and balances among the branches of government is less than that of a junior high school student. What's worse is that Robertson has a law degree from Yale-although he never was able to pass the bar exam.

 

"How can there be peace when drunkards, drug dealers, communists, atheists, New Age worshipers of Satan, secular humanists, oppressive dictators, greedy money changers, revolutionary assassins, adulterers, and homosexuals are on top?"--Pat Robertson, The New World Order, p.227

What the hell is this about? The fact that his man actually ran for President is truly an amazing thing.

 

"There is no such thing as separation of church and state in the Constitution. It is a lie of the Left and we are not going to take it anymore." --Pat Robertson, November 1993 during an address to the American Center for Law and Justice

"Congress shall make no law respecting an establishment of religion, or prohibiting the free exercise thereof..." This simply wouldn't work if there wasn't a separation of church and state. A theocracy would inevitably violate the First Amendment. Separation of church and state is the only way to insure that freedom of religion is kept.

 

"We're going to bring back God and the Bible and drive the gods of secular humanism right out of the public schools of America." --Presidential candidate Pat Buchanan addressing the anti-gay rally in Des Moines, 2-11-96

Thank God that Buchanan has decided to give up politics and go back to Crossfire.

 

"I want you to just let a wave of intolerance wash over you. I want you to let a wave of hatred wash over you. Yes, hate is good...Our goal is a Christian nation. We have a Biblical duty, we are called by God, to conquer this country. We don't want equal time. We don't want pluralism."--Randall Terry, Founder of Operation Rescue, The News-Sentinel, Fort Wayne, Indiana, 8-16-93

Frankly, this is one of the scariest things I have heard in a long time.

 

"We should resist the temptation to identify our religious convictions with the platform of a party or the platitudes of favored politicians."--Ralph Reed, 1996

Clearly a bunch of horseshit. Robertson has talked about how the Coalition supports specific candidates, all Republicans. Check out the next quote for the real story.

 

"We want...as soon as possible to see a majority of the Republican Party in the hands of pro-family Christians by 1996." --Pat Robertson, Denver Post, 10/26/92

 

"Many of those people involved with Adolph Hitler were Satanists, many of them were homosexuals--the two things seem to go together."--Pat Robertson, "The 700 Club," 1/21/93

This statement is grossly incorrect. Suffice to say, it is a historical fact that the Nazis killed homosexuals as ruthlessly as they did Jews.

 

"I think we ought to close Halloween down. Do you want your children to dress up as witches? The Druids used to dress up like this when they were doing human sacrifice... [Your children] are acting out Satanic rituals and participating in it, and don't even realize it."--Pat Robertson, "The 700 Club," 10/29/82

That's right, here he chooses to go after Halloween, of all things. Man, being Pat Robertson's kid must have sucked.

 

"It's like guerrilla warfare. If you reveal your location, all it does is allow your opponent to improve his artillery bearings. It's better to move quietly, with stealth, under cover of night. You've got two choices: You can wear cammies and shimmy along on your belly, or you can put on a red coat and stand up for everyone to see. It comes down to whether you want to be the British army in the Revolutionary War or the Viet Cong. History tells us which tactic was more effective."--Ralph Reed Los Angeles Times, 3/22/92

Beautiful. Reed pretty much admits that he wants to deceive us of his true aims...Puts the good cop-bad-cop thing on the agenda page in perspective.

 

I want to be invisible. I do guerrilla warfare. I paint my face and travel at night. You don't know it's over until you're in a body bag." --Ralph Reed, Norfolk Virginian-Pilot, 11/9/91

 

Zur religiösen Rechten in den USA hat Geiko Müller-Fahrenholz  Lesenswertes in deutscher Sprache geschrieben: In göttlicher Mission. Politik im Namen des Herrn - Warum George W. Bush die Welt erlösen will. Knaur Taschenbuch € 7,90. Das Vorwort von Eugen Drewermann unterscheidet nicht klar zwischen den USA und den Herrschenden in den USA.

T:I:S, 30. November 2003

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4. Thomas v. der Osten-Sacken und Thomas Uwer

Leserbrief an Die Zeit von Thomas Immanuel Steinberg (Die Veröffentlichung wurde inzwischen abgelehnt)

Thomas v. der Osten-Sacken und Thomas Uwer haben im Internet, in Diskussionen, in der Zeitschrift Jungle World und in einem Buch des sich links verstehenden Konkret-Verlages[1] behauptet, das Baath-Regime im Irak habe - abgesehen von den Kriegs- und Bürgerkriegstoten - rund eine Million Iraker ermordet.  

Der selbstsichere und wiederholte Vortrag einer so großen Zahl von zivilen Opfern des Regimes im eigenen Land muß erstaunen. Der Irak hatte zehn Jahre lang Tote im Krieg gegen den Iran zu beklagen. Der irakische Staat lag jahrelang im Krieg mit seinen Kurden im Norden des Landes. Auf dem Rückzug aus Kuwait haben die US Forces Iraker massenweise buchstäblich zermalmt. Seitdem hat der Irak durch das UNO-Embargo und die britisch-US-amerikanischen Bombardements in den sogenannten Flugverbotszonen nochmals viele Menschen verloren.  

Wie konnten die beiden deutschen Autoren ermitteln, welche Toten wem aufgrund welcher Situation zuzurechnen sind? Wie konnten sie  Einzelereignissen Teilbeträge zuordnen, die sich zur behaupteten Millionenzahl summieren? Wie konnten sie die tötlichen Folgen der Einzelereignisse belegen oder doch plausibel machen?  

Sie konnten nicht, und sie können es nicht.  

Im November 2002 war genau das in der jungen Welt, einer linken Berliner Tageszeitung zu lesen.[2] v. der Osten-Sacken veranschaulicht seine Zahl nicht, ja, er zitiert falsch und irreführend. Im Internet stand im Dezember 2002, woher die Millionenangabe wahrscheinlich stammt: von Tilman Zülch, der politisch weit rechts bei den Sudetendeutschen Landsmannschaften beheimatet ist und auch nicht belegt, was er behauptet.[3] Die Zeitschrift Konkret sah sich veranlaßt,  ihren beiden Hausautoren in der folgenden Januarausgabe Gelegenheit zur Präzisierung zu geben. Die Autoren zitierten nun - unter der abwehrend-ironisierenden Überschrift „Body Count“ - eine Alliance Internationale pour la Justice (AIJ)  mit der bekannten, vermutlich Zülchschen Gesamtschätzung. Wieder unterließen sie jede Aufgliederung. Sie führten einzelne Massaker auf, sowie Vertreibungen und Verschleppungen, bei denen die Zahl der Todesopfer unbekannt gebieben ist.  

Eine Summe läßt sich aus den Äpfeln und Birnen nicht ziehen, im Gegenteil: „182.000 Kurden während der Anfal-Operation“ listen sie zweimal auf, einmal als Verschwundene, das zweite Mal als Todesopfer.  

Inzwischen publizieren die linken Herren mit den rechten Verbindungen in der „Zeit“[4] und behaupten dort, was Bellizisten in die  Landschaft paßt. Das antisemitische, nach Herrschaft über ganz Arabien strebende irakische Regime gehe totalitär vor, wie von Hannah Arendt beschrieben. „Insgesamt sind bislang rund eine Million Iraker dem Baath-Regime zum Opfer gefallen.“ Beleg für die Zahl: keiner.  

Was  Thomas v. der Osten-Sacken und Thomas Uwer auffahren, stammt ebenfalls aus dem totalitären Arsenal. Es ist Kriegspropaganda.  

T:I:S, im April 2003

siehe auch  Dschungelfieber von Matthias Gockel 

[1] Thomas von der Osten-Sacken/Arras Fatah(Hg.): Saddam Husseins letztes Gefecht. Der lange Weg in den III. Golfkrieg. konkret texte 33 - Staat und Gewalt. Hamburg 2002

[2] http://www.jungewelt.de/2002/11-16/004.php

[3] http://www.steinbergrecherche.com/asosten1.htm

[4]  Die Araber-Macher.Wie Saddam Husseins Baath-Partei von einem Großreich träumte.Von Thomas von der Osten-Sacken und Thomas Uwer. Die Zeit, 14/2003 http://www.zeit.de/2003/14/Essay_v_d_Osten

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