Israel und Palästina

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Umfangreiche Sammlung interner Links seit 2003 unter Israel

Deutschland wird niemals wirklich seine faschistische Vergangenheit bewältigt haben, bis es seine bedingungslose Unterstützung für den völkermordenden und rassistischen Staat Israel aufgibt, bis es aufhört, die Rede- und Meinungsfreiheit derjenigen, die diesen Staat kritisieren, zu unterdrücken, und bis es auf die Stürmer-ähnliche Diffamierung, der diese Kritiker ausgesetzt werden, verzichtet. Raymond Deane, Komponist, Schattenblick

 

Thomas Immanuel Steinberg

Beischlaf erschlichen – anderthalb Jahre Knast

Ein verheirateter Ost-Jerusalemer Nicht-Jude ist zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt worden, weil er sich einer Jüdin gegenüber als jüdischer Junggeselle ausgegeben hatte und sie anschließend miteinander geschlafen hatten. Auch habe er sie nach dem Beischlaf nackt zurückgelassen. Gewalt habe der Täter (im Pressebericht wird er als Araber bezeichnet) nicht angewendet, wie das Opfer vor Gericht aussagte.

Das israelische Gericht erkannte auf Vergewaltigung durch Täuschung und verhängte zusätzlich eine Geldstrafe.

Sinnspruch

Wanderer, kommst du nach Zion, verkündige dorten, dir sei nicht

an Juden gelegen, oder an Jüdinnen gar.

T:I:S, 20. Juli 2010

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Ein Lehrstück in israelischer Demokratie

Mario Damolin arbeitet als freier Journalist vor allem für ARD-Anstalten und überregionale Zeitungen sowie als Dozent an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Im Freitag berichtet er, wie der israelische Staat ihn, seine Pressekollegen und passive Friedensfreunde behandelt hat. Und was die deutsche Presse nicht berichtet hat. 

Der Reporter als Feind, T:I:S, 20. Juli 2010

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Thomas Immanuel Steinberg

Warum redet der US-Präsident andauernd von Palästina und Israel?

Und ebenso seine weltweiten Gegner?

Stephen M. Walt für Foreign Policy ermitteln lassen, wie oft US-Präsident Obama in seinen Reden andere Länder erwähnt, und zwar gemessen an ihrer Einwohnerzahl. Ergebnis: Je eine Million Einwohner hat Obama Palästina von Anfang Januar 2009 bis Mitte Juli 2010 über viermal erwähnt, und Israel über zweieinhalbmal. Das sind die beiden Spitzenwerte. Es folgen hauptsächlich Länder, die der Präsident bekriegt oder bedroht, und danach alle anderen Länder, so noch vor China der Sudan, den er wegen des Öls zerschlagen sehen will.

Warum nimmt Obama Israel und die von Israel teils annektierten, teils belagerten und besetzten Gebiete so wichtig? Walt findet: wegen der Pro-Israel-Lobby. Nun ist aber diese Lobby erstens eine Rüstungs- und Home-Security-Industrie-Lobby; und zweitens eine imperialistische (NeoCon-)Lobby, egal ob für Israel, die USA oder einen ihrer Verbündeten. Verständlich, daß Obama ihrer Sache, also der seinen, große Aufmerksamkeit schenkt.

Auch die Kriegsgegner, die Widersacher des Imperiums, reden andauernd vom Staat Israel und seinen Eroberungen, und viel weniger von China oder dem Sudan. In aller Bescheidenheit dieses Beispiel: SteinbergRecherche hat bisher China mit Tibet und dem bauernschlauen Dalai Lama nur ein paar Beiträge gewidmet. Der Sudan mit Darfur und Nord-Süd-Konflikt nimmt zwar bei SteinbergRecherche mehr Platz ein, aber Palästina, Israel und die Zionisten füllen Dutzende von Seiten, siehe die umfangreiche interne Linksammlung unter Israel.

Die Kriegs- und Repressionsgegner legen auf Palästina und Israel aus dem gleichen Grund Gewicht wie die herrschenden Imperialisten. Der israelische Staat ist

1.

führend auf Teilgebieten der Rüstung

bedeutend unter den Rüstungsexporteuren

Weltspitze in der Homeland-Security-Industrie: Sperranlagen, Überwachung, Nachrichtenauswertung, Spionage, Diversion, Sabotage, gezielte Tötungen, Drohnen 

mit eigenem Experimentierfeld samt Versuchskarnickeln (Westbank, Südlibanon, Gaza), u.a. genutzt für Weißen Phosphor und Splitterbomben. (1)

2.

mißacht der Staat Israel nicht nur zwischennationale Schutzvorschriften, wie viele andere Staaten auch; er verachtet sie explizit und trägt an vorderster Front zu ihrer Erosion bei. Zudem will sich der israelische Staat - mit einigem Erfolg - als demokratisch verstanden sehen. Andere sich demokratisch verstehende Staaten können somit auf dessen Praktiken und deren Rechtfertigung verweisen und die Erosion beschleunigen, etwa unter dem Etikett der Terrorbekämpfung. 

3. 

ist Israel unter den entwickelten Staaten neben den USA derjenige mit der größten Ungleichheit von Einkommen und Vermögen der Bewohner; Israel hat gerade Mexiko an Ungleichheit überholt. (2) Wie Kapitalisten mit den auch für sie bedrohlichen Brüchen umgehen können, läßt sich am Staat Israel ablesen: Als herrschaftssichernder Kitt dienen Islamophobie, Kommunistenphobie, Apartheidgesetze, Rassismus untereinander, eine ausgefuchste Propaganda, Bestrafung von Dissidenten – und speziell die Holocaustreligion (3) von der Wiege bis zur Bahre.

Darum Israel.

T:I:S, 19. Juli 2010

Anmerkungen

(1) Neve Gordon: The Political Economy of Israel's Homeland Security/Surveillance. Industry, Alberta 2009, The New Transparency, Working paper III, .pdf-Datei, hat die Wechselwirkung zwischen politisch geforderten Sicherheitsvorkehrungen, dem komparativen Vorteil Israels durch ein heimisches Versuchsfeld und der Ausweitung der Versuche zum Zwecke der Steigerung von Produktivität und Marktgängigkeit beschrieben. Speziell zu den Drohnen: "Israel is one of the leading producers of unmanned aerial vehicles (UAVs) [Drohnen, T:I:S], which are currently used mostly for military surveillance, but which, according to Rand Corporation, could be deployed in the near future to monitor resources such as forest and farm lands, wetlands, dams, reservoirs, wildlife (e.g., in nature reserves) or traffic. According to (incomplete) data from the Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI), of all UAV systems transferred internationally between 2001 and 2005, 68 percent were Israeli-supplied. With the US’s Predator and Pioneer models both based on Israeli designs, and IAI and Elbit cornering most of the remainder of the export market, UAV transfers overwhelmingly involve Israeli-designed systems." Seite 9, Quellen dort

(2) The Political Economy of Israel's Occupation. 18 families control 60% of the equity value of all companies in Israel. Shir Hever, The Alternative Information Center, Jerusalem. Video, The Real News, neun Minuten. Mit Transkript. Fortsetzung demnächst. Siehe auch Shir Hever über arme Juden, Bericht vom Vortrag in Hamburg 2008

(3) Wie gründlich die Tatsache der Vernichtung der europäischen Juden von der israelischen Staats- und Regierungspolitik zur nationalen Ersatzreligion heruntergewirtschaftet ist, veranschaulicht der Film Defamation. Zur Sakralisierung des Völkermords an den Juden siehe auch Holocaust, dort zahlreiche Beiträge und Verweise.

Ergänzung

Das israelische Raketenabwehrsystem "Iron Dome" stößt auf Interesse in anderen Staaten. Unter dem Titel "Mit High-Tech gegen Kassam-Raketen" schreibt Hans-Christian Rößler in der FAZ online am 20. Juli 2010: 

Laut Pressemeldungen verhandelt die indische Regierung mit [der Herstellerfirma, T:I:S] Rafael über die Anschaffung von „Iron-Dome“-Batterien oder anderer Teile der neuen israelischen Raketenabwehr.

Günter Schenk, Straßburg,  hat dazu am 21. Juli an die FAZ geschrieben:

Wird hiermit vielleicht die große Akzeptanz der israelischen "Sicherheitsdoktrin", nicht nur durch westliche Staaten, erklärbar, sondern auch durch Staaten wie der VR China, Indien, bis hin zu Russland, die in der Vergangenheit eher dem Israel-kritischen Lager zugerechnet wurden?

Den Staaten mit ungelösten Minderheiten-Problemen könnten die in Israel entwicklelten Waffen eine willkommene Lösung ihrer Probleme bringen. Wer immer mit der Frage konfrontiert wird, warum "die Welt" dem Treiben Israels gegenüber "seinen" ungeliebten Palästinensern so weitgehend untätig zuschaut, kann hier vielleicht eine Antwort finden.

T:I:S, 21. Juli 2010. Anti-Raketensystem gegen Kassamraketen Mumpitz, sagt Reuven Pedatzur. T:I:S, 22. Juli 2010

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Hinweis auf Jonathan Cook

Israel geopolitisch und ideologisch

Wer wissen will, was die Zionisten reitet, der sei verwiesen auf das 

Gespräch mit Jonathan Cook in Bethlehem, Video vom 5. Dezember 2009, fünf Teile. 

Schwerpunkte: 

Militärisch-industrieller Komplex einschließlich Homeland Security (Palästinenser als Versuchskaninchen, Drohnen, Waffenexport, -import, -nachahmung, Einkommens- und Vermögensumverteilung)

Erziehungssystem (Bibel als Geschichtsbuch)

Part 1  Part 2  Part 3  Part 4  Part 5

Ein Anwendungsbeispiel: 

Ha'aretz hat einen Beitrag von David Grossman nach wenigen Stunden wieder vom Netz genommen. Warum? Hier der Beitrag

Und hier die Antwort: Eine wie von Grossman angeregte Einigung mit Hamas und nachfolgender Frieden würden der israelischen Homeland-Security- und Rüstungsindustrie sowie dem Handel mit deren Produkten die Basis entziehen. Israel würde auf die Bedeutung von Jordanien schrumpfen, siehe Jonathan Cook, Part 2, ab 0:30, ca. neun Minuten, und die konzise Zusammenfassung in Part 4 ab 0:30, ca. sechs Minuten.

T:I:S, 8. Juli 2010. Siehe auch Neve Gordon

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Alan Hart

Der Sechstagekrieg vom 5. bis zum 10. Juni 1967 war ein Angriffs- und Eroberungskrieg Israels gegen Ägypten, Jordanien und Syrien

Die israelische Luftwaffe zerstörte am 8. Juni 1967 das US-amerikanische Spionageschiff USS Liberty, damit die USA den Angriffs- und Eroberungscharakter des laufenden Krieges nicht sogleich erkennen konnten. Bei der Beschießung und Bombardierung wurden 34 US-Navy-Angehörige getötet und 172 verletzt.


Mosche Dajan elf Jahre nach seinem größten Piratenstück. Foto: Karl H. Schumacher; White House, Washington DC

Zur USS Liberty siehe Wikipedia deutsch

Zu Alan Hart: Why, really, was the USS Liberty attacked by Israel? vom 12. Juni 2010 hier

T:I:S, 22. Juni 2010

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Einfach gelogen

Die United Nations Correspondents Association (UNCA) hatte dem israelischen Staat angeboten, seine Version von der Aufbringung der Friedensflotte zu präsentieren unter der für alle dort auftretenden Parteien geltenden Maßgabe, daß die Journalisten anschließend ein paar Fragen an den Vortragenden richten können. Daraufhin lehnte die israelische Regierung die Beteiligung ab. Der Presse erklärte die israelische Sprecherin, siehe Haaretz vom 17. Juni 2010, sie habe ihre Sicht bei der UNCA nicht darlegen dürfen. 

Doch die UNCA hat nun den Mail-Verkehr vorgelegt, Englisch-Fehler eingeschlossen. Er zeigt, daß die israelische Regierung (und nicht die UNCA) die Präsentation abgelehnt hat, und zwar weil sie sich keinen Presssefragen stellen wollte. Sie hat wie gewohnt einfach gelogen. 

Al Jazeera mit "Email exchange between Pioli and Cohen from June 10", T:I:S, 20. Juni 2010

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Exil

Manuel Musallam, 72, römisch-katholischer Pfarrer von Gaza von 1995 bis 2009

Meine Familiengeschichte ist die von displaced persons. 1917 mußte mein Großvater Bir Zeit verlassen; Briten und Türken hatten es unter Feuer genommen. Mit meinem Vater, einem anderthalbjährigen Sorgenkind. Sie dachten, daß es nicht überleben würde. Aus diesem Exil bin ich entsprungen. Und dann habe ich den Krieg erlebt. Nach der Priesterweihe wurde ich nach Transjordanien geschickt. Ich habe dort den Krieg von 1967 erlebt. Ich habe meine Papiere verloren. Dann habe ich 25 Jahre in Zababdeh im Westjordanland gelebt, weiter ohne Papiere. Schließlich bin ich nach Gaza gegangen und habe einen Personalausweis bekommen. 2009 habe ich Gaza verlassen und bin nach Bir Zeit zurückgekehrt, dem Ort meiner Familie. Doch alle drei Monate muß ich von Israel eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten. Es ist möglich, daß sie mich nach Gaza zurückschicken. Allerorten braucht man Passierscheine. Ich bin also immer noch ein Vertriebener.

Die israelischen Juden sind auch oft Vertriebene. Verstehen Sie sie?

Wenn sie so weitermachen, werden sie immer Vertriebene bleiben. Damit damit Schluß ist, müssen wir gemeinsam ein Haus bauen.

L'histoire de ma famille est une histoire de personnes déplacées. Mon grand-père, en 1917, a dû quitter Bir Zeit, qui était pris sous le feu des Anglais et des Turcs. Avec mon père, qui avait 1 an et demi et était très fragile. On pensait qu'il n'allait pas survivre. Je suis le produit de cet exil. Et puis j'ai vu la guerre. Ordonné prêtre, j'ai été envoyé en Transjordanie. J'y ai vu la guerre de 1967. J'ai perdu mes papiers. Puis je suis resté vingt-cinq ans à Zababdeh (Cisjordanie), toujours sans papiers, enfin je suis allé à Gaza et j'ai eu une carte d'identité. J'ai quitté Gaza en 2009, et je suis revenu à Bir Zeit, le lieu familial. Mais je dois obtenir d'Israël, tous les trois mois, un permis de séjour. Il est possible qu'on me renvoie à Gaza. Il faut des permis pour sortir de tous les lieux... Je suis donc toujours un exilé.

Les juifs israéliens sont souvent des exilés aussi. Les comprenez-vous ?

S'ils continuent ainsi, ils resteront à jamais des exilés. Pour en finir avec cela, il faut construire une maison ensemble.

Manuel Musallam : "Il faut sortir de la guerre de religions" (Josyane Savigneau). Le Monde, 12. Juni 2010, S. 22. T:I:S, Übersetzung, 13. Juni 2010

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Thomas Immanuel Steinberg

Die Auschwitz-Lüge

Ein Mann an Bord der türkischen „Mavi Marmara” soll die israelische Aufforderung zum Beidrehen mit dem Satz beantwortet haben:

Halt’s Maul. Fahr zurück nach Auschwitz.

Shut up. Go back to Auschwitz.

Das behaupteten die israelischen Verteidigungsstreitkräfte mit einem Video-Clip über den Funkverkehr vor der Gaza-Küste. Als Teile der Presse mit triumphierenden Unterton darüber berichtet hatten, dementierten die israelischen Verteidigungsstreitkräfte - am 5. Juni 2010 - ein wenig: Die Äußerung könne auch von einem anderen Schiff der Free-Gaza-Flotte stammen.

Tatsächlich fand der Funkverkehr auf einem offenen Kanal ("open channel", so der Sprecher der israelischen Verteidigungsstreitkräfte) statt. Jeder Spinner oder Provokateur in Reichweite konnte sich unerkannt daran beteiligen. Die Free-Gaza-Funker erklärten überdies, sie hätten gar keinen solchen Satz gehört. Einmal mehr hat sich da wohl die israelische Regierung etwas über ihre Gegner zusammengelogen.

Einmal mehr hat sie jedenfalls getrieben, was ich seit 2003 beklage: die Rechtfertigung israelischer Raubzüge, Morde und Vernichtungskriege mit erneut drohender Vernichtung der Juden.

Diesen Ausbund an Verrottung weiter zu beschreiben, ist mir mittlerweile gründlich zuwider.

T:I:S, 9. Juni 2010

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Palästinenser von der Landkarte getilgt

 Ha'aretz, T:I:S, 11. Mai 2010. SteinbergRecherche hat's früher gemerkt.

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Thomas Immanuel Steinberg

Soda-Stream nicht kaufen 

Der Soda-Stream-Wassersprudler von Soda-Club wird auf besetztem palästinensischem Gebiet in der widerrechtlich gebauten jüdischen Siedlung Ma’ale Adumim hergestellt, siehe Kreisverband München Der Linken.  


Ligne verte = Waffenstillstandslinie von 1949 zwischen Israel und Westjordanland. Lesbar bei Le Monde diplomatique

Den zionistischen deutschen Portalbetreiber haGalil ficht das nicht an. Er heuchelt Ausgewogenheit: 

Manche nennen Ma’ale Adumim einen israelischen Verwaltungsbezirk, andere sagen es handle sich um ein "von Israel besetztes Gebiet in Palästina". 

Und konjugieren kann haGalil auch nicht, siehe fechten. Drum: Sich nicht von haGalil für dumm verkaufen lassen und Soda-Stream boykottieren!

T:I:S, 21. April 2010

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Thomas Immanuel Steinberg

Israel Sachstand und Debatte

Der Sachstand in Israel / Palästina

Seit 43 Jahren hält der Staat Israel die syrischen Golan-Höhen, das palästinensische Westjordanland und den palästinensischen Gazastreifen besetzt. Er hat die Golan-Höhen für annektiert erklärt; er beherrscht militärisch und polizeilich, trotz einer Aufteilung in Zonen mit teilweiser palästinensischer Mitwirkung, das Westjordanland; und er belagert den Gazastreifen.

Der Staat Israel hat jüdisch-israelische Siedlungen im Westjordanland errichtet, die er laufend erweitert, Teile des Westjordanlandes durch Errichtung von Sperranlagen faktisch annektiert und weitere Teile durch Sperranlagen zu geschlossenen palästinensischen Enklaven oder Kantonen gemacht.

Quelle; Großformat, Bild oder Großformat, .pdf-Datei offline - nur intern 

Etwa 500 000 jüdische Israelis leben inzwischen auf palästinensischem Gebiet einschließlich der palästinensischen Teile der Stadt und des Bezirks Jerusalem.

Die Palästinenser haben 43 Jahre lang versucht, sich gegen Besatzung und Landraub zu wehren, in Verhandlungen, durch Proteste, Demonstrationen, Attentate, Mörser- und Raketenbeschuß. 

Die Waffenruhe von Juli bis November 2008 war ihr bisher letzter Versuch. Ihre gewählten Repräsentanten aus der Widerstandsorganisation Hamas vereinbarten mit Unterhändlern der israelischen Regierung mündlich eine Waffenruhe zwischen Gaza und israelischem Kernland. Die israelische Regierung versprach, während der Waffenruhe die Blockade um Gaza zu lockern. Sie tat es nicht in hinreichendem Maße. Dennoch hielt sich die Hamas von Mitte Juni bis Anfang November 2008 an die Vereinbarung. Sie schoß keine einzige Mörsergranate und keine einzige Rakete auf israelisches Gebiet. 

Die israelischen Verteidigungstreitkräfte hingegen drangen Anfang November in den Gazastreifen ein und töteten sieben Hamas-Kämpfer, angeblich weil diese dabei waren, einen Versorgungstunnel zu graben. Als daraufhin erneut Raketen aus Gaza in Israel aufschlugen, bombardierten und überfielen die israelischen Verteidigungsstreitkräfte Gaza und töteten über 1400 Bewohner. Auf israelischer Seite kamen 13 Menschen zu Tode, davon einige durch versehentlichen Selbstbeschuß. In Gaza fand 2008 / 2009 kein Krieg statt, sondern ein israelisches Massaker. (1)

Seit dem Massaker hindert die israelische Besatzungsmacht die Gazabewohner am Wiederaufbau der großflächig zerstörten Infrastruktur und der Gebäude. Zugleich setzt sie ihren Siedlungsbau im Westjordanland zügig fort.

Die Lösung

Die Lösung des Konflikts ist einfach. Die israelische Seite muß lediglich den zahllosen internationalen Resolutionen Folge leisten, die Besatzung beenden und hinter die Grenze von 1967 zurückkehren. Doch sie tut es nicht.

Debatte in Deutschland

Mit den Gründen, die israelischer Staat und israelische Regierung für ihre Weigerung anführen, argumentieren auch ihre deutschen Parteigänger.

Die Sperranlagen auf palästinensischem Gebiet und teils mitten im Westjordanland dienten der Sicherheit des Kernlandes

Tatsächlich verbleiben etwa 200 000 Palästinenser auf der Israel zugewandten Seite der Sperranlagen. Somit handelt es sich nicht um Sicherheits- sondern um Trennanlagen, die den Palästinensern die Bewegungsfreiheit nehmen und die Annexion der palästinensischen Gebiete, die nach Israel hin liegen, vorzubereiten. Die Sperranlagen rund um die jüdisch-israelischen Siedlungen, die mitten auf palästinensichem Gebiet faktisch ebenfalls israelische Exklaven bilden, haben die gleiche Wirkung.

Auf palästinensischer Seite gebe es keinen vertrauenswürdigen Verhandlungspartner.

Für das Ende einer Besatzung bedarf es im Kern keiner Verhandlung, sondern nur des Abzugs des Besatzers und der Aufhebung der Blockade.

Die Hamas weigere sich, das Existenzrecht Israels anzuerkennen.

Das muß die Hamas nicht, verrät die israelische Seite doch nicht einmal, was sie unter Israel versteht. (2) Wohl aber hat sich die Hamas, zuletzt anläßlich der Waffenruhe 2008, stets an ihre Zusagen gehalten. 

Deutsche / jüdische Verantwortung

In der deutschen Debatte um Israel versuchen Befürworter wie Gegner der israelischen Staats- und Regierungspolitik aus der Vernichtung der europäischen Juden Gründe für ihre jeweilige Position herzuleiten. 

Weil sie Deutsche seien, sagen die Einen, träten sie für die israelische Staats- und Regierungspolitik ein; weil sie Deutsche seien, sagen die Andern, bekämpften sie die israelische Staats- und Regierungspolitik.

Juden versuchen in gleicher Weise, aus ihrer Jüdischkeit Argumente für oder gegen die israelische Staats- und Regierungspolitik abzuleiten.

Offenbar handelt es sich in allen vier Fällen nicht um Argumente, sondern um Ausführungen über die eigene Motivation. Je nach Motivationslage des Publikums fördern oder mindern solche Ausführungen die Sympathie für den Sprecher, sie tragen aber nicht zur Sache bei. Sie verdeutlichen nur, daß es sich um einen politischen Dissens handelt, und keinen nationalen, religiösen oder ethnischen. (3)

T:I:S, 20. April 2010

Anmerkungen

(1) Zum israelischen Bruch der Waffenruhe ausführlich unter Vernichtungskrieg mit Links zu den Dokumenten des israelischen Außenministeriums und zum Video mit dem Pressesprecher der israelischen Regierung. 

(2) Ausführlich unter Existenzrecht

(3) Siehe dazu auch Moralphilosophie

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Renate Dörfel-Kelletat und Frank Dörfel

Steinmeiers Kritik gestrichen

An die Nachrichtenredaktion des Deutschlandfunks

Sehr geehrte Damen und Herren,

wieder einmal müssen wir erleben, dass eine israelkritische Meldung in Ihren Nachrichtentexten nur ein kurzes Leben hat.

Beispiel von soeben:

DLF 13.4.2010 Nachrichten

8:00
Atomgipfel: Steinmeier lobt USA für außenpolitischen Kurswechsel - Hoffnung auf Reform des Atomwaffensperrvertrags

SPD-Fraktionschef Steinmeier hat die USA für die Initiative zu dem gestern begonnenen Atomgipfel gelobt. Es sei zwar naiv zu glauben, dass eine Konferenz Überzeugungen von Terroristen ändern könne, sagte der frühere Außenminister im Deutschlandfunk. Aber in Washington gehe es derzeit darum, gemeinsame Mechanismen und Überzeugungen zu finden, um immer weniger nukleares Material zu produzieren und somit in den Handel gelangen zu lassen. Die USA hätten einen unglaublichen außenpolitischen Kurswechsel vorgenommen. Das sende Vertrauenssignale aus und könne eine Renaissance der Abrüstungspolitik bewirken. Steinmeier äußerte die Hoffnung, dass nun auch die vor fünf Jahren an der Blockadehaltung der USA gescheiterte Reform des Atomwaffensperrvertrags möglich werde. Kritik übte der SPD-Politiker an der Entscheidung der israelischen Regierung, der Konferenz fernzubleiben. Israel werde sich dieser Diskussion stellen müssen, sagte Steinmeier. In Washington sprach sich Bundeskanzlerin Merkel für international verbindliche Richtlinien zur Atomsicherheit aus. Die Ukraine kündigte an, bis 2012 ihren gesamten Bestand an hochangereichertem Uran den USA zu überlassen. In der amerikanischen Hauptstadt beraten Staats- und Regierungschefs aus insgesamt 47 Ländern. 6.27/7.47

9:00
Steinmeier: Hoffnung auf Reform des Atomwaffensperrvertrags

SPD-Fraktionschef Steinmeier hat anläßlich des Gipfels zur nuklearen Sicherheit in Washington die Hoffnung auf eine Reform des Atomwaffensperrvertrags ausgedrückt. Auf der Konferenz gehe es darum, gemeinsame Mechanismen und Überzeugungen zu finden, um immer weniger nukleares Material zu produzieren und somit in den Handel gelangen zu lassen, sagte der frühere Außenminister im Deutschlandfunk. Die USA hätten einen unglaublichen außenpolitischen Kurswechsel vorgenommen. Das sende Vertrauenssignale aus und könne eine Renaissance der Abrüstungspolitik bewirken, betonte Steinmeier. In Washington beraten seit gestern Staats- und Regierungschefs aus 47 Ländern. Für Deutschland nimmt Bundeskanzlerin Merkel teil.

Können Sie uns erklären, warum dieser so wichtige Satz weggefallen ist. Schließlich ist die Atombewaffnung Israels ein wesentlicher Faktor in der Entwicklung in Nahost.

Auch verstehen wir nicht, dass die neue Entwicklung in Palästina, bei der durch eine Anordnung der Militärs viele der Palästinenser ihres Rechtes auf Aufenthalt beraubt und sie mit Strafen bedroht werden, offenbar weder Meldung noch Kommentar auslöst: 

Israel plant Vertreibung von Palästinensern aus der Westbank

Der in den israelischen Medien veröffentlichte Militärerlass, der die Ausweisung oder Festnahme von Zehntausenden Palästinensern aus der Westbank zur Folge haben könnte, bezeichnete Chefunterhändler Saeb Erekat als Regel eines Apartheid-Staates.

„Diese militärische Regel vereinfacht die Vertreibung und Verhaftung von Palästinensern“, sagte Erekat in seiner am Sonntag veröffentlichten Pressemitteilung. „Der Erlass ist ein Angriff auf die palästinensische Zivilbevölkerung und ein Affront gegen die fundamentalen Prinzipien des Menschenrechts.“

Am morgigen Dienstag (13.04.) soll eine israelische Anordnung in Kraft treten, die die Ausweisung von in der Westbank lebenden Palästinensern, die im Gaza-Streifen geboren sind oder in deren Ausweise eine Adresse im Gaza-Streifen eingetragen ist, befiehlt. Darüber hinaus droht auch den Palästinensern die Ausweisung, die in der Westbank geboren sind, jedoch über einen längeren Zeitraum im Ausland leben. Verstöße sollen mit bis zu sieben Jahren Haft und einer Geldstrafe von 1.500 Euro geahndet werden.

 „Mit dieser Regelung werden Palästinenser in ihrem eigenen Haus wie Kriminelle behandelt“, erklärte der Chefunterhändler. „Zugleich verhindert Israel, dass wir unsere eigenen internen Angelegenheiten selber regeln.“

Besonderes deutlich werde das hässliche Gesicht der Siedlungspolitik. Je weniger Palästinenser in der Westbank, einschließlich Ost-Jerusalem, leben, umso mehr Siedler können sich dort ansiedeln. Israels Ziel sei nicht der Frieden, sondern die Kolonialisierung der Westbank.

„Israel wird die Vertreibung damit rechtfertigen, als dass Palästinenser gegen das Gesetz verstoßen haben. Aber dieses Argument kann nicht akzeptiert werden, weil dieses zu einem System der Apartheid gehört, dessen einziges Ziel die Stärkung der illegalen israelischen Besatzung ist“, so Erekat abschließend.

Generaldirektion Palästinas in der Bundesrepublik Deutschland vom 12.04.2010

In der Hoffnung auf eine Antwort,

Ihre treuen Hörer
Renate Dörfel-Kelletat und Frank Dörfel

T:I:S, 13. April 2010

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Jonathan Cook

Why There Are No 'Israelis' in the Jewish State

... In official documents most Israelis are classified as “Jewish” or “Arab”, but immigrants whose status as Jews is questioned by the Israeli rabbinate, including more than 300,000 arrivals from the former Soviet Union, are typically registered according to their country of origin....

Indications of nationality on ID cards carried by Israelis made it easy for officials to discriminate against Arab citizens... 

The government has countered that the nationality section on ID cards was phased out from 2000 -- after the interior ministry, which was run by a religious party at the time, objected to a court order requiring it to identify non-Orthodox Jews as “Jewish” on the cards.

... any official could instantly tell if he was looking at the card of a Jew or Arab because the date of birth on the IDs of Jews was given according to the Hebrew calendar. In addition, the ID of an Arab, unlike a Jew, included the grandfather’s name. 

“Flash your ID card and whatever government clerk is sitting across from you immediately knows which ‘clan’ you belong to, and can refer you to those best suited to ‘handle your kind’,” ...

The distinction between Jewish and Arab nationalities is also shown on interior ministry records used to make important decisions about personal status issues such as marriage, divorce and death, which are dealt with on entirely sectarian terms. 

Only Israelis from the same religious group, for example, are allowed to marry inside Israel -- otherwise they are forced to wed abroad – and cemeteries are separated according to religious belonging...

The Palestine Chronicle, T:I:S, 12. April 2010. Siehe auch Staat ohne eindeutige Staatsbürgerschaft und Personalausweis

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Gaza-strophe

Le jour d'après - Der Tag danach

Film von Samir Abdallah und Khéridine Mabrouk. Fernsehfassung 52 Minuten

 Français | English | Español

Ende 2010 soll der Film in Kinofassung, 100 Minuten, herauskommen. Der Ertrag aus dem Verkauf der Fersehfassung, DVD, 20 € plus 5 € Porto, dient der Unterstützung der Kinofassung.

Die Fernsehfassung zeigt Gaza nach dem israelischen Massaker, Aufnahmen von Beschuß und Bombardierung und Aussagen von Überlebenden: Frauen, Männern und Kindern. Sie verdeutlicht, was Israel als deutsche Staatsräson von Gregor Gysi und Angela Merkel bedeutet: Leid und Vernichtung. 

T:I:S, 8. April 2010

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Nidal Bulbul - ein Journalist aus Gaza erstattet Bericht

Über das Massaker, die Belagerung, die Düngemittel-Rohre und das, was sich Al Qaida nennt.


Nidal Bulbul am 26. Februar in der jW-Ladengalerie                 Foto:tofoto 

Interview am 26. Februar 2010 in Berlin. Schattenblick, T:I:S, 25. März 2010

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Dieter Helbig,  Pfr.i.R., Zirndorf

Ja und Nein / 60 Jahre Israel – 60 Jahre Nakba

Erschienen im Korrespondenzblatt  des bayerischen evangelisch-lutherischen Pfarrervereins, Juli  2008, S.102-103. Nach innerkirchlicher Kontroverse dort online gelöscht. Zur außerkirchlichen Kontroverse siehe Wer heißt Mord gut? T:I:S, 24. März 2010

 

„Arabischer Terrorist erschießt acht Jugendliche in einer Jerusalemer Talmudschule !“ - und Israel schlägt verständlicherweise zurück.“ Soweit das gängige Deutungsmuster.

Ich verstehe die Morde in der Toraschule allerdings ganz anders. Dazu zunächst ein kurzer Rückblick in die Geschichte des Zionismus.

                                                 Rückblick in die Geschichte des Zionismus

 (  1  )  Die beiden israelischen Historiker Zertal und Eldar, die ein grundlegendes Werk über die jüdische Siedlerbewegung ab 1967 vorlegen (1), betonen die tiefe Zäsur, die diese Bewegung von allen früheren zionistischen Unternehmungen trennt.

Wenn Juden ab Ende des 19. Jahrhunderts in Palästina einwanderten, folgten sie dem Ruf  der damals ganz neuen – säkularen ! - zionistischen Bewegung. Diese frühen Zionisten sind politisch mehr oder wenige aufgeklärt-links und religiös gleichgültig. Die wenigen religiösen Juden im Palästina von damals waren alteingesessene, still-introvertierte sephardische Tora-Meditierer gewesen, die mit ihren arabischen Nach- barn seit jeher im Frieden lebten. Sie sahen die aufgeregten, harte „Pionier“ Arbeit leistenden „Aschkenasischen“, die da aus Europa kamen, mit Misstrauen. Die waren ihnen zu unjüdisch, auch weil sie nicht viel von der Tora hielten (2).

Für die genauso alteingesessenen Araber wurden die Einwanderer zu „Landräubern“ und - spätestens seit den schweren Unruhen von 1929 – zu Feinden. Zum letzten Höhepunkt kamen die Spannungen durch den Palästina-Teilungsbeschluß der UN von 1947. Da schlug der radikale Zionist Ben Gurion sofort zu : seine terroristischen Vertreibungsaktionen gegen arabische Städte und Dörfer sollten die jüdische Aus- gangsposition für den Tag der Beendigung des britischen Mandats stärken.

(  2  )  Zur „Nakba“ (Katastrophe) wurde die Niederlage der arabischen Seite im  jüdischen „Unabhängigkeitskrieg“ von 1948/49, der aus arabischer Sicht nichts als ein zionistischer Eroberungskrieg war. Dessen entsetzliche Folgen listet der ebenfalls israelische Historiker Pappe (3) in allen  grausamen Einzelheiten auf – Stadt für Stadt, Dorf für Dorf. – Mit der Waffenstillstandslinie von 1949 - genannt „Grüne Linie“ – waren die Grenzen des UN-Teilungsplans zu einer Illusion geworden. So ist für die UN nun die Grüne Linie Israels Ostgrenze; keineswegs aber für den Staat Israel, der sich bis heute weitere Aneignungen palästinensischen Lands vorbehält.

                                   Die offizielle kirchliche Israel-Palästina-Linie

(  3  ) In unserer Landeskirche gibt es eine offizielle Israel-Palästina-Linie, die der Bischof so formuliert : „Aufgrund unserer deutschen Vergangenheit ist es uns verboten, die Palästina-Politik des Staates Israel zu kritisieren.“  Gemeint ist die Judenverfolgung und -vernichtung durch das Naziregime, der Holocaust.

Ich stimme dem zu, so weit es die Vor-67-Zeit in Palästina betrifft – wenn auch schweren Herzens. Meinen palästinensischen Bekannten, die sich bis heute weigern, für die Nazi-Verbrechen an den Juden büßen zu sollen, versuche ich verständlich zu machen, wie es einerseits zu der Zweiteilung des Landes ´47 kam; und andererseits, dass es kein Zurück hinter die Grüne Linie von ´49 mehr geben kann; wohl aber einen  bleibenden Anspruch der damals Vertriebenen auf gerechte Entschädigung. 

In der Tat verlangt von uns Deutschen und Christen der Holocaust, das Existenzrecht des Staates Israel in den Grenzen von 1949 bis 67 zu verteidigen. Das bin ich Opfern und Überlebenden schuldig; auch wenn sich meine arabischen Gesprächspartner dadurch von mir verraten und verkauft vorkommen. Das muß ich hinnehmen ...

                                     Nun aber zur Zeit nach 1967! 

(  4  )  Nun aber zur Zeit nach 1967! Wieso „tiefe Zäsur“? Weil der da einsetzende  neue Landraub nun von einer fanatisch religiös-messianischen Bewegung getragen wird, die unsere „westliche“ Moral, unser Rechtsempfinden, ablehnt. Diese Leute nennen sich selbst „Gusch Emunim“, also „Block der (dem Messias) Getreuen“. Zertal/Eldar charakterisieren die Messianisch-Orthodoxen so :

*  Sie gehen auf das Wirken des Rabbi Zvi Jehuda Kook (jun.) zurück.  Der hatte in Jerusalem seit langem ultra-orthodoxe Talmudschulen eingerichtet.  Eine davon wurde im März 2008 überfallen (also keineswegs eine normale Oberschule!).

*  Hier wird bis heute ein Typ Mensch herangebildet, der hyper-aktiv ist, zugleich aber streng religiös: dem „herandrängenden“ Messias hat buchstäblich alles zu dienen.  

* Ihr Schlachtruf ist „Tora – Nation – Land !!“. Ihr Leitsatz  : „Das Gebot, Israel zu besiedeln, wiegt so schwer wie die gesamte Tora“ (R.Kook jun.).

*  Solange die Erde von „Eretz Jisrael“ nicht vom ungläubigen „Abfall“ wie Christen,

Muslime, säkulare Juden, gesäubert ist, kann auch der vor der Tür stehende und Einlaß fordernde Messias nicht ins Land  kommen. Der „Kehricht“ stoppt den Messias, verhindert somit Israels Erlösung.

*  Bergkuppe für Bergkuppe muß also besetzt werden, reingefegt vom rituellen Abfall,  - wie am Passa-Vorabend. Wer da, als säkularer Zionist, auch in Regierung und Armee, nicht mithilft, den wird der Messias „ausrotten aus Israel“.

*  Menschen- und Völkerrecht“ !? Das sind Rechtskonstruktionen der Ungläubigen; wenn von der eigenen Regierung vertreten - umso schlimmer ! Denn das Recht des Messias steht über jedem Recht der Ungläubigen, seien die nun Juden, Muslime, Chri- sten, oder die UN. 

*  Land gegen Frieden !“ – das ist Lästerung des Messias, weil es eine Verunreini- gung des ihm gerade erst gereinigten und geweihten Bodens bedeutet.

*   „Frieden“ bringt nur der Messias, der Israel sammelt und die Ungläubigen, die sich nicht bekehren, vernichtet. Deshalb sind die üblichen Friedensgespräche sinnlos.

 

(  5  ) Es ist dieser fundamentalistischen Bewegung in der Zeit nach ´67 gelungen, jede Regierung vor ihren Wagen zu spannen, samt Armee und Verwaltung.  Auch wenn die religiösen Ultras in den letzten Jahren an Kraft verloren haben – ihr Geschäft haben in- zwischen die  eiskalten Pragmatiker Scharon und Olmert übernommen. Deren planmä ßig weiter betriebenes  Annexionsprojekt heißt jetzt : „Nur Ausbau bestehender Siedlungen !“ Und das westliche Ausland bekommt zu hören, was es hören will. Das berührt das Landraub-Programm in keiner Weise. Wenn Palästinenser, die auf solche Weise seit langem gedemütigt, beraubt, misshandelt und getötet werden, sich  so wehren, wie in jener Talmudschule geschehen, kann ich das verstehen. Wer sind da die eigentlichen Täter, wer die Opfer ?

 

(  6  )  Würden wir– nach unseren Rechts- und Moralvorstellungen – die fanatisch Messianischen als die eigentlichen Terroristen benennen, dann kämen wir freilich schnell in Bedrängnis. Denn dann wäre das heutige Israel ein Staat, der diese Talmud-Terroristen zumindest stillschweigend duldet. Und wir wären … ? – Sicher, eine ganze Reihe von Kolleginnen und Kollegen denkt wie ich - im  kleinen Kreis. Öffentlich aber gilt noch immer das Bischofswort; pauschal und für alles, was der Staat Israel tut. Kommt dazu, dass die „Soldaten des Messias“ selber vom Holocaust ganz anders als ihre Mütter und Väter denken; ganz anders als unsere political correctness.         

 *  Im Gegensatz zur Ben-Gurion-Generation haben diese „jungen“ Extremisten nichts mehr mit dem Holocaust zu tun. Er gehört auch nicht mehr zu ihrer Argumentation; es sei denn, als „Auslöser und Beförderer (!) des Kommens des Messias“. Siehe da! Der Holocaust ist zum nützlichen Werkzeug der Erlösung Israels geworden!

*  Diese religiösen Fanatiker rühmen sich, ganz aus dem international gültigen Rechtssystem ausgestiegen zu sein. Sie haben sich selbst - für unser Rechtsempfinden - zu Rechtsbrechern, zu religiösen Terroristen gemacht.  Wenn wir terroristische islamistische  Extremisten bekämpfen, warum dann nicht auch jüdische ?

*  Ob unserer Holocaust-Scham lachen sich Scharon, Olmert & Co. ins Fäustchen. Sie erpressen uns mit einer quasi ewig unvergebbaren Schuld, während sie sich - gegenüber den Palästinensern - in keiner Weise an das „Niemals vergessen !“ halten. Ihr routinemäßig betriebener Landraub ähnelt durchaus der Judengesetzgebung in den frühen Jahren des NS-Regimes : Möglichst viel Druck, dann werden sie verschwinden! 

                                Zum  Schluß :  Notwendige Konsequenzen

 (  7  )  Bleibt zum Schluß : Die das Land faktisch seit ´67 beherrschenden religiösen Siedler sind eine Beleidigung für alle friedliebenden Israelis und Juden. Sie bringen ihr Land weltweit so in Verruf, dass der Haß auf Israel, auf „die Juden“, auf die USA,  schlimmer und schlimmer wird. Diese Leute sind ein fruchtbarer Nährboden für die Al-Qaida-Propaganda - und damit eine Bedrohung für uns alle !

Kurz : „ Ja!“ zum Staat Israel in den Grenzen von 1949 bis ´67!  „Nein!“ zur Demütigung, Beraubung und Misshandlung der Palästinenser von 1967 bis heute! 

Anmerkungen

(1) Idith Zertal / Akiva Eldar: Die Herren des Landes – Israel und die Siedlerbewegung seit 1967“  München 2007; auf dieses Buch stütze ich mich hauptsächlich.

(2) Gudrun Krämer:Geschichte Palästinas. München 2003, 4.Auflage; wichtig für die Perioden vor der israelischen Staatsgründung 1948

(3) Ilan  Pappe: Die ethnische Säuberung Palästinas (der zionistische Terror von 1947/48)  Verlag Zweitausendeins 2007

Zu den Rechtsbrüchen von israelischer Regierung, Armee und Siedlern siehe Pater Rainer Fielenbach / Straubing, rfielenbach(at)karmelitenorden.de . Website

T:I:S, 24. März 2010. Zur außerkirchlichen Kontroverse über den Beitrag

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/10israelpalaestina.htm#Helbig  

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Thomas Immanuel Steinberg

Palästina von der Landkarte getilgt

Nicht neu, aber hiezulande kaum bekannt: Für zwei israelische Ministerien existieren kein besetztes Westjordanland und keine illegal annektierten syrischen Golanhöhen. Für eines davon existiert nicht einmal der belagerte Gazastreifen. 

Das israelische Ministerium für Neubürger-Eingliederung stellt die Weltgegend, in der der Staat Israel von der Menschheit  zu jeder Tages- und Nachtzeit bei Strafe des Antisemitismus-Vorwurfs die Anerkennung seines Existenzrechts einfordert, so dar:

  

Die Karte vermittelt Einwanderern, die eine Wohnung in einer der jüdischen Festungen auf palästinensischem Boden zugewiesen bekommen, den Eindruck, sie befänden sich in Israel; und die palästinenser-reinen Straßen ins Kernland gehörten ebenfalls dem Staat, dessen Bürger sie geworden sind.

Das israelische Tourismus-Ministerium vermittelt Besuchern fast den gleichen Eindruck, siehe die dort herunterladbare .pdf-Datei. Nur der Gazastreifen ist markiert.

Einwanderer wie Touristen können sich demnach aussuchen, ob sie die palästinensischen Bewohner des Kartengebiets für illegal nach Israel eingedrungene Halunken halten, oder einfach für inexistent. 

Die meisten israelischen Juden glauben wohl beides.  

T:I:S, 21. März 2010. Siehe auch Existenzrecht und Time to bury dead ideas about Palestine by
Martha Reese, The Electronic Intifada, 19 March 2010. Umfangreiche Sammlung von Karten über die vergangene und die heutige Lage insgesamt und in Teilgebieten sowie Projekte unter Foundation for Middle East Peace.

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/10israelpalaestina.htm#getilgt 

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Yahav Zohar, Israelisches Komitee gegen Häuserzerstörungen (ICAHD)

Interview zur Lage


Yahav Zohar in der jW-Ladengalerie Berlin am 26. Februar 2010            Foto: tofoto

Schattenblick, T:I:S, 16. März 2010

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Rumy Hasan

The Unitary Democratic State and the Struggle against Apartheid in Palestine-Israel

Dr Rumy Hasan, Senior Lecturer, SPRU–Science and Technology Policy Research, Freeman Centre, University of Sussex, Falmer, Brighton BN1 9QE, UK. r.hasan(at)sussex.ac.uk

Zusammenfassung

Dieser Text zieht aus einem Vergleich zwischen dem Apartheid-Staat Südafrika und Israel den Schluß, daß Israel seit Gründung ein Apartheid-Staat ist, wenn auch in anderer Form als die südafrikanische Variante. Nur der Rückbau der zionistischen Gesetze, der Verfassung und der diskriminatorischen Staatsstrukturen, so die Kernaussage, wird das Ende der Apartheid in Palästina / Israel sicherstellen. Conditio sine qua non dafür ist die Schaffung eines einzigen, einheitlichen und demokratischen Staates. Dementsprechend sollte der palästinensische Befreiungskampf vom Ziel der "Zwei-Staaten-Lösung" entschieden abrücken zugunsten einer "Ein-Staaten-Lösung". Zu diesem Zweck werden sechs Thesen vorgestellt.

Abstract

This paper utilises a comparison between Apartheid South Africa and Israel to argue that Israel, from its inception, has been an apartheid state, albeit different in form to the South African variety. The fundamental proposition is that only the dismantling of the Zionist legal code, the constitution and discriminatory state structures will ensure the end of apartheid in Palestine– Israel. The sine qua non for this is the creation of a single, unitary, democratic state. Accordingly, the goal of the Palestinian liberation struggle should decisively shift away from the ’two-state solution’ in favour of a ’one-state solution’. To this end, six theses are presented.  

Apartheid in Palestine-Israel, 2008, .pdf-Datei, T:I:S, Übersetzung, 16. März 2010

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/10israelpalaestina.htm#Apartheid     

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Nicht verzetteln 

Gar mancher Bürger liest Die Zeit. Er kann sich dort online belehren lassen, daß die Besatzung und der Landraub an Palästina ein Nebenkampfplatz seien, auf dem sich die USA und Israel nicht verzetteln sollten. 

Der das lehrt, heißt Thomas Kleine-Brockhoff und ist Mitglied der Geschäftsleitung des German Marshall Fund of the United States in Washington. Mehr über die Rolle dieser Stiftung auf GlobalResearch vom 26. November 2006 samt Teilnehmerliste Rigaer Konferenz, .doc-Datei; deutsch auf Zeit-Fragen.

T:I:S, 16. März 2010

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Thomas Immanuel Steinberg

ActiveStills

Kämpfende Fotografinnen


Quelle: ActiveStills

Die Linke Medien-Akademie tagte vom 10. bis 14. März 2010 in Berlin. Dort zeigte die Fotografinnen-Gruppe ActiveStills Israel / Palästina ihre Bilder. Keren Manor und Silan Dallal, beide Israel, stellten ihr Konzept vor: mit der Kamera auf der Seite der Unterdrückten stehen, die Unterdrückung dokumentieren, die Bilder auf billigem Papier an Mauern und Häuser kleben, die Reaktion des Publikums dokumentieren.


Karen Manor am 14. März 2010 in Berlin-Schöneweide                                             Foto: tofoto

Für Karen Manor, unpolitisches Elternhaus, israelische Schule, Wehrdienst, änderte sich nach einem  Neugier-Besuch in Ramallah, Westjordanland, das Leben. Sie stellte sich gegen die israelische Staats- und Regierungspolitik und fotografiert seitdem die Unterdrückten, seien es Palästinenser, arme Juden oder sogenannte Wirtschaftsflüchtlinge aus Afrika.  


Silan Dallal am 14. März 2010 in Berlin-Schöneweide                                                 Foto: tofoto

Silan Dallal wuchs in einem fernab gelegenen Kibbutz als Tochter politisch aufgeklärter Eltern auf. Sie demonstrierte als Jugendliche zusammen mit einer Freundin gegen staatliches Unrecht und blockierte einmal ganz allein eine Straße. Sie fand zu ActiveStills durch die Fotos an den Häuserwänden.

Vor kleinem Publikum berichteten die jungen Frauen in Berlin vom israelischen Alltag. Palästina und das, was die israelischen Besatzer dort anrichten, ist bei den allermeisten jüdischen Israelis nicht existent. Die Dokumentarfotos von ActiveStills an den Häuserwänden werden oft schon nach Stunden beschmiert, abgerissen oder übermalt. Sie selbst werden als Selbsthasserinnen oder als Nazis beschimpft. Im Lande herrscht auch zwischen jüdischen Israelis ein agressives Klima. Es gibt nur "Wir" - wir, die Verfolgten, die Opfer, die sich ständig wehren müssen. Allen Andern ist zu mißtrauen.

Bilder und englische Erläuterungen auf activestills.org. eMail: activestills(at)gmail.com 

T:I:S, 15. März 2010

Ergänzung

Palmsonntagsdemo auf Eseln mit Palmzweigen in der Hand nach Jerusalem in Palästina. Die israelischen Wachleute waren überrascht und verhafteten Palästinenser und Israelis bei deren Rückzug. Video, sieben Minuten, u.a. von ActiveStills

T:I:S, 5. April 2010

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Thomas Immanuel Steinberg

Massakerstaat mit Imageproblem

Die israelische Regierung hat Ende 2008 / Anfang 2009 über 1400 Gaza-Bewohner ermorden lassen. 13 Israelis starben dabei, einige davon durch Unachtsamkeit eigener Soldaten. Die israelische Regierung hat nicht Krieg geführt – es gab keine Kämpfe in Gaza – sondern abgeschlachtet. Sie hat nicht Israel verteidigt – die Hamas hat keine Mörsergranate und keine Raketete auf Israel abgeschossen – sondern vernichtet.

Nun muß Propanda her. The Reut Institute (gesprochen: re'ut) hat erläutert, wie das gehen soll, und eine Arbeitsgruppe auf der Konferenz des Global Forum for Combating Antisemitism am 16. und 17. Dezember 2009 mit dem Thema "Delegitimization of Israel: 'Boycotts, Divestment and Sanctions'" hat erörtert, wie der anschwellenden Boykott-Welle zu begegnen sei.

Mitglieder der Arbeitsgruppe waren Gerald Steinberg, der die Maßnahmen der Regierung gegen die Friedens-NGOs in Israel und Palästina koordiniert, und viele Propagandisten, darunter Clemens Heni.

Mark Elf, Antizionist, hat ein ihm zugespieltes Paper veröffentlicht (.html-Datei, .doc-Datei), das die Ergebnisse der Arbeitsgruppe wiedergeben soll, und angemerkt, es könnte sich dabei auch um ein Fake handeln. Der Text wirkt jedoch authentisch. 

Danach verstehen Mitchell Bard und Gil Troy, die Leiter der Arbeitsgruppe, den weltweit wachsenden Widerstand gegen die israelische Besatzungs-, Vertreibungs- und Mordpolitik als Versuch von Palästinensern und Pro-Palästinensern, Israel zu delegitimieren. Der Widerstand bedrohe den israelischen Staat, seine Bürger und letztlich alle Juden der Welt. Es gelte somit, das Image Israels zu verbessern und Widerständler als Antisemiten zu entlarven. BDS – der Name der Bewegung für Boykott, Desinvestment und Sanktionen – könne, wie von Zionisten in Toronto praktiziert, umgetauft werden in Blacklist-Demonize-Slander-Bewegung (Schwarze Liste, Dämonisierung, Verleumdung). "Let Israel Live", "Laßt Israel leben", eigne sich. Andere Slogans sollten entwickelt werden.

Ein "war room", eine Kommandozentrale für die Anti-Boykott-Kampagne werde gebraucht mit regionalen Zweigstellen. In Frankreich nehme der "CRIEF" – gemeint ist sicher der CRIF, der Vertreterrat der jüdischen Einrichtungen Frankreichs – diese Funktion bereits wahr. Die Universitäten, die Studenten, die Meinungsführer seien zu gewinnen. Israel, gemeint sind Regierung und Parteigänger, müsse vom Angeklagten zum Ankläger werden.

Die Autoren des durchgesickerten Papiers verzichten ausdrücklich auf Definitionen, verdeutlichen jedoch: Anprangerung, Verurteilung und Bekämpfung der israelischen Staats- und Regierungspolitik sind für sie per se antisemitisch. Im CRIF, formal Vertreter der jüdischen Einrichtungen Frankreichs, sehen sie die französische Zweigstelle zur Verteidigung der israelischen Massakerpolitik, ja, zum Angriff auf Alle, die sich ihr widersetzen. Antisemit ist, wer Massaker Massaker nennt, wenn sie denn vom israelischen Staat begangen werden.

Gegen Gerald Steinberg und Clemens Heni hilft ein Judo-Griff:

Die Besatzungs-, Vertreibungs- und Mordfraktion beschimpft uns? Welche Ehre! 

Und gegen den Massakerstaat?

Boykott – Desinvestment – Sanktionen, BDS.

T:I:S, 10. März 2010. Siehe auch Über die künftige Bedeutung des Wortes Antisemit und Hasbara - Zionistische Propaganda

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/10israelpalaestina.htm#Image

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Fatima

Einreise nach Israel verweigert

Fatima im März 2010, .rtf-Datei. T:I:S, 8. März 2010. Ähnlich siehe »Kritiker der Besatzungspolitik unerwünscht«. Israel verweigert Aktivisten der Palästina-Solidarität die Einreise. Ein Gespräch mit dem Hamurger Andreas P., aktiv in der Palästina-Solidarität und Unterstützer der Gruppen »Anarchists against the wall« in Israel und »International Solidarity Movement«. Interview: Gitta Düperthal, jW

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/10israelpalaestina.htm#Fatima    

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Thomas Immanuel Steinberg

Eine Erfahrung fürs Leben

Die ultimative Mission nach Israel

Montag, 21. Juni – Montag, 28. Juni 2010

Erleben Sie eine dynamische und intensive Erkundung des Kampfes Israels um Überleben und Sicherheit im heutigen Nahen Osten: „eine militärische, humanitäre, geschichtliche, rechtliche, religiöse und politische Überprüfung der Realität.“ 

Höhepunkte der Mission

Information durch Mossad-Mitarbeiter und Shin-Bet-(Inlandsgeheimdienst-)Mitarbeiter

Information durch Offiziere der israelischen Nachrichten- und Operationseinheiten

Einblick in die Einheit der israelischen Verteidigunsstreitkräfte, die gezielte Tötungen vornimmt

Live-Vorführung von Durchdringungs-Razzien auf arabischem Gebiet

Beobachten Sie ein Verfahren gegen Hamas-Terroristen vor einem Militärgericht der israelischen Verteidigungsstreitkräfte

Auflug aus erster Hand zu den militärischen Grenzposten zu Libanon und zu den Kontrollpunkten nach Gaza

Einblick in den umstrittenen Sicherheitszaun und in geheime Nachrichten-Basen

Treffen mit arabischen Agenten für Israel, die terroristische Gruppen infiltrieren und zeitnah informieren

Information durch israelische Kriegshelden, die das Land gerettet haben

Treffen mit Ministern und anderen wichtigen Politikern

Kleiner Rundflug über Galiläa (ein Teil von Palästina), Fahrt im Jeep durch die Golan-Höhen, Wassersport auf dem See Kinneret, Grillen im Freien, und am Sabbat Genuß der zahlreichen religiösen und geschichtlichen Wunder in der Altstadt von Jerusalem

Erstklassige Unterbringung

Fünf-Sterne-Hotel etc. 

Preis  2 835 Dollar im Doppelzimmer ohne Flug

plus Spende, steuerlich absetzbar, 500 Dollar, an Shurat HaDin - Israel Law Center

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Soweit das Angebot eines Erlebnisurlaubs anderthalb Jahre nach dem israelischen Massaker an über 1400 Bewohnern von Gaza; englisches Original hier.

Norman Finkelstein fand das Angebot obszön. Er hat es auf nazi-deutsche Verhältnisse transponiert. Das Ergebnis steht hier. Drastisch ist Finkelsteins Vorgehen und angemessen angesichts der bisherigen israelischen und US-amerikanischen Taten; angemessen auch angesichts der Drohung, den Iran auszulöschen.

Clemens Heni  fand das israelische Angebot offenbar in Ordnung, nicht aber Finkelsteins bitterböse Satire. Da läge Antisemitismus vor, mailte er der Heinrich-Böll-Stiftung (1), die zusammen mit 

dem AK Nahost Berlin, der Deutsch-Israelisch-Palästinensischen Freundschaftsgesellschaft (DIPF), der Deutsch Palästinensischen Gesellschaft (DPG), der Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost (EJJP-deutsche Sektion) und dem Ökumenischen Zentrum für Umwelt-, Friedens- und Eine-Welt-Arbeit 

Norman Finkelstein zu Vortrag und Diskussion eingeladen hat 

am Freitag, dem 26. Februar 2010 um 19:00 Uhr in die Rosa-Luxemburg-Stiftung e.V., Seminarraum 1, Franz-Mehring-Platz 1. [Stiftung - und danach Finkelstein - haben abgesagt, T:I:S., 20. Februar 2010]

Womöglich findet die Böll-Stiftung den israelischen Urlaubsknüller transponierbar und bietet im Herbst einen komfortablen Ausflug nach Kundus an - wo die Tanklaster waren, die Kinderleichen; inklusive Besichtigung von Oberst Kleins Arbeitszimmer. 

Aber oh weh! Darf man die israelischen Verteidigungsstreitkräfte in Beziehung zur Bundeswehr setzen, der moralischsten aller Armeen? Ist das nicht, äh, antisemitisch?

Jetzt bin ich ganz durcheinander.

T:I:S, 8. Februar 2010. Norman Finkelstein hat seine Reise nach Deutschland abgesagt. T:I:S, 20. Februar 2010

Anmerkung

(1) Henis Mail liegt SteinbergRecherche vor, siehe hier, .doc-Datei. Mehr über Clemens Heni hier, über die Heinrich-Böll-Stiftung hier und über Ralf Fücks von der Böll-Stiftung hier. Die Heinrich-Böll-Stiftung hat sich inzwischen als Mitveranstalter zurückgezogen und die Trinitatiskirche ihre Räume nicht mehr zur Verfügung gestellt, siehe Friedensjuden  

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/10israelpalaestina.htm#Mission   

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John Pilger

For Israel, a reckoning / Israël : un bilan

John Pilger / Le Grand Soir, T:I:S, 5. Februar 2010

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Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann

Drohender Kriegsschauplatz Iran

Propaganda per Übersetzung drastisch gesteigert

Vergleichende Analyse der hebräischen, englischen und deutschen Fassungen der von Israels Staatspräsident Shimon Peres am 27. Januar 2010 im Bundestag gehaltenen Rede

Arbeiterfotografie, T:I:S, 4. Februar 2010

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Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost

Gedenktag für die Opfer der Nazibarbarei – 27. Januar 2010

Schimon Peres als Redner im Bundestag – ein Affront 

... Lassen wir Fakten sprechen: In den 1950er Jahren war Schimon Peres der „Architekt“ des israelischen Atomprogramms, das heißt der atomaren Bewaffnung Israels. 

Als er ein Mal wirklich die Chance hatte, Israels Politik zu wenden, was tat er da? Nach der Ermordung von Yitzhak Rabin durch einen rechtsradikalen jüdischen Bürger Israels, als die friedensunwillige Rechte in der Defensive war, denn einer der Ihren hatte den Konsens gebrochen und “jüdisches Blut” vergossen, wurde Peres Ministerpräsident. Er hätte seine Position nutzen können, die Friedensverhandlungen mit Syrien fortzuführen und eine neue Friedensoffensive gegenüber den Palästinensern zu eröffnen. Leider hat Peres diese historische Möglichkeit nicht wahrgenommen. Um die kommenden Wahlen zu gewinnen, hielt er es für klug, sich als harter Feldherr zu präsentieren, griff aus nichtigem Anlass den Libanon an und ließ dort (angeblich versehentlich) ein Massaker unter der Zivilbevölkerung anrichten. Diesem Artillerieangriff auf die Ortschaft Kana fielen 106 Zivilisten zum Opfer, 116 weitere wurden verletzt. Der Angriff richtete sich gegen einen Posten der UNO-Beobachtungstruppe UNIFIL, die auch Opfer zu beklagen hatte. 

In seiner kurzen Regierungszeit ließ Peres außerdem den militärischen Geheimdienst einen in Zypern seit Jahren ruhiggestellten Konstrukteur palästinensischer Bomben (den „Ingenieur“) ermorden – einen Schritt, den sein Vorgänger Rabin bewusst unterlassen hatte. Peres löste mit all diesen Aktionen eine Welle palästinensischer Bombenattentate in Israel aus und verlor dann 1996, nach wenigen Monaten Amtszeit, folgerichtig als unglaubwürdiger Friedensfürst die Wahlen gegen die Originalversion eines rechtsgerichteten Politikers - Benjamin Netanjahu.

In den letzen Jahren ist nicht bekannt geworden, dass Peres sich in irgendeiner Weise kritisch zur israelischen Besatzungs- und Kriegspolitik geäußert hätte. Ganz im Gegenteil verteidigte er erst vor einigen Monaten heftig die Errichtung weiterer illegaler Bauten im von Israel besetzten Westjordanland und Ostjerusalem. Im Sinne offiziöser israelischer Public Relations unternimmt er wüste Attacken gegen Richard Goldstone, der als unparteiischer UNO-Berichterstatter Israels Menschenrechtsverletzungen bei der Attacke gegen Gaza, wie auch die Menschenrechtsverletzungen von palästinensischer Seite, aufgelistet hat. 

Eine gegenüber der Nazi-Vergangenheit Deutschlands vermeintlich sensible Politik Deutschlands, deren eigentlicher Kern aber eine Art „deutsch-israelische Waffenbrüderschaft“ darstellt, birgt große Gefahren - sie beteiligt sich indirekt an der Unterdrückung der Palästinenser und sie schädigt zugleich die Interessen der Israelis an einem dauerhaften Frieden. 

Sie verspielt schließlich die Glaubwürdigkeit des Gedenkens an die Nazibarbarei und fügt damit der politischen Kultur unseres Landes großen Schaden zu. 

Die Menschenrechte sind unteilbar und brauchen glaubwürdige Befürworter. Daher hätte es der Bundesrepublik gut angestanden, Richard Goldstone statt Peres als Gedenkredner einzuladen.

Jüdische Stimme, .pdf-Datei, T:I:S, 3. Februar 2010

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Meldungen, Berichte und Kommentare

Tabu.  What is happening in the [occupied] territories is becoming taboo. Yitzhak Laor. T:I:S, 12. Mai 2010

Faschismus ante portas. Mohammed Barakeh, Sprecher von Hadash (sozialistisch, jüdisch-palästinensisch, vier Sitze in der Knesset): "In the past, we shouted at demonstrations: 'Fascism will not get through.' But now, apparently, it is here at the door." Ha'aretz. T:I:S, 12. Mai 2010

Israelische Kindersoldaten, Bericht von 2004, .pdf-Datei.  Sachstand 2010 mit Links. T:I:S, 10. Mai 2010

There are two Jewish states in the Land of Israel: the state of Israel, and the Occupied Territories. The former is rather democratic, the latter is a dictatorship. The former is ruled by a government and police who impose law and order, the latter is a Wild East ruled by the military and terrorized by settlers. A crime on this side of the Green Line is a patriotic deed beyond it. We have been living this way for more than four decades. Most of us have never known anything else. In fact, it should not surprise anybody. Didn’t the British do the same in India and in their other colonies? The French in Algeria? The Dutch in Indonesia? Only conscientious people can’t live with it; most people can. You cross a line and you become a different person. Ran HaCohen. T:I:S, 10. Mai 2010

Besatzer offenbar Brandstifter. President Mahmoud Abbas accused settlers of torching a West Bank mosque as the US envoy arrived in the region. The mosque, located in the northern West Bank town of Lubban Al Sharqiya, went up in flames in the early hours of Tuesday morning in an attack blamed on radical Jewish settlers in the area. Video, drei Minuten. Al Jazeera. T:I:S, 9. Mai 2010

Hysterie. La journée du souvenir de l’Holocauste à Jérusalem cette année encore a été l’occasion pour les dirigeants israéliens de rivaliser entre eux en nourrissant les inquiétudes et l’hystérie populaire autour des intentions de l’Iran. Shlomo Ben-Ami, israelischer Ex-Außenminister. T:I:S, 9. Mai 2010

Israel's military indoctrination of children. Stephen Lendman. T:I:S, 9. Mai 2010

Kriegsjuden in den israelischen Streitkräften. Has the IDF become an army of settlers? Ha'aretz. T:I:S, 9. Mai 2010

Gideon Levy, Ha'aretz, über die Verrottung Israels. T:I:S, 4. Mai 2010

Journalisten-Hubschrauber. 1400 Journalisten haben bisher an einem Hubschrauber-Rundflug über Israel und Palästina teilgenommen, der ihnen demonstrieren soll, daß der israelische Landraub in Palästina dem Schutz der Juden dient. Al Jazeera. T:I:S, 30. April 2010

Israeli troops kill Gaza protester. T:I:S, 30. April 2010

Jüdische und palästinensische Ampelphase. Der israelische Staat führt vor, wie Apartheid geht. Video, dreieinhalb Minuten. Al Jazeera. T:I:S, 29. April 2010

Finkelstein's latest book, This time we went too far. Auszug. Über die Hamas in Gaza

Nein zur bedingungslosen Aufnahme von Israel in die OECD. nahostfrieden.ch

Joseph Massad, Columbia University, New York, über die unbeflecke Empfängnis der US-Marionette Salam Fayyad, palästinensischer Premierminister. Al Ahram. T:I:S, 22. April 2010 

Bei Richard Goldstone, der nachgewiesen hat, daß die israelische Regierung ein Massaker an den Gaza-Bewohnern verübt hat, hat das Konzilium der zionistischen spin doctors bisher einstimmig jüdischen Selbsthaß diagnostiziert. Nun heißt bei Israel Harel die Krankheit, von der alle Friedensjuden befallen seien, nicht mehr Selbsthaß, sondern Otto-Weininger-Syndrom. Ha'aretz. Otto Weininger, Jude, haßte Frauen und außerdem Juden. Er hielt sie für weiblich. Der arme Junge beging mit 23 Jahren Selbstmord. Prost. T:I:S, 22. April 2010

Einst empört - und heute? Nearly 30 years ago, 400,000 Israelis marched in protest over the injustices of the 1982 war in Lebanon. Where are today’s progressives? New Statesman. T:I:S, 22. April 2010

Evelyn Hecht-Galinski. Deportationen sind ethnische Säuberung. Happy Birthday Israel! Das Palästina Portal, Permanenter Link, T:I:S, 22. April 2010

Verrottetes Israel. Dem früheren Ministerpräsidenten Olmert wird vorgeworfen, in den bisher größten Korruptionsskandal des Landes verwickelt zu sein. Es geht um ein umstrittenes Bauprojekt in Jerusalem: den protzigen Komplex „Holyland“. FAZBild vom Komplex. T:I:S, 20. April 2010

Gerald Steinberg schürt den mainstream-israelischen Verfolgungswahn, um die Überwachung der innerisraelischen Opposition zu institutionalisieren. "For example, under the civil society façade, and using European taxpayer money, as well as donations from the New Israel Fund, B’Tselem’s offices in London and Washington lobby intensely in support of the blood libels in the Goldstone Report." Jerusalem Post. T:I:S, 17. April 2010 

Die Durchzionisierung, örtlich auch Faschisierung genannt. T:I:S, 17. April 2010

Das Recht auf Verschleppung. The right to deport. Amira Hass, Ha'aretz. T:I:S, 17. April 2010

Mit der Klagemauer darf in Großbritannien nicht für Israel geworben werden. Denn sie liegt nicht in Israel. Jerusalem Post. T:I:S, 17. April 2010

Ist der Davidstern das neue Hakenkreuz? Is the Star of David the new swastika? In a disturbing reversal of symbolism, Israeli extremists are defacing Palestinian property with the Jewish symbol. Judy Mandelbaum, Salon.com und Paul Woodward

T:I:S, 17. April 2010

Israel auf dem Weg zum Paria-Staat. Yet Israel’s claim upon East Jerusalem is rooted in a sense of moral entitlement, which the rest of the world increasingly rejects. Some day Americans will awaken to the heavy strategic price their own nation pays for indulging Israeli excesses. Israel may be successful in securing all of Jerusalem within its own borders. But it runs the historic risk of making itself, by a ghastly irony, a pariah state. Financial Times

Deutsche Welle zur neuen Ausweisungsregelung. "Man wird verhört und nach Gaza gefahren". Palästinenser, die etwa in Gaza geboren wurden, könnten künftig aus der Westbank ausgewiesen werden, auch wenn sie dort leben. Ein neues Gesetz mit fatalen Folgen, wie der Anwalt Elad Cahana im DW-Gespräch erläutert. Dazu Philip Weiss. T:I:S, 15. April 2010

Israelische Grabschändung. Mamillla Jerusalem Cemetary. T:I:S, 14. April 2010

Gil Hoffman, Jerusalem Post, jüdisch-israelischer Mainstream: verbrecherisch, verlogen, verrottet. Video, Al Jazeera, drei Minuten. T:I:S, 13. April 2010

Inner-israelischer Rassismus. Israelische Regierung, Gerichte, Knessset und jüdische Israelis toben ihren Rassismus an palästinensischen Israelis aus, mörderisch. Stephen Lendman. T:I:S, 13. April 2010

Mossad will gegen Uri Blau, der die israelischen gezielten Morde in Ha'aretz zum Thema machte, "die Glacéhandschuhe ausziehen". CounterPunch. Kidnapping angedroht. T:I:S, 13. April 2010

Nakba, the Forgotten Child of the Holocaust. Steve Amsel

Tausenden Palästinensern droht Ausweisung aus Westjordanland. AFP. Details bei Ha'aretz und nochmals bei Ha'aretz

The Anat Kamm Affair. The Dark Underbelly of Israel's Security State. Jonathan Cook, Nazareth, sowie Ha'aretz, nochmals Ha'aretz und YNet

Pressezensur. Einer ehemaligen israelischen Soldatin droht eine Anklage wegen Verrats. Sie soll Dokumente über die gezielte Tötung von palästinensischen Militanten verbreitet haben. Die Berichterstattung über die Affäre wurde zensuriert. NZZ

Organhändlerring gesprengt. Die israelische Polizei hat einen Organhändlerring gesprengt. Unter den sechs Festgenommenen ist ein Brigade-General der Reserve. Israel ist eine der Drehscheiben des internationalen Organhandels. Ha'aretz.  In der Vergangenheit hatten Parteigänger der Massaker-Regierung vergleichbare Beschuldigungen als antisemitisch motiviert bezeichnet, siehe Organhandel. T:I:S, 7. April 2010

Spaltung der Fatah? Eine Spaltung der jetzt schon äußerst heterogenen Fatah-Bewegung ist sehr wahrscheinlich, einschließlich folgender Machtkämpfe. Ob sich dann noch eine von der Bevölkerung getragene palästinensische Führung findet, die sich ihre Sicherheits- und Planungsschwerpunkte vom Westen und von Israel diktieren lässt, ist zweifelhaft. Lagebericht der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Palästina, .pdf-Datei. T:I:S, 7. April 2010 

British Mandate: A Survey of Palestine, prepared by the British Mandate for UN prior to proposing the 1947 partition plan. Zugang zu 1 300 Seiten Bericht. Dazu Artikel: Tell Me Again, Who Made The Desert Bloom? T:I:S, 5. April 2010

Palmsonntagsdemo auf Eseln mit Palmzweigen in der Hand nach Jerusalem in Palästina. Die israelischen Wachleute waren überrascht und verhafteten Palästinenser und Israelis bei deren Rückzug. Video, sieben Minuten, u.a. von ActiveStills. T:I:S, 5. April 2010

Krebsgeschwür. Die Verurteilung der israelischen Staats- und Regierungspolitik und die Boykottbewegung würden sich krebsrartig verbreiten, findet William Daroff, der stellvertretende Vorsitzende der Jewish Federations of North America. Das neue Schlagwort "Delegitimierung" sei aufzugreifen. Forward, The Jewish Daily. Kommentar: Krebs muß man bekanntlich großflächig herausschneiden. Siehe auch Hasbara - Zionistische Propaganda. T:I:S, 5. April 2010 

Diamanten tragen zu über einem Drittel zu den israelischen Exporterlösen bei, mit 20 Milliarden Dollar im Jahre 2008. Der israelische Beitrag zur Wertschöpfung daran betrug 10 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Der israelische Verteidigungshaushalt betrug 16 Milliarden Dollar. Da die Herkunft bearbeiteter Diamanten beim Kauf nicht zu erkennen ist, ist der Boykott von Diamanten weltweit angesagt. Seán Clinton: Israel's blood diamonds. The Electronic Intifada  

Toleranz-Museum auf Muslim-Grabstätten. Museum of Tolerance Desecrates Graves  antiwar.com, T:I:S, 29. März 2010 

Liquidieren. Der israelische Finanzminister Juval Steinitz hat sich dafür ausgesprochen, die Regierung der Hamas im Gazastreifen zu »liquidieren«. »Früher oder später werden wir das militaristische pro-iranische Regime der Hamas, das den Gazastreifen kontrolliert, liquidieren müssen«, sagte der Vertraute von Regierungschef Benjamin Netanjahu am Sonntag im Rundfunk. AFP/apn/jW, T:I:S, 29. März 2010

Israels scharfes Durchgreifen gegenüber liberalen Juden …Chris Hedges. T:I:S, 29. März 2010

Stadt und Distrikt Jerusalem 1967 bis heute. Das Video, sechs Minuten, zeigt anhand der Landkarte, wie seit 1967 der Distrikt Jerusalem auf der palästinensischen Westbank nördlich, östlich und südlich der Stadt Jerusalem judaisiert worden ist: durch jüdische Kolonien, Enteignung und Vertreibung der Palästinenser, Sperrmauern und Kontrollpunkte. T:I:S, 28. März 2010

Eine hohe Wertschätzung verdient die libanesische Hisbollah. Yoav Bar über Okkupation, Apartheid und die Perspektive eines gemeinsamen demokratischen Staates für Israelis und Palästinenser. Noman Finkelstein dagegen, der ebenfalls mit dem Widerstand der Hisbollah solidarisch ist, plädiert für die Zweistaatenlösung (Audio, etwa ab Minute 5), da sie Konsens und völkerrechtlich fundiert ist.  

Meyer Habib (französicher CRIF, zionistisch) gegen Shlomo Sand (antizionistischer Israeli) Videos, 1. Februar 2009, acht Minuten und acht Minuten. T:I:S, 25. März 2010

Bin ich Antisemit? Video, drei Minuten. T:I:S, 25. März 2010

Michel Collon, Robert Baer und Andere über den Nahen Osten und Mittelasien, Videos 2008, je zehn Minuten. Teil 1 und Teil 2. Internetseite von Michel Collon. T:I:S, 25. März 2010 

Anti-Hasbara, überwiegend Fanzösisch. Video-Clips, zehn Minuten. T:I:S, 25. März 2010

Zivilklage zum Tod Rachel Corries in Israel. Schattenblick, T:I:S, 25. März 2010

Zwischen den »Schahid« (Märtyrern) und der Resignation existiert ein dritter Weg … der Weg des gewaltfreien Volksaufstandes, der den Geist der ersten Intifada wiederbelebt, jener »Revolte der Steine«, die die palästinensische Frage erneut in den Mittelpunkt des internationalen Interesses rückt. Der Weg des zivilen Ungehorsams, des Boykotts aller israelischen Produkte, die aus den Siedlungen stammen. Hanan Aschrawi, Palästinenserin, Israel. T:I:S, 22. März 2010

Rassismus bei den Oberschülern. T:I:S, 22. März 2010

Erkärung der Menschenrechte zensiert. Das israelische Erzeihungsministerium hat ein Kinderbuch verboten, weil es zwei Artikel der Allgemeine Erklärung der Menschenrechte enthält, die ihm mißfallen. T:I:S, 22. März 2010

Erste Lesung. The Knesset voted yesterday in favor of Israel Beitenu’s “Nakba Bill”, which authorizes the finance minister to hold funds from institutions or groups who question the nature of Israel as a Jewish and democratic state, or who mark the Palestinian Nakba on Israel’s Independence Day. T:I:S, 22. März 2010 

The current Knesset is the most racist Knesset since the establishment of the State, according to the Mossawa Center’s annual report on racism published Sunday. Ynet und Ha'aretz. T:I:S, 22. März 2010

Mufti von Jerusalem Mohammed Amin al-Husseini, Ergänzung. T:I:S, 21. März 2010

Wer ließ die Wüste erblühen? Tell Me Again, Who Made The Desert Bloom? In December 1945 and January 1946, the British Mandate authorities carried out an extensive survey of Palestine. Lawrence of Cyberia. T:I:S, 19. März 2010

Die Dämonisierung der Araber gelangt von den jüdisch-israelischen Schulbüchern in die Köpfe der Schüler. The Canadian Charger. T:I:S, 19. März 2010

Israelische Polizeieinsätze gegen Palästinaneser, viele aktuelleFotos mit Erklärungen; dito; dito 2010 und 2009; Polizeireviere und -gefängnisse auf Karten und per Google Map. T:I:S, 17. März 2010

Gezieltes Töten. Ein Dokument, das in Ha'aretz veröffentlicht wurde, zeigt, wie die IDF das Töten von Terrorverdächtigen autorisiert hat, auch wenn eine Möglichkeit der Festnahme und mehr bestand. Inamo. T:I:S, 17. März 2010

In a wide ranging interview journalist Jonathan Cook describes the increasingly repressive nature of Israeli society and the prospects for a solution to the Israel-Palestine conflict. New Left Project. T:I:S, 17. März 2010

Auschwitz-Gedenken - die israelische Art. Video, fünf Minuten. T:I:S, 15. März 2010  

Geheimnisse um gezielte Tötungen. Richard Silverstein. T:I:S, 15. März 2010  

Bil'in. Seit Jahren protestieren jeden Freitag Palästinenser, Israelis und internationale Unterstützer gewaltfrei gegen den israelischen Landraub an den Bewohnern des Ortes Bil'in im Westjordanland. Nun hat die israelische Regierung dekretiert, daß freitags zwischen 8 und 20 Uhr niemand nach Bil'in hinein darf. "The permit declares Bil’in to be a closed military area until August 17th." So können israelische Grenzpolizei und Militär die Verhaftungen, Zerstörungen, Verletzungen und Morde von Auswärtigen unbeobachtet fortsetzen und ausweiten. T:I:S, 15. März 2010  

André Brink, la Palestine et l’Holocauste. Alain Gresh, Le Monde diplomatique. T:I:S, 15. März 2010

Ziel Zivilbevölkerung. Vorabdruck. Das Schlachtfeld Gaza 2004–2009. Vorwort zur deutschen Übersetzung des Goldstone-Berichts von Ilan Pappe(Teil II und Schluß) T:I:S, 10. März 2010

Hermann Dierkes, Video, sieben Minuten, stellt Sophia Deegs und sein Buch zu Israel / Palästina vor. Zur wirklich läppischen Forderung nach Anerkennung des Rechts eines Besetzer-, Vertreiber- und Massakerstaates ohne definierte Grenzen, ohne geklärtes Staatsbürgerrecht und ohne Verfassung auf Existenz siehe Existenzrecht. T:I:S, 10. März 2010

Systematische Tötung. Vorabdruck. Das Schlachtfeld Gaza 2004–2009. Vorwort zur deutschen Übersetzung des Goldstone-Berichts (Teil I) von Ilan Pappe. T:I:S, 9. März 2010

Richard Falk, UN,  von der Palästinensischen Autonomiebehörde zurückgewiesen. Ma'an News, Palästina. T:I:S, 9. März 2010

Legitimität. Laut Netanjahu sei jedoch nicht nur Israels Sicherheit bedroht, auch seine Legitimität werde derzeit vermehrt in Frage gestellt. Diese Angriffe auf die Legitimität kämen in verschiedenen Formen. So zum Beispiel durch die UN, die Israels Recht auf Selbstverteidigung in Frage stelle, durch Anschuldigungen gegen israelische Politiker und Militärs, denen Kriegsverbrechen vorgeworfen würden und durch verschiedene Kampagnen, die den Boykott Israels forderten. Kommentar: Der Mann kann keinen Satz sagen, ohne zu lügen. T:I:S, 9. März 2010

„Deutschland begeht Verrat an menschen- und völkerrechtlichen Grundprinzipien“. Interview mit Norman G. Finkelstein zur deutschen Verantwortung im Nahost-Konflikt. Palästina-Portal. T:I:S, 9. März 2010

The Israeli peace camp is still an unborn baby. Gideon Levy. T:I:S, 9. März 2010

Blutreinhaltung. Aside from exceptional cases, the donation is subject to the donor and recipient being of the same religion. It’s clear that the intention is [to] limit pollution of “Jewish blood” with that from impure sources. T:I:S, 9. März 2010

Die Botschaft von Springer und Botschaft aus der Botschaft. Video, zwei Minuten. Das reist's jetzt raus. T:I:S, 9. März 2010

Image-Kampagne. Ein Volk von Botschaftern. Ob Gaza-Krieg oder der mutmaßliche Mossad-Mord: Das Ansehen Israels hat kräftig gelitten. Jetzt sollen Israelis auf Reisen Werbung für ihr Land machen - mit Argumenten der Regierung. Peter Münch, SZ. Siehe Israel-Reklame

Israelischer Stolz. Gilad Atzmon

UN High Commissioner for Human Rights Navi Pillay [official website] publicly supported [text] the final report [text, PDF] of the UN Fact Finding Mission of the Gaza Conflict [official website] on Wednesday, calling its conclusions sound. University of Pittsburgh School of Law

Dänischer Journalist fühlte sich, weil Jude, zur Spionalge für Israel verpflichtet. Ein früherer Chefredakteur der dänischen Tageszeitung "Politiken" hat nach eigenen Angaben jahrelang für Israel als Spion gearbeitet. Auf seinen journalistischen Reisen nach Afrika habe er in den 50er und 60er Jahren Berichte für die israelischen Botschaften verfasst, sagte Herbert Pundik der Online-Zeitung "Information.dk". "Das war Spionage, ja", ergänzte er. Pundik gab zu, zehn Jahre lang für Israel als Agent tätig gewesen zu sein. Als Jude habe er dies als seine Pflicht angesehen, aber immer darauf bestanden, dass seine Informationen auch an die dänischen Behörden weitergeleitet werden. AFP. T:I:S, 28. Februar 2010

The World’s Nastiest Genocide Scholar - Gunnar Heinsohn. Daniel Luban.T:I:S, 28. Februar 2010

Jeder Versuch, die Vorstellung von Judenemanzipation aufrecht zu erhalten in einem Staat, der Juden und Nicht-Juden kein gleiches Bürgerrecht gewährt, scheint mir vergeblich. / In my view, any effort to retain the idea of emancipation when you don't have a state that extends equal rights of citizenship to Jews and non-Jews alike is, for me, bankrupt. It's bankrupt. Judith Butler in Ha'aretz vom 25. Februar 2010. 

The new McCarthyism in Israel. Jonathan Cook. T:I:S, 28. Februar 2010

Rassenschande neu aufgelegt - in Israel. T:I:S, 28. Februar 2010

Die neue Israel-Reklame versucht, das Thema zu wechseln - und offenbart sich mehr denn je als rassistisch. Die neue Reklame, Endlosschleife mit drei Spots, Video. Mondo Weiss kommentiert. Leserkommentar / Übersetzung: "The narrator at the end of each clip says: 'Fed up with seeing how we are presented in the world? You can change the picture. Go to the Ministry of Hasbara and Publications website and you will find information for accurate Hasbara (explanation)'”. Bitterer Kommentar von Gideon Levy zur ganzen Kampagne in Ha'aretz unter Dispersing white phosphorous clouds over Gaza:"...for we indeed are the chosen people." Kommentar: Die Reklame ähnelt einer älteren Mercedes-Benz-Kampagne, die aufgrund massiver Proteste zurückgezogen wurde: Europäer in finsteren südlichen Gefilden rettet sich zum Schluß in seine saubere und sichere Heimat, den klimatisierten Daimler. T:I:S, 26. Februar 2010

Jonathan Cook berichtet über die Vorbereitung eines Gesetzes, daß alle Israelis verpflichten würde, sich polizeilich registrieren zu lassen, wenn sie für eine ausländische NGO aktiv sind. The National, Abu Dhabi. T:I:S, 26. Februar 2010

Israel Kurdistan Network. T:I:S, 26. Februar 2010

Folterer genießen in Israel Immunität. Dissident Voice. T:I:S, 26. Februar 2010

Soda-Club-Urteil. Spiegel. Kommentar: Hamburger Hauptzollamt, Europäischer Gerichtshof - alles Antisemiten. T:I:S, 25. Februar 2010

Israel’s secret intelligence service is ruthless but reckless because it doesn’t care about international opinion, says Peter Hounam, who was imprisoned by them. Peter Hounam, Telegraph. T:I:S, 25. Februar 2010

Yoav Shamir hat einen Dokumentarfilm erstellt über junge israelische Miltärveteranen, die in Indien ausflippen. Flipping Out, Inhaltsangabe und  Bezugsquelle in Jewish Post. T:I:S, 25. Februar 2010

Sabotage als Programm. Israel erklärt internationaler Friedensbewegung den Krieg. Reut-Institut ruft zu kriminellen Handlungen im Ausland auf. Rainer Rupp. Sowie Netzwerk der Manipulatoren. Kritiker der israelischen Politik in »gute« und »schlechte« spalten, Persönlichkeiten beeinflussen. Rainer Rupp. T:I:S, 23. Februar 2010. Siehe auch hier und hier

Apartheid. From South Africa to Israel/Palestine. Making the Connections. Mit zahlreichen Fotos und Grafiken. Text und Layout: Nancy Murray, Boston Coalition for Palestinian Rights, .pdf-Datei. In Vorbereitung auf die 6. Internationale Apartheidwoche vom 1. bis 7. März 2010. T:I:S, 23. Februar 2010

Die Schleimspur der Unterwürfigkeit zieht sich durch alle Parteien. Unredigierter Kommentar des Monats von Evelyn Hecht-Galinski. T:I:S, 22. Februar 2010

Natürlich sollten wir außergerichtlichen Mord verurteilen, aber ich kann nicht anders, als die israelischen Nerven zu bewundern. The Times, London (Rupert-Murdoch-Konzern, wie Fox News und Wall Street Journal). Hier ein Auszug, keine Satire: 

"It is an unfashionable thing to say, but I have a considerable admiration for the Israeli way of doing things. They want something, they get it. They perceive someone as their deadly enemy, they kill them. They get hit, they hit back. They don’t waste time explaining or justifying or agonising; nor do they allow their detractors to enter their country and then afford them generous welfare payments. They just act. No messing. No scruples. Not even a shrug and a denial, just a rather magnificent refusal to debate anything.

This absolutism, based on their history, carries its own moral weight; one that is rather electrifying in a Western world grown flabby with niceties. Clearly, the Israelis could defend their policies if they wanted to, but they quite simply can’t be bothered. It’s a waste of breath. One admires them for that, too."

T:I:S, 22. Februar 2010

Neu-alte Verkaufsstrategie soll die israelischen Imperialisten vor der Implosion ihres Gewaltherrschaftssystems retten. Jungle World (neokonservativ) auf Deutsch über The Reut Institute. Siehe Netze, dort Link. T:I:S, 22. Februar 2010

Israelische Stimmen zum Attentat in Dubai. Shraga Elam. T:I:S, 21. Februar 2010 

Yahav Zohar, Vertreter des Israeli Committee against House Demolitions (ICAHD), ausführliches Interview, deutsch. T:I:S, 21. Februar 2010

Bürger helfen der Polizei. Welt Online hat indes zwei in Israel lebende Doppelstaatsbürger ausfindig gemacht, die erzählen, wie sie von ihnen unbekannten Männern darum gebeten wurden, ihre ausländische Pässe ausleihen zu dürfen. C. lebte und arbeitete seit etwa einem halben Jahr in dem Kibbuz im Norden Israels, als er von einem Besucher nach dem gemeinsamen Mittagessen angesprochen wurde. T:I:S, 20. Februar 2010

„Der Mann wohnte nicht im Kibbuz, aber er sagte, er habe Familie dort.“ Er habe ihn ohne Umschweife gefragt, ob er seinen Schweizer Pass für eine Weile ausleihen dürfe. Es gehe um die Sicherheit des Staates und seiner Bürger, habe der Mann gesagt. C. zögerte nicht lange und händigte das Dokument aus. „Ich hatte in der Zeit keine Reisen geplant und wollte Israel helfen.“  T:I:S, 20. Februar 2010

Die Israel-Lobby lähmt das poltische System Großbritanniens, aber Presse und Volk sind außer sich vor Zorn gegen die israelische Staats- und Regierungspolitik. Gilad Atzmon. T:I:S, 20. Februar 2010

Mossad arbeitet mit deutschen Pässen. Liebe Mitbürger, viel Spaß bei Ihrem nächsten Einreiseversuch in ein Land, in dem gerade ein Mossad-Agent mit Ihrem Paß erwischt wurde! Kölner Stadt-Anzeiger. T:I:S, 18. Februar 2010

Landwirtschaft in Gaza vor dem Abgrund. T:I:S, 18. Februar 2010

Mahmoud al-Mabhouh - the victim of British collusion with Israel? Das legt Robert Fisk im Independent nahe. Einer seiner Informanden hat ihm berichtet, daß einige der bisher nicht identifizierten Täter britische Pässe mit fälschungssicheren Hologrammen benutzt haben. T:I:S, 18. Februar 2010

Welche Juden, welche Israelis sind von Eugenio Merinos Kunstwerken verletzt?Jews sans Frontières unter anderm über die Yeshiva Mercaz Harav. T:I:S, 18. Februar 2010 

Herrlich. Finkelstein, New York, gg. Israel. CrossTalk mit Raanan Gissin, Israel, auf Russia Today. Video, 26 Minuten. Mehr über Gissin. T:I:S, 18. Februar 2010 

MEMRI, das einflußreiche israelisch-US-amerikanische Portal für Übersetzungen, hat ein libanesisches Interview mit Norman Finkelstein verstümmelt und erweckt dadurch den Eindruck, Finkelstein habe den Holocaust geleugnet. Er nennt MEMRI Nazis. Text mit den Auslassungen und das komplette Video . T:I:S, 18. Februar 2010 

Rainer Rupp, junge Welt. International bemühen sich zionistische Medien derweil, die israelischen Mordserien zu verteidigen. Für Stephen Pollard, Chefredakteur des führenden israelischen Sprachrohrs in Großbritannien, The Jewish Chronicle, sind Israels staatlich verordnete Morde »in jeder Hinsicht akzeptabel«. Und der viel gedruckte britische Kolumnist Professor Geoffrey Aldeman geht noch weiter. Jeder Palästinenser in Gaza, der Hamas gewählt hat, sei nach jüdischem Recht ein legitimes Ziel für Ermordungen, erklärte der Professor letztes Jahr in The Guardian. T:I:S, 17. Februar 2010

PressTV, Iran, kommentiert die Nasrallah-Rede (Hisbollah-Führer im Libanon). Video, fünf Minuten. T:I:S, 17. Februar 2010

Demütigung. In King's English erklärt Baroness Jenny Tonge auf PressTV Iran, Video, neun Minuten, warum sie gegen die israelische Staats- und Regierungspolitik vorgeht. Sie ist überzeugt, daß die Pro-Israel-Lobby das Denken in der US-amerikanischen und auch in der britischen Regierung stark beeinflußt. T:I:S, 16. Februar 2010

Just like the IDF (Israeli Defence Forces) made no distinction between civilians and fighters in Gaza, the new tack by Reut seems to treat all Israel’s critics as, if not terrorist, then fellow travelers and accomplices.  The rhetoric is feverish, apocalyptic. Richard Silverstein über die von Reut, Israel entwickelte Strategie für die israelische Außenpolitik, die sich bereits ansatzweise in weltweiten pro-zionistischen Aktionen niederschlägt. Siehe Netze. Vor allem die jüdischen Gegner sind Zielscheibe. Joseph McCarthy ist aus dm Grab gestiegen. T:I:S, 16. Februar 2010

We are the Nazis of our time and we are proud of it. Uri Blau, 26. März 2009. T:I:S, 16. Februar 2010

Israelische Außenpolitik kommt nicht bei allen Israelis gut an. haGalil. T:I:S, 16. Februar 2010

Israel is accused of waging covert war across the Middle East. Times. T:I:S, 15. Februar 2010

Israel's War on Protest. By Jonathan Cook. T:I:S, 14. Februar 2010

The new McCarthyism sweeping Israel. To disagree with the state is to 'delegitimise' the state: that is the increasingly strident response of the country's political and military establishment to those who dare to criticise its conduct. By Donald Macintyre in Jerusalem. The Independent. T:I:S, 14. Februar 2010

Netze gegen Israel. The Reut Institute sieht sein Land Israel von zwei Netzen bedroht: dem Widerstandsnetz (Hamas und andere) und dem Delegitimierungsnetz. Das Widerstandsnetz ziele auf Überdehnung der militärischen und wirtschaftlichen Anstrengungen des Landes, und damit auf die Implosion. Das Delegitimierungsnetz propagiere die Einstaatenlösung (Palästinenser und Juden in einem Land), um es als Apartheid-Staat in eine Pariah-Rolle unter den Staaten zu drängen und dadurch ebenfalls der Implosion näher zu bringen. Vorbilder beider Netze seien das - erfolgreiche - Vorgehen gegen die Sowjetunion und gegen Apartheid-Südafrika. 

 Drehscheiben des Delegitimierungsnetzes seien die zahlreichen Menschenrechts-NGOs und Stadtregionen wie London, Toronto, Madrid und die San Francisco Bay Area. Ein Gegennetz sei zu bilden und dafür das Außenministerium umzustrukturieren. Netz-"Katalysatoren" seien zu sabotieren, zwischen gemäßigte Israelkritiker und Existenz-Deligitimierer sei ein Keil zu treiben, die Auslandsarbeit der Histadrut (Gewerkschaft) sei zu stärken, das Image Israels als Gewaltstaat sei durch Gegenbilder zu korrigieren und Auslands-Israelis seien zu mobilisieren, ebenso wie Mitglieder jüdischer Gemeinden, ohne daß deren Engagement für gesichert gehalten werden dürfe. Executive Summary. T:I:S, 14. Februar 2010

Ein Streben nach Frieden mit der PLO würde nichts ändern. Others say that Israel's policy is key, and that a genuine and credible commitment to the peace process will decrease both criticism and delegitimization of the country. But the delegitimization effort would continue even if Israel were to sign a comprehensive peace treaty with the PLO: Indeed, the forces that drive this effort are not Palestinian moderates, but rather people who oppose Israel's very existence. An agreement would only fuel their campaign to converge around the next outstanding issue that comes up between Israel and the Arab world. The Reut Institute, Israel. T:I:S, 14. Februar 2010

The only democracy in the Middle East? Neue Website mit Berichten über die Maßnahmen der israelischen Regierung gegen den innerisraelischen Widerstand. T:I:S, 14. Februar 2010

Mindestens 750.000 Israelis leben dauerhaft im Ausland. Die wachsende Entfremdung der Bevölkerung vom israelischen Staat drückt sich auch in der Zunahme der Wehrdienstverweigerung bzw. dem Drücken vor dem Militärdienst aus. Es gibt mittlerweile so viele antizionistische israelische Organisationen und Persönlichkeiten wie noch nie in der Geschichte Israels. Sie bilden zwar immer noch eine geringe Minderheit, aber zentral ist, daß sich darin eine neue Tendenz ausdrückt. Kritische Israelis wie Michael Warschawski vom Alternative Information Center weisen seit Jahren darauf hin, daß der Kolonialismus nicht nur die Kolonisierten zerstört, sondern auch die Kolonialisten, weil die gegen jene angewendete Gewalt auf sie zurückschlägt. Die Verrohung und Brutalisierung der israelischen Gesellschaft sowie die der neoliberalen Politik geschuldete wachsende Kluft zwischen Arm und Reich haben die Leuchtkraft Israels, die einst Hunderttausende anzog, weitgehend zum Erlöschen gebracht. Linke Zeitung. T:I:S, 14. Februar 2010

Wie der israelische Staat Freunde gewinnt. Jüdisch-israelische Kolonisten hacken 20 bis 25 Jahre alte Olivenbäume in Palästina ab. Die Täter bleiben unbestraft. Ein Pionier des Landraubs erklärt, die Vertreibung aller Palästinenser sei seine religiöse Pflicht. Video, drei Minuten, B'Tselem, dokumentiert Menschenrechtsverletzungen, egal durch wen. T:I:S, 13. Februar 2010

Der Botschafter des Staates Israel in den USA, Michael Oren erfuhr an der University of California, Irvine, daß es Studenten gibt, die sich von Antisemitismus-Gequatsche über Gegner der Politik seiner Regierung nicht einschüchtern lassen. Sie störten wirkungsvoll seinen Auftritt in der Uni und ließen sich wiederstandslos abführen. Der Kippa-behütete Rektor brüllte den zahlreichen Mitprotestierern hinterher, sie würden alle kein Examen kriegen. Dem Botschafter entglitt der Satz, man sei hier nicht in London oder Teheran. Spitze! Video, sechs Minuten, Al Jazeera. 

London führte der Botschafter an - dort, in der Oxford University hall, wurde der stellvertretende Außenminister Israels, Daniel Ayalon ebenso warm begrüßt, siehe Video, ynetnews, Israel. Die jüdische Linke in Israel, Kriegsdienstverweigerer, Mauerprotestierer und Leser von Amira Hass, Ha'aretz, und Ran HaCohen, antiwar.com, wünschen sich nichts sehnlicher als vergleichbare Aktionen an deutschen Unis. Springers Welt würde dann wahrscheinlich die Stürmer-ähnlichen Karikaturen wieder herauskramen, die Bild und BZ einst von den Vietnamkriegsgegnern gekrakelt hatten: abscheuliche Fantasiegebilde mit krummen Nasen und behaarten Armen. 

Dem Harvard-Professor Alan Dershowitz fiel neulich ein, den Gaza-Berichterstatter Richard Goldstone mit dem hebräischen Wort "moser" zu belegen, das "Verräter am jüdischen Volk" bedeutet. Ausführlich zu "moser" siehe JewishEncyclopedia.com. Was ein anständiger Mensch für einen Kriegshetzer halt so ist: ein Vaterlandsverräter, ein Volksschädling. Im Falle zum Beispiel des ermordeten Yitzhak Rabin bedeutete das Wort, daß seine Ermordung religiös gestattet sei. Siehe auch Haßbrüter Merkaz Harav und dortige weiterführende Links. T:I:S, 12. Februar 2010

Israelische Regierung und Simon Wiesenthal Center Los Angeles schänden den muslimischen Mamilla-Friedhof in Jerusalem. Center for Constitutional Rights, New York, NY, mit 17 Bildern vom geschändeten Friedhof, .pdf-Datei. Siehe dazu Palestinian Families Appeal to UN Over Israeli Construction of “Museum of Tolerance” on Jerusalem’s Historic Mamilla Cemetery, Video, 10 Minuten, Democracy Now.- 

Kommentar: Das Simon Wiesenthal Center und die israelische Regierung wollen alles Palästinensische auslöschen, es von den Seiten der Geschichte tilgen. Ihr Zynismus kennt keine Grenzen - sie sind dabei, auf dem Terrain des Friedhofs ein "Museum der Toleranz" zu errichten. 

Hamburger werden sich an den Fall der Überbauung einer Fläche in Altona-Ottensen erinnern, die einmal als jüdischer Friedhof genutzt, aber 1934 unter Zwang von der Gemeinde aufgegeben worden war. Hinweise bei Wikipedia. T:I:S, 11. Februar 2010

The Reut Institute, Tel Aviv, hat Aktionen gegen die israelische Staats- und Regierungspolitik in aller Welt aufgelistet. Beeindruckend. T:I:S, 10. Februar 2010

Israelisches Millionengeschäft mit Teheran. Die israelische Firma Daronet hat mit der Teheraner Stadtverwaltung über ihre Filiale in Brüssel ein Millionengeschäft abgeschlossen. Daronet ist auf die Gestaltung von Webseiten im Internet und die Programmierung von kundenfreundlichen Automatisierungsprozessen spezialisiert, zum Beispiel für die Tankstellen in ganz Indien. Die Stadtverhaltung von Teheran habe schon 200.000 Dollar für die Übersetzung des Programms ins Persische vorab bezahlt und werde in Raten insgesamt eine Million Dollar für das israelische Programm entrichten, verriet der Finanzchef der Firma, Jakob Harpaz, dem israelischen Rundfunkreporter Schimon Vilnai... Weiter bei Ulrich W. Sahm, israelnetz.com . Mehr über Sahm unter Anti-Palästina-Lobby und darüber. Zu den teils intensiven Geschäftsbeziehungen zwischen Iran und Israel siehe Trita Parsi. T:I:S, 8. Februar 2010 

"Keine Behinderten, keine Homosexuellen, keine alleinerziehenden Mütter, keine Äthiopier und auch keine anderen Dunkelhäutigen." Palästinenser sowieso nicht. Uri Shani, Israel, hat einen Text ins Deutsche übersetzt, der beschreibt, wie es einem wohnungssuchenden jüdischen Israeli ergangen ist. T:I:S, 7. Februar 2009

Kornmühle al-Badr in Gaza. Panzerbeschuß wegen versteckter Hamas-Kämpfer, sagt die israelische Regierung; Bombe, sagen Goldstone und UN-Räumkommandos, die die Reste einer 500-Pfund-Flugzeugbombe Mk82 in den Trümmern der Mühle gefunden haben. Bei der Zertrümmerung wurde niemand getötet. Ha'aretz und Middle East Monitor, T:I:S, 5. Februar 2009 

"This Time We Went Too Far". Norman G. Finkelstein über sein Buch zum israelischen Massaker, begangen an den Gaza-Bewohnern 2008 / 2009. Video, vier Minuten. T:I:S, 3. Februar 2010

Benjamin Beit-Hallahmi, Professor an der Universität Haifa, Israel, informiert sein US-Publikum darüber, was in Israel jeder weiß, was die israelische Presse auch ständig wiederholt, was aber nicht in der New York Times steht: daß Israel nicht zugleich ein jüdischer und ein demokratischer Staat sein kann.
Video, fünf Minuten, eingebettet in eine Kurzanalyse der US-Politik hinsichtlich Israel / Palästina: "Obama continues unchangingly to support the oppressor over the oppressed." T:I:S, 3. Februar 2010

Israelische Soldatinnen bestehlen, erniedrigen, verprügeln und töten gefangene Palästinenser, darunter Kinder. Breaking The Silence. Umfangreiche Auszüge auf ynet, dem Portal der größten israelischen Tageszeitung. Beispiel:

I hit him in the balls. I took my foot, with my military show, and hit him in the balls. I don't know if you've ever been hit in the balls, but it looks like it hurts. He stopped laughing in my face because it hurt him. We then took him to a police station and I said to myself, 'Wow, I'm really going to get in trouble now.' He could complain about me and I could receive a complaint at the Military police's criminal investigation division. He didn’t say a word. I was afraid and I said. I was afraid about myself, not about him. But he didn't say a word. 'What should I say, that a girl hit me?' And he could have said, but thank God, three years later I didn’t get anything and no one knows about it.

T:I:S, 2. Februar 2010

Kolonisatoren mit Rückendeckung durch den Massaker-Staat. After verbal taunting, a settler in the East Jerusalem neighborhood of Sheikh Jarrah left the Gawi house which he and other settlers have occupied since August 2009. He descended the stairs with an M-16 and pushed a teenage boy. When neighborhood adults stepped in to protect the teenager, he pushed Nasser Gawi and then punched him. Seconds later the settler cocked his M-16 and pointed it wildly at the crowd that had gathered. In this video you can clearly see the first punch thrown by the settler and clearly hear the cock of his gun. Video, 46 Sekunden. T:I:S, 1. Februar 2010

Gaza. Schadensermittlung anhand von Stellitenaufnahmen. Report prepared by the United Nations Institute for Training and Research (UNITAR) Operational Satellite Applications Programme (UNOSAT) on request from the United Nations Fact Finding Mission on the Gaza Conflict (FFMGC), .pdf-Datei, T:I:S, 29. Januar 2010

A list of United Nations Security Council resolutions directly critical of Israel for violations of U.N. Security Council resolutions, the U.N. Charter, the Geneva Conventions, international terrorism, or other violations of international law. Jeremy R. Hammond. T:I:S, 29. Januar 2010

Mit Lügen gespickt. Schimon Peres, der Ministerpräsident des Massaker-Staates Israel, hat für seine Rede im Bundestag anhaltenden parteiübergreifenden Beifall erhalten. Yavuz Özoguz, Muslim-Markt, hat die Rede analysiert. Vom Bundestag ist nichts anderes zu erwarten als Krieg, Krieg und nochmals Krieg. T:I:S, 29. Januar 2010

Rolf Verleger, Vorsitzender der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V. Der Verein hat sich mehrheitlich für die Teilnahme an der Boycott-Divestment-Sanctions-Kampagne (BDS) entschieden. T:I:S, 26. Januar 2010

Zur Staatsräson gebracht. Projekt in Bandar-Abbas abgesagt. Hamburger Hafenbetrieb HHLA bläst Iran-Geschäft nach Intervention des Zentralrats der Juden in Deutschland ab. Hamburger Abendblatt. Kommentar: Die Atom-U-Boote für Israel versprechen offenbar mehr Gewinn. Siehe auch Ha'aretz, das die Absage des Hafenausbaugeschäfts nicht deutsch-jüdischem, sondern israelischem Druck zuschreibt. Noch zu Zeiten von Paul Spiegel galt als Antisemit, wer nicht sorgfältig zwischen Juden und Israelis unterschied. T:I:S, 26. Januar 2010

'Hamas accepts Israel's right to exist'. Jerusalem Post. Was nun, israelische Regierung? T:I:S, 26. Januar 2010

Festungs-Rabbiner aus der israelisch besetzten palästinensischen Westbank verbreiten eine Anleitung zum Mord an Palästinensern über zahlreiche israelische Buchhandlungen. Weitere Rabbiner sind begeistert, die Staatsanwaltschaft betreibt nach außen hin Beschwichtigungspolitik und schreitet nicht ein. Forward, The Jewish Daily, New York. T:I:S, 25. Januar 2010

Israelis morden weiter, bestialisch. Zeuginnenaussagen. The Real News, Video, zehn Minuten. T:I:S, 23. Januar 2010

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Mit Fanatikern sind Kompromisse nicht möglich

Die FAZ sprach mit dem israelischen Präsidenten Schimon Peres, 23. Januar 2010, Nr. 19, Seite 6, Auszüge

Es ist falsch, Iran nur für eine Gefahr für Israel zu halten. Das Land ist eine Gefahr für die ganze Welt, nicht nur für Israel...

Die Iraner wollen den Nahen und Mittleren Osten dominieren. Sie erschüttern schon das politische System im Libanon, arbeiten mit Syrien und der Hamas zusammen. Bis nach Lateinamerika reichen ihre Bemühungen. Es ist ein neuer Imperialismus, der religiös verbrämt und motiviert zugleich ist. Überdies ist Iran zum Zentrum des Terrors geworden... 

Mit religiösen Fanatikern wie denen in Teheran kann man keine Kompromisse schließen... 

Es müssen jetzt endlich Wirtschaftssanktionen verhängt werden. Das ist umso wichtiger, als die Iraner selbst sich gegen ihre Regierung erheben und ihre Freiheit verlangen... 

Deutschland unterstützte Israel mit ziviler Hilfe, aber auch mit Waffenlieferungen. Ich verstand mich gut mit dem damaligen Verteidigungsminister Strauß. Dessen schäme ich mich nicht. Ich bin stolz darauf, dass uns in Deutschland konservative Parteien beistanden, damit wir uns selbst verteidigen konnten... 

Auch Ministerpräsident Scharon traf eine mutige Entscheidung, als er alle Siedler aus dem Gazastreifen zurückholte. Es war nicht einfach, und es gab viel Streit. Wir setzten 45 000 Polizisten ein, das Ganze kostete uns mehr als zwei Milliarden Dollar... 

Die Welt ist überbevölkert...

Israel ist das beliebteste Land auf der Welt. Sie müssen nur nachzählen. Es gab nie bessere Beziehungen zur katholischen Kirche; die Evangelikalen sind die größten Zionisten, die es je gegeben hat. Das sind immerhin 1,3 Milliarden Menschen. Weitere 1,3 Milliarden leben in Indien, das wie Israel unter dem Terrorismus leidet. Wir unterhalten exzellente Beziehungen zu China, besonders mit Blick auf Landwirtschaft und Technologie. Damit sind wir schon bei fast vier Milliarden... 

Mit manchen Ländern haben wir Probleme, mit anderen nicht. Aber nennen Sie mir ein Land, das auf der ganzen Welt so viel Unterstützung hat wie Israel. Eigenartig an Europa ist, dass sich unsere Beziehungen zu den Arabern deutlich verbessert haben, weil auch die das iranische Atomprogramm fürchten... 

Einige Länder verstehen einfach nicht, mit wem und was wir es zu tun haben. Es ist sehr kompliziert, als Rechtsstaat gegen gesetzlose Terroristen zu kämpfen. Das können Sie in Afghanistan, im Irak und anderswo auf der Welt sehen.

Der Goldstone-Bericht ist ein Skandal... 

Der Ausgangspunkt für die UN war, israelische Verbrechen in Gaza zu ermitteln. Israel hat Gaza aus freien Stücken verlassen. Jahrelang wurden wir dann von dort aus beschossen. 2000 Israelis wurden insgesamt getötet. Schweden konnte das nicht aufhalten. Aber uns wirft man vor, wir hätten absichtlich arabische Zivilisten getötet. Das ist verrückt! Wir verloren während des Gaza-Kriegs 13 eigene Soldaten durch "friendly fire". Meinen Sie, wir haben das absichtlich getan? Dieser Kampf ist furchtbar kompliziert. Denken Sie dabei nur daran, was in Kabul, im Jemen und in Somalia passiert!

FRAGE: Aber warum solidarisieren sich trotzdem immer mehr Europäer mit den Palästinensern? 

ANTWORT: Weil sie unter dem Einfluss der Medien stehen. Deren Berichterstattung über Terroranschläge ist einseitig... 

Wir wurden zum Beispiel gefragt, warum während des letzten Krieges unsere Kinder nicht getötet wurden. Antwort: Wir verteidigten unsere Kinder eben, die Hamas-Kämpfer versteckten sich hinter ihren... 

  

T:I:S, Hervorhebungen, 23. Januar 2010. Die NeoCon-Seite Madrasa of Time / Time of Counterjihad darf sich bei der FAZ bedienen und das ganze Interview wiedergeben. T:I:S, 25. Januar 2010. Schimon Peres hat am 27. Januar 2010, dem Auschwitz-Gedenktag, im Bundestag weitergeredet. Siehe dazu Partei Die Linke. T:I:S, 3. Februar 2010

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